Feuerschuppige, Saftling

Der Feuerschuppige Saftling ist weltweit gefÀhrdet

27.03.2025 - 13:04:07

Pilze haben oft fantastische Namen und eine wichtige Aufgabe im Ökosystem. Sie zersetzen etwa Holz oder Laub im Wald und halten den NĂ€hrstoffkreislauf in Gang. Vielen Arten geht es nicht gut.

NaturschĂŒtzer haben fast 500 Pilzarten erstmals auf ihre Verbreitung hin untersucht und kommen zu ernĂŒchternden Ergebnissen: mehr als 100 davon sind gefĂ€hrdet. Neu hebt die Weltnaturschutzunion (IUCN) auch den Feuerschuppigen Saftling (Hygrocybe intermedia) auf die Rote Liste der weltweit bedrohten Arten, in der Kategorie «gefĂ€hrdet». 

Der Pilz hat seinen Namen wegen des scharlach- bis orangerot gefĂ€rbten Hutes. Der Hut erreicht bis zu fĂŒnf Zentimetern Durchmesser. Der Feuerschuppige Saftling kommt unter anderem im Taunus und in Sachsen vor, wenn auch selten. In Deutschland ist er bereits als gefĂ€hrdet eingestuft. Er steht unter besonderem Schutz, wie Pilz-Forscher Alexander Karich von der UniversitĂ€t Dresden sagt. Der Wiesenpilz leide, weil sein Lebensraum durch immer neue Wohn-, Industrie- und AgrarflĂ€chen schrumpfe. Zudem setzten ihm NĂ€hrstoffe zu, die zum Beispiel aus landwirtschaftlichen FlĂ€chen ablaufen. 

Die unbesungenen Helden

Viele Pilzarten in anderen Weltregionen sind nach Angaben der IUCN durch Abholzungen gefĂ€hrdet. «Pilze sind die unbesungenen Helden des Lebens auf der Erde, die die Grundlage gesunder Ökosysteme bilden», sagte IUCN-Generaldirektorin Grethel Aguilar. Pilze gelten als «ErnĂ€hrer des Waldes», wie der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) schreibt. Sie zersetzten unter anderem Holz, BlĂ€tter und FrĂŒchte und fĂŒhren die NĂ€hrstoffe in den Boden zurĂŒck, wo sie Pflanzen und Tieren erneut zur VerfĂŒgung stehen. 

Insgesamt hat die IUCN nun rund 1.300 der 155.000 bekannten Pilzarten beurteilt. Ein Drittel von ihnen sind gefÀhrdet.

@ dpa.de