Play, Store

Play Store ab 30. Juni: Google senkt Gebühren auf 10 Prozent

27.06.2026 - 21:42:27 | boerse-global.de

Microsoft erzwingt Android 15 für Intune, Google öffnet Play Store für alternative Bezahlsysteme. Android 17 startet mit Risiken.

Android-Update-Zwang: Microsoft Intune und Google Play-Revolution
Play - Eine Hand hält ein Smartphone mit App-Icons vor digitalem Code und Grafiken, symbolisiert App-Verwaltung und Finanzänderungen. 27.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Google verschärft die Vorgaben für Unternehmen und Entwickler – und bereitet den Weg für alternative Bezahlsysteme.

Der Juni 2026 bringt weitreichende Veränderungen für das Android-Universum. Während Microsofts Intune-App eine Mindestversion erzwingt, lockert Google die Regeln für App-Store-Zahlungen. Gleichzeitig rollt Android 17 aus, und Sicherheitsfunktionen wie Samsungs Auto Blocker und Googles SafetyCore setzen neue Maßstäbe.

Microsoft zwingt Unternehmen zum Update

Wer Intune nutzt, muss auf Android 15 umsteigen – sonst droht der Ausschluss.

Microsoft hat eine harte Grenze gezogen: Die Intune-Verwaltungsapp benötigt ab sofort Version 2025.11.01 oder höher. Hintergrund ist die Kompatibilität mit Android 15 (API 35). Verpassen Unternehmen dieses Update, drohen Anmeldefehler oder sogar die vollständige Sperrung des Dienstes für Endnutzer.

Administratoren sollten daher umgehend den Gerätebestand prüfen und die Belegschaft über die nötigen Schritte informieren. Auch Entwickler firmeninterner Anwendungen sind gefordert: Sie müssen das Intune App SDK in Version 11.0.0 oder neuer integrieren. Die neue Härte folgt auf die Einführung von Conditional-Launch-Konfigurationen, die den Gerätezugriff an die App-Version knüpfen.

Milliardengeschäft: Google öffnet den Play Store

Ab dem 30. Juni 2026 dürfen Entwickler in den USA, Großbritannien und dem EWR alternative Bezahlsysteme anbieten.

Das ist eine kleine Revolution. Bislang war Googles hauseigenes Abrechnungssystem Pflicht – und die 30-Prozent-Provisionsgebühr ein Dauerärgernis für Entwickler. Nun ändert Google die Spielregeln. Die neue Gebührenstruktur sieht vor:

  • 10 Prozent auf die ersten eine Million Euro Jahresumsatz
  • 20 Prozent für Neukunden oberhalb dieser Schwelle
  • 25 Prozent für Bestandskunden oberhalb der Schwelle

Der Rollout erfolgt gestaffelt. Nach dem Start in den Westmärkten folgt Australien am 30. September 2026. Japan und Südkorea sind für den 31. Dezember 2026 vorgesehen. Die meisten anderen Regionen sollen bis Ende September 2027 folgen.

Für europäische Entwickler ist das eine gute Nachricht: Der Druck des Digital Markets Acts zeigt Wirkung. Google kommt den Forderungen nach mehr Wettbewerb nach – wenn auch schrittweise.

Android 17: Start mit Hürden

Pixel-Besitzer bekommen das Update – doch Beta-Tester müssen aufpassen.

Google hat mit der Auslieferung von Android 17 begonnen. Los geht es mit dem Pixel 6 und allen neueren Modellen. Erste Tests zeigen: Auf dem Pixel 9 starten Apps spürbar schneller, das Scrollen läuft flüssiger. Bei älteren Geräten fallen die Verbesserungen je nach Modell unterschiedlich aus. Wichtig zu wissen: Die volle Systemoptimierung kann 24 bis 48 Stunden dauern.

Anzeige

Ein veraltetes Smartphone oder eine fehlerhafte Systemaktualisierung können die Sicherheit Ihrer Daten massiv gefährden. Dieser kostenlose PDF-Ratgeber zeigt Ihnen in 5 einfachen Schritten, wie Sie mit den richtigen Android-Updates Malware und Datenverlust dauerhaft verhindern. Kostenlosen Android-Update-Guide jetzt herunterladen

Vorsicht für Beta-Tester: Wer aktuell Android 17 Beta 4.1 nutzt, sollte keine neuen Play-System-Updates installieren. Sonst droht beim Wechsel auf die stabile Version ein Datenverlust – ein Zurücksetzen ohne vollständiges Löschen ist dann nicht mehr möglich. Google arbeitet an einem OTA-Fix für dieses Problem. Die stabile Version von Android 17 QPR1 wird für September 2026 erwartet.

Sicherheitsoffensive: Samsung und Google ziehen an

Zwei große Player liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen bei den Sicherheitsfunktionen.

Samsung hat am 25. Juni das System-Update 34 für das Galaxy S24 veröffentlicht. Es enthält das Android-Sicherheitsupdate vom Juni 2026. Für das Galaxy S23 hebt der Hersteller besonders den Auto Blocker hervor: Das Tool verhindert die Installation nicht autorisierter Software und schützt vor Schadsoftware in Bildern. Zudem kündigte Samsung an, noch 2026 die Nutzung von Drittanbieter-App-Stores zu erlauben.

Parallel dazu hat Google SafetyCore (com.google.android.safetycore) eingeführt. Das Tool scannt auf dem Gerät eingehende Nachrichten in Google Messages auf sensible Inhalte wie Nacktheit. Die Verarbeitung erfolgt lokal – ein wichtiger Datenschutzaspekt. Für Minderjährige ist die Funktion standardmäßig aktiviert, Erwachsene müssen sie bewusst einschalten.

Anzeige

Ob Sicherheits-Updates oder integrierte Schutz-Tools – die Absicherung Ihres Android-Geräts gegen Hacker und Viren ist heute wichtiger denn je. IT-Experten empfehlen diese 5 einfachen Schutzmaßnahmen, um Online-Banking, WhatsApp und PayPal auf dem Smartphone endlich sicher zu nutzen. Gratis-Ratgeber: 5 Schutzmaßnahmen für Android anfordern

Neue Apps und praktische Helfer

Google Finance kommt exklusiv für Android – und die Nachrichten-App bekommt ein Update.

Google hat überraschend eine eigenständige Google-Finance-App veröffentlicht – und zwar nur für Android. Die App bietet ein übersichtliches Dashboard für Aktien, Fonds und Kryptowährungen, inklusive KI-gestützter Analysetools. Eine iOS-Version gibt es nicht. Das ist ungewöhnlich für Google, das seine Dienste meist plattformübergreifend anbietet.

Ebenfalls am 25. Juni erschien Solid Explorer File Manager in Version 3.4.10. Das Update behebt spezifische Zugriffsprobleme unter Android. Und Google testet in der Beta von Google Messages eine neue Funktion: das gleichzeitige Weiterleiten mehrerer Nachrichten. Eine Vorschauleiste und ein verbessertes Auswahlmenü sollen die Verwaltung von Texten und Bildern erleichtern.

Fazit: Der Juni 2026 ist ein Monat der Weichenstellungen. Unternehmen müssen handeln, Entwickler bekommen neue Freiheiten – und Nutzer profitieren von mehr Sicherheit und neuen Funktionen. Die Frage ist nur: Wer zieht mit – und wer bleibt auf der Strecke?

de | wissenschaft | 69642153 |