Photon-Counting-CT: Neue Bildgebung reduziert Strahlung um 45%
Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 09:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Bereich der radiologischen Bildgebung durchlĂ€uft derzeit eine signifikante technologische Weiterentwicklung. Im Zentrum steht dabei die EinfĂŒhrung der Photon-Counting-Computertomographie (CT), die gegenĂŒber herkömmlichen Verfahren eine prĂ€zisere Bildgebung bei gleichzeitig reduzierter Strahlenbelastung verspricht.
Aktuelle Implementierungen an fĂŒhrenden medizinischen Standorten verdeutlichen das Potenzial dieser Technologie fĂŒr die klinische Routine, insbesondere in den Bereichen Kardiologie, Onkologie und PĂ€diatrie.
Implementierung an der Medizinischen UniversitÀt Lausitz
An der Medizinischen UniversitĂ€t Lausitz â Carl Thiem (MUL-CT Cottbus) wurde am 7. September 2026 das Photon-Counting-CT-System NAEOTOM Alpha Prime des Herstellers Siemens Healthineers offiziell in Betrieb genommen. Die Inbetriebnahme ist Bestandteil einer bereits seit dem Jahr 2024 bestehenden Innovationspartnerschaft zwischen der UniversitĂ€t und dem Medizintechnikunternehmen.
Die technologische Besonderheit des neuen Systems liegt in der direkten Umwandlung von Röntgenphotonen in elektrische Signale. Dies fĂŒhrt zu einer deutlich höheren Detailtiefe der Aufnahmen. Wie Untersuchungen im Rahmen der Inbetriebnahme zeigten, ermöglicht das System bei spezifischen klinischen Fragestellungen eine Reduktion der Strahlendosis um bis zu 45 %.
Der zustĂ€ndige Chefarzt Prof. Gero Wieners hob hervor, dass diese Dosisersparnis einen wesentlichen Fortschritt fĂŒr die Untersuchung von Kindern sowie fĂŒr Patienten darstellt, die aufgrund chronischer Erkrankungen auf wiederholte CT-Scans angewiesen sind.
Die Einsatzgebiete der neuen Anlage in Cottbus sind breit gefĂ€chert. Neben der Notfallmedizin wird das GerĂ€t schwerpunktmĂ€Ăig in der Onkologie zur Tumordiagnostik sowie in der Neurologie eingesetzt. Durch die verbesserte Auflösung lassen sich feine Strukturen im menschlichen Körper prĂ€ziser darstellen als mit herkömmlicher CT-Technik.
Die neue Photon-Counting-CT-Technik verspricht bis zu 45 % weniger Strahlendosis â ein entscheidender Vorteil fĂŒr Kinder und chronisch Kranke. Erfahren Sie in unserem Leitfaden, wie Sie diese Technologie in Ihrer Abteilung einfĂŒhren und welche Systeme sich fĂŒr Ihren Einkauf lohnen. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern
PrÀzisionsdiagnostik in der Kardiologie
Ein weiterer Schwerpunkt fĂŒr den Einsatz der Photon-Counting-Technologie zeigt sich in der Herzdiagnostik. Das Elisabeth-Krankenhaus Essen setzt diese Technik ein, um insbesondere die HerzkranzgefĂ€Ăe mit hoher Genauigkeit darzustellen. Die dortige Anwendung ermöglicht eine Schichtdicke von bis zu 0,2 mm, was eine detaillierte Beurteilung kleinster GefĂ€Ăstrukturen erlaubt.
FĂŒr den Standort in Essen ist eine hohe Auslastung des Systems vorgesehen. JĂ€hrlich sollen dort etwa 5000 Herz-CT-Untersuchungen durchgefĂŒhrt werden. Die Technologie bietet hier den Vorteil, Verkalkungen oder Stents in den GefĂ€Ăen mit weniger Bildartefakten darzustellen, was die diagnostische Sicherheit bei der Bewertung von Verengungen der HerzkranzgefĂ€Ăe erhöht.
Technologische Einordnung und klinischer Mehrwert
Die Photon-Counting-Technologie markiert einen Paradigmenwechsel in der Schichtbildaufnahme. WĂ€hrend konventionelle CT-Detektoren die Röntgenstrahlung zunĂ€chst in sichtbares Licht umwandeln mĂŒssen, bevor ein messbares Signal entsteht, zĂ€hlen Photon-Counting-Detektoren jedes einzelne Photon direkt.
Konventionelle CT-Systeme stoĂen bei der Bildauflösung an Grenzen â Photon-Counting-Detektoren zĂ€hlen jedes Photon direkt und liefern feinste Strukturen. Unser Vergleich hilft Ihnen, die richtige Entscheidung fĂŒr Ihre Klinik zu treffen. CT-Systeme vergleichen â Leitfaden sichern
Fachleute beobachten durch diesen Prozess eine signifikante Steigerung des Kontrast-Rausch-VerhĂ€ltnisses. In der klinischen Praxis bedeutet dies, dass krankhafte VerĂ€nderungen frĂŒher oder deutlicher erkannt werden können, ohne dass dafĂŒr die Strahlenexposition fĂŒr den Patienten erhöht werden muss.
Die nun im September 2026 dokumentierten Inbetriebnahmen in Cottbus und Essen unterstreichen den Trend zur Etablierung dieser hochauflösenden Verfahren in der deutschen Krankenhauslandschaft, wobei sowohl die Sicherheit der Patienten durch Dosisreduktion als auch die diagnostische PrÀzision durch höhere Ortsauflösung im Vordergrund stehen.
