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PISA 2025: Deutsche Schüler erreichen historischen Tiefstand

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 23:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die PISA-Erhebung 2025 zeigt sinkende Leistungen in Deutschland, wachsende Bildungsunterschiede und Forderungen nach strukturellen Schulreformen.

PISA 2025: Deutschlands Schüler fallen in allen Bereichen zurück
Ein leerer, sonnendurchfluteter Klassenraum mit leeren Schulbänken und einer leeren Tafel. Illustration mit AI erstellt.

Die im September 2026 vorgestellten Ergebnisse der PISA-Studie 2025 offenbaren für das deutsche Bildungssystem einen historischen Tiefstand. Vor dem Hintergrund sinkender Kompetenzwerte in den Kernbereichen Naturwissenschaften, Lesen und Mathematik ist eine intensive Debatte über die Ursachen und die künftige Ausrichtung der Bildungspolitik entbrannt. Im Zentrum stehen dabei sowohl die Verantwortung des Elternhauses als auch tiefgreifende strukturelle Probleme innerhalb des Schulsystems.

Historischer Tiefstand in den Kernkompetenzen

Die Erhebung für das Jahr 2025, an der in Deutschland rund 6.700 Jugendliche an etwa 250 Schulen teilnahmen, weist in allen untersuchten Bereichen rückläufige Werte aus.

In den Naturwissenschaften erreichte Deutschland 486 Punkte, im Vergleich zu 492 Punkten im Jahr 2022. Deutlicher fielen die Rückgänge in der Lesekompetenz (von 480 auf 465 Punkte) und in der Mathematik (von 475 auf 464 Punkte) aus. Damit liegt das Leistungsniveau unter dem des Jahres 2000.

Besonders besorgniserregend bewerten Beobachter den Anteil der Schüler, die keine sicheren Basiskompetenzen erreichen. Demnach fehlt rund einem Drittel der 15-Jährigen das notwendige Grundwissen in Lesen und Mathematik, in den Naturwissenschaften ist es jeder vierte Jugendliche.

Zudem hat sich die Schere zwischen privilegierten und benachteiligten Schülern weiter geöffnet: In den Naturwissenschaften beträgt dieser Abstand in Deutschland 125 Punkte, während der OECD-Schnitt bei 85 Punkten liegt.

Kontroversen über elterliche Verantwortung und staatliche Aufgaben

Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) übte im Zusammenhang mit den Ergebnissen deutliche Kritik an einer ihrer Ansicht nach zu niedrigen Bildungsaspiration deutscher Eltern. Sie beklagte ein verbreitetes Desinteresse am schulischen Erfolg der Kinder und forderte zudem eine Altersbeschränkung für soziale Medien.

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Unterstützung erhielt diese Position von Bundeskanzler Friedrich Merz, der betonte, Bildung könne nicht vollständig an den Staat ausgegliedert werden; Familien müssten ihre Verantwortung wieder stärker wahrnehmen. Auch der Berliner Landeselternsprecher verwies darauf, dass eine aktive Mitwirkung der Eltern entscheidend für den Lernerfolg sei.

Dieser Fokus auf das Elternhaus stieß auf Widerspruch bei Lehrerverbänden und der Opposition. Janine Wissler (Linke) und Ricarda Lang (Grüne) kritisierten die Aussagen der Ministerin.

Tomi Neckov, Chef des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), bezeichnete die Bildungsungleichheit als ein strukturelles Problem. Er warnte davor, die Verantwortung einseitig den Eltern zuzuschieben, während gleichzeitig Einsparungen beim Kinderzuschlag und beim Unterhaltsvorschuss vorgenommen würden. Der sozioökonomische Status bleibe der wichtigste Faktor für den Schulerfolg.

Experten fordern Reformen und adaptive Lehrkonzepte

Bildungsforscher sehen die Ursachen für die negative Entwicklung in einem langjährigen Reformstau. Andreas Schleicher, Bildungsdirektor der OECD, wies darauf hin, dass die Leistungskurve in Deutschland bereits seit 2010 beständig falle.

Migration sei dabei nur ein kleiner Teil der Ursache; vielmehr müssten Schulen lernen, Wissen kritisch zu hinterfragen, statt lediglich Wissen abzuprüfen. Erfolgreiche Systeme wie in Estland oder Kanada setzten auf die Entwicklung von Talenten statt auf frühe Selektion.

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Wissenschaftlerinnen der Universität Potsdam fordern zudem methodische Änderungen. So plädierte Hanna Dumont für einen adaptiven Unterricht, der auf persönliche Lernvoraussetzungen reagiert, während Rebecca Lazarides auf die seit Jahren sinkende Lernfreude deutscher Schüler hinwies.

Ein weiterer Faktor ist die zunehmende Digitalisierung: Erstmals gaben rund 50 Prozent der Schüler an, wöchentlich KI-Chatbots zum Lernen zu nutzen. Experten warnen jedoch, dass eine unreflektierte Nutzung dieser Werkzeuge die Lernleistung eher schwächen als stärken könne.

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