Physiotherapie-Umbruch, Manuelle

Physiotherapie-Umbruch: Manuelle Therapie bricht um 92% ein

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 01:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Versicherungsdaten zeigen in Südkorea weniger manuelle Therapien, mehr Hydrojet-Behandlungen und steigende Physiotherapieausgaben im August 2026.

Südkorea: Physiotherapie-Ausgaben steigen trotz Einbruch manueller Therapie
Ein minimalistischer, heller Krankenhausflur in Südkorea bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle Auswertungen aus Versicherungsdaten zeigen einen deutlichen Umbruch bei physiotherapeutischen Leistungen in Südkorea. Nach verschärften regulatorischen Maßnahmen gegen manuelle Therapieformen registrieren fünf große Versicherer – Meritz, Hanwha, Samsung, Hyundai und DB – Berichten zufolge eine Verdreifachung der Ansprüche für Wirbelsäuleninjektionen. Gleichzeitig brechen die Antragszahlen für klassische manuelle Therapien massiv ein, während andere Behandlungsformen deutlich zulegen.

Massiver Einbruch bei manueller Therapie

Laut Unterlagen der fünf Versicherer, die dem Abgeordneten Kim Yoon vorliegen, gingen die Anträge für manuelle Therapien im August 2026 auf 45.735 Fälle zurück – gegenüber 555.204 Fällen im August 2025 entspricht das einem Rückgang von 92 Prozent.

Die damit verbundene Schadenssumme brach im selben Zeitraum von 48,14 Milliarden KRW auf 1,934 Milliarden KRW ein, ein Minus von 96 Prozent. Auch die durchschnittliche Rechnung pro Behandlung sank von 86.643 KRW auf 42.281 KRW.

Hintergrund dieser Entwicklung sind laut den Berichten verschärfte regulatorische Vorgaben, die manuelle Therapieformen einschränken. Als Management-Leistung eingestuft, wird manuelle Therapie inzwischen mit 43.850 KRW pro Sitzung vergütet, wobei Patienten einen Eigenanteil von 95 Prozent tragen – ein Faktor, der die Nachfrage nach dieser Behandlungsform offenbar erheblich gedämpft hat.

Ausweichbewegungen zu anderen Therapieformen

Während manuelle Therapie einbricht, verzeichnen andere Behandlungsformen einen spürbaren Zuwachs. Die Anträge für Hydrojet-Therapie, eine Form der Kältetherapie, stiegen im August 2026 auf 218.074 Fälle gegenüber 142.924 im August 2025 – ein Plus von 53 Prozent.

Die damit verbundene Schadenssumme wuchs von 4,553 Milliarden KRW auf 14,465 Milliarden KRW, ein Anstieg von 218 Prozent. Auch die Durchschnittsrechnung pro Sitzung stieg deutlich, von 31.885 KRW auf 66.330 KRW.

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Insgesamt summierten sich die Ausgaben für Physiotherapie im August 2026 auf 29,28 Milliarden KRW, gegenüber 20,841 Milliarden KRW im Vorjahreszeitraum – ein Anstieg von 41 Prozent.

Die Zahlen deuten darauf hin, dass Patienten und Behandler auf die Einschränkungen bei manueller Therapie mit einer Verschiebung zu alternativen, offenbar kostenintensiveren Leistungen reagieren, darunter auch Wirbelsäuleninjektionen, deren Ansprüche sich Berichten zufolge verdreifacht haben.

Widerstand aus der Ärzteschaft

Die verschärfte Regulierung stößt auf Widerstand. Die Ärztekammer plant, am 22. September eine Verfassungsbeschwerde gegen die Regelung einzureichen. Damit dürfte die Auseinandersetzung um die künftige Ausgestaltung der Vergütungsregeln für manuelle Therapie in eine neue Phase treten.

Einordnung

Die vorliegenden Daten zeichnen das Bild eines Versorgungssystems im Umbau: Regulatorische Eingriffe in eine etablierte Behandlungsform verändern binnen eines Jahres messbar das Verhalten von Patienten und Anbietern.

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Nicht die Regulierung selbst ist das Problem, sondern die Geschwindigkeit: Binnen zwölf Monaten verschiebt sich die Nachfrage zu teureren Alternativ-Leistungen, während klassische Positionen einbrechen. Wer jetzt fünf margenstarke Alternativ-Leistungen in sein Portfolio aufnimmt, ist auf die nächste Erstattungs-Welle vorbereitet, statt ihr hinterherzulaufen. 5 Alternativ-Leistungen mit höherer Marge jetzt sichern

Ob sich die beobachtete Verschiebung hin zu Hydrojet-Therapie und Wirbelsäuleninjektionen als dauerhafter Trend verstetigt oder durch die anstehende juristische Auseinandersetzung der Ärztekammer wieder korrigiert wird, dürfte sich erst in den kommenden Monaten zeigen.

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