Polar-Patent, Smartwatch-Patch

Polar-Patent: Smartwatch-Patch soll Glukose, Laktat und Cortisol messen

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 14:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Konzept soll Glukose, Laktat und Cortisol im Schweiß erfassen; eine Markteinführung ist bislang offen.
Ein hochdetailliertes, steriles Labor-Umgebungsbild mit einem filigranen Sensorelement auf einem glatten Labortisch. Illustration mit AI erstellt.

Das Unternehmen Polar hat ein Patent für einen neuartigen Sensor-Patch angemeldet, der die Datenerfassung bei Smartwatches erweitern soll. Wie das Portal gadgetsandwearables.com in einem Bericht vom 5. November 2026 darlegt, wird das Modul als austauschbare Zwischenschicht konzipiert, die direkt zwischen der Unterseite der Uhr und der Haut aufliegt. Ziel der Entwicklung ist die nicht-invasive Erfassung bestimmter Biomarker im menschlichen Schweiß.

Analyse von Glukose, Laktat und Cortisol per SPR-Technik

Die technische Grundlage des von Polar beschriebenen Patents bildet die sogenannte Oberflächenplasmonenresonanz (SPR). Über dieses Messprinzip soll der Patch in der Lage sein, drei spezifische Substanzen im Schweiß zu analysieren: Glukose, Laktat und Cortisol.

Um eine längerfristige Nutzung zu ermöglichen, ist der Sensor-Patch mit mehreren Sensorelementen für jede der zu messenden Einzelsubstanzen ausgestattet. Die Smartwatch übernimmt dabei die Steuerung und Überwachung des Systems: Sie verfolgt den sukzessiven Verbrauch der einzelnen Sensorelemente nach und erinnert die Träger rechtzeitig an den notwendigen Wechsel des Patches.

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Freie Sicht für Herzfrequenzsensoren und künstliche Schweißanregung

Bei der mechanischen Konstruktion berücksichtigt das Patent die bestehenden Funktionen moderner Smartwatches. In der Mitte des Sensor-Patches befindet sich eine Aussparung. Durch diese Öffnung können die optischen Sensoren der Uhr weiterhin ungehindert auf die Hautpartie zugreifen, sodass die klassische optische Herzfrequenzmessung parallel und ohne Einschränkungen weiterläuft.

Zudem adressiert die Schutzschrift ein grundlegendes Problem schweißbasierter Messverfahren: das Ausbleiben von Transpiration in Ruhephasen oder bei kühleren Temperaturen.

Für den Fall, dass nicht ausreichend Schweiß für eine verlässliche Analyse vorhanden ist, verfügt der Patch über einen Mechanismus zur lokalen Stimulation. Über eine elektrische Aktivierung von Pilocarpin kann das System gezielt eine lokale Schweißproduktion an der Kontaktstelle auslösen.

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Ungewisse Kommerzialisierung und medizinische Einordnung

Trotz der Erfassung physiologischer Werte stellt der Sensor-Patch laut den Unterlagen keinen vollwertigen Ersatz für eine kontinuierliche Glukosemessung im Blut dar, wie sie etwa im Rahmen einer Diabetestherapie erforderlich ist.

Ebenso bleibt offen, ob und in welchem zeitlichen Rahmen das Konzept Einzug in Serienprodukte halten wird. Aus der reinen Patentanmeldung lässt sich noch keine verbindliche Markteinführung ableiten; die tatsächliche Kommerzialisierung der Technologie gilt derzeit als ungewiss.

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