PMDS, Vagusnervstimulation

PMDS: Vagusnervstimulation lindert schwere Menstruationsbeschwerden

Veröffentlicht am: 29.06.2026 um 16:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Studien zu PMDS, seltenen Tumoren und Immuntherapien zeigen Fortschritte in der Frauengesundheit. Neue CRISPR-Methode gegen Krebs.
Abstrakte Darstellung von neuralen Pfaden und GehirnaktivitÀt, die Forschung und Fortschritt in der Frauengesundheit symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Gleich mehrere Auszeichnungen und Studien aus dem ersten Halbjahr 2026 zeigen: Bei PMDS, seltenen Autoimmunerkrankungen und gynÀkologischen Tumoren tut sich was.

Neue Hoffnung bei schwerem PMS

Die PrÀmenstruelle dysphorische Störung (PMDS) ist die extreme Form des prÀmenstruellen Syndroms. Betroffene leiden unter massiven psychischen und körperlichen Beschwerden. Eine vielversprechende Therapie könnte jetzt Abhilfe schaffen.

Dr. Maria KĂŒhne von der UniversitĂ€tsklinik fĂŒr Neurologie Magdeburg erhielt heute einen mit 7.500 Euro dotierten Nachwuchsforschungspreis. Ihre Studie EVA-Stim untersucht, ob eine nicht-invasive Stimulation des Vagusnervs ĂŒber das Ohr die Symptome lindern kann. Die sogenannte transkutane aurikulĂ€re Vagusnervstimulation könnte eine nebenwirkungsarme Alternative zu Medikamenten werden.

PrĂ€zise Diagnostik fĂŒr seltene Tumore

Auch in der Krebsforschung gibt es Fortschritte. Dr. Felix Kommoss vom UniversitĂ€tsklinikum Heidelberg bekam Ende Mai in Augsburg den Rudolf-Virchow-Preis – dotiert mit 5.000 Euro. Seine in Nature Communications veröffentlichte Arbeit entschlĂŒsselt das DICER1-TumorprĂ€dispositionssyndrom.

Durch die Identifizierung spezifischer VorlĂ€uferzellen konnte der Ursprung dieser seltenen Tumorentwicklungen geklĂ€rt werden. Das ist ein wichtiger Schritt fĂŒr zielgerichtete Diagnostikverfahren bei erblichen Krebssyndromen, die oft schon im jungen Alter auftreten.

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Immuntherapie gegen gynÀkologische Tumore

Die Immunonkologie macht ebenfalls Fortschritte. Prof. Dr. J.R. Kroep von der UniversitÀt Leiden stellte in ihrer Antrittsvorlesung im Juni neue AnsÀtze vor: Die Immuntherapie soll das körpereigene Abwehrsystem gezielt gegen bösartige ZellverÀnderungen im weiblichen Genitaltrakt aktivieren.

Parallel dazu rĂŒckt eine seltene Autoimmunerkrankung in den Fokus. Zum Welttag der Systemischen Sklerose am 29. Juni machte die Klinik Hietzing in Wien auf die Situation der Patienten aufmerksam. In Österreich sind schĂ€tzungsweise 1.500 bis 2.000 Menschen betroffen, Frauen viermal hĂ€ufiger als MĂ€nner. Die Klinik dokumentierte eine erfolgreiche Off-Label-Behandlung.

CRISPR 2.0 – PrĂ€zisionswerkzeug fĂŒr die KrebsbekĂ€mpfung

Die molekularbiologische Forschung liefert neue Waffen gegen Krebs. Ein internationales Team stellte in der Fachzeitschrift Nature das CRISPR-Werkzeug Cas12a2 vor. Im Gegensatz zu bisherigen Systemen schneidet es nach einer RNA-Aktivierung unspezifisch DNA. Das könnte genutzt werden, um virusinfizierte Zellen oder Krebszellen gezielt zu eliminieren.

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Vorsorge lohnt sich

Eine Ende Juni veröffentlichte Analyse deutscher Hausarztpraxen zeigt: Strukturierte Gesundheits-Check-ups wie der Check-up 35 helfen, Risiken frĂŒh zu erkennen. Der Nutzen der Basisvorsorge ist signifikant.

Auch gesellschaftlich gewinnt das Thema an Aufmerksamkeit. Die Fotografin Sofia Kröplin dokumentiert in einem Langzeitprojekt die physischen und psychischen Folgen von Brustkrebsdiagnosen. Ihre Ausstellung ist vom 24. bis 27. September 2026 in Berlin geplant. Die Philosophin Manon Garcia wiederum analysiert in ihren aktuellen Publikationen die gesellschaftliche Wahrnehmung und Banalisierung von Gewalt gegen Frauen.

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