Polda Jatim deckt Kontohandel auf: 647 WhatsApp-Accounts verkauft
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 22:54 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Regionalpolizei von Ostjava, die Polda Jatim, hat ein organisiertes Netzwerk aufgedeckt, das illegal mit WhatsApp- und Telegram-Konten handelte, um Aktivitäten rund um das Online-Glücksspiel zu ermöglichen. Wie die Behörden in Berichten vom 30. Oktober 2026 bekannt gaben, richtet sich das Verfahren gegen einen Verdächtigen mit den Initialen DS aus Krian im Regierungsbezirk Sidoarjo, der bereits seit dem Jahr 2023 aktiv gewesen sein soll.
Massenhafte Registrierungen und Verbindungen ins Ausland
Den polizeilichen Ermittlungen zufolge beschaffte sich DS fremde Identitäts- und Familiendaten, konkret Nummern der nationalen Identitätskarte (NIK) sowie Familienkarten (KK), um damit SIM-Karten missbräuchlich zu registrieren.
Anschließend veräußerte er erstellte WhatsApp-Accounts für IDR 500–5.000 sowie Telegram-Accounts für IDR 1.000–3.000 pro Stück weiter. Von 2023 bis zum Oktober 2025 erzielte der Verdächtige mit diesem Geschäftsmodell nach Behördenangaben einen Gewinn von rund IDR 100 Mio.
Ab November 2025 professionalisierte DS seine Vorgehensweise weiter. Er setzte die Werbesoftware sengmanda.com für den Massenversand von Nachrichten über WhatsApp ein, um gezielt Angebote für Online-Glücksspiele zu verbreiten.
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Die Ermittler sehen zudem eine mutmaßliche Verbindung zu einem Glücksspielnetzwerk in Kambodscha; das gesamte erfasste Transaktionsvolumen beläuft sich nach Angaben der Ermittler auf Rp 1 Mrd. Für den 5. August 2026 dokumentierte die Polizei den Zukauf vorregistrierter SIM-Karten durch den Verdächtigen.
Eine einzelne dokumentierte Transaktion umfasste dabei den Verkauf von 647 WhatsApp-Accounts an den Telegram-Nutzer @kirimorderang unter dem Konto tehkyu zu einem Preis von circa Rp 600 pro Account.
Beschlagnahmte Hardware und drohende Haftstrafen
Bei den Maßnahmen stellten die Einsatzkräfte umfangreiche Beweismittel sicher, darunter einen PC, 13 Mobiltelefone sowie rund 6.000 SIM-Karten der Anbieter XL, Axis und By.U. Der stellvertretende Leiter der Cybercrime-Direktion (Wadirresiber), AKBP Daniel Somanonasa Marunduri, sowie der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit (Kabid Humas), Kombes Pol Jules Abraham Abast, bestätigten den Fall im Hauptquartier Mapolda Jatim.
Laut Marunduri stammten die missbrauchten Daten aus drei Quellen, die derzeit noch untersucht werden. Der Zugang dazu sei über Konten in sozialen Medien sowie über Telegram erfolgt. Die betroffenen Daten und Aktivitäten verteilten sich nach Angaben von Abast auf die Regionen Jatim, Jawa Tengah, Jawa Barat und Kalimantan. Abast rief die Bürger dazu auf, ihre NIK- und KK-Informationen sorgfältig vor fremdem Zugriff zu schützen.
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DS drohen erhebliche juristische Konsequenzen. Gemäß dem indonesischen Gesetz über elektronische Informationen und Transaktionen (UU ITE) sieht der Strafrahmen laut Marunduri bis zu 12 Jahre Haft oder Geldstrafen von bis zu Rp 12 Mrd vor. Für weitere im Raum stehende Tatbestände drohen bis zu 9 Jahre Haft sowie Geldbußen von Rp 2 Mrd. Für Hinweise aus der Bevölkerung hat die Behörde zudem die Hotline 08811043007 geschaltet.
