Polymyalgia, Secukinumab

Polymyalgia rheumatica: Secukinumab erreicht 41% Remissionsquote

Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 22:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Secukinumab-Studie zeigt hohe Remissionsraten bei PMR und reduziert Kortisonbedarf. Weltweit erste Tests mit dreifach-spezifischem Antikörper gestartet.

Rheuma-Therapie 2026: Neue Antikörper und KI-Forschung im Fokus
Nahaufnahme einer Hand in einem modernen medizinischen Untersuchungsraum, symbolisch für rheumatologische Forschung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Rheumatologie erlebt 2026 einen Umbruch: Neue Wirkstoffe versprechen präzisere Therapien bei entzündlichen Gelenkerkrankungen – und weniger Abhängigkeit von Kortison. Studien liefern vielversprechende Daten.

Secukinumab überzeugt bei Polymyalgia rheumatica

Große Hoffnung setzt die Fachwelt auf Secukinumab. Die Phase-III-Studie REPLENISH zeigt: Der Wirkstoff führt bei Polymyalgia rheumatica (PMR) deutlich häufiger zur Remission als Placebo. Die Ergebnisse erschienen im New England Journal of Medicine und wurden auf dem EULAR-Kongress 2026 vorgestellt.

Nach 52 Wochen erreichten 41,2 Prozent der Patienten in der 300-mg-Gruppe eine anhaltende Remission, in der 150-mg-Gruppe waren es 40,6 Prozent. In der Placebogruppe lag der Wert bei 20,4 Prozent. Besonders beeindruckend: Der Kortisonverbrauch sank deutlich. Patienten unter Secukinumab kamen auf eine kumulative Dosis von rund 1.600 bis 1.680 mg, die Placebogruppe benötigte über 2.090 mg.

Weltpremiere in Minden: Dreifach-spezifischer Antikörper

Am Universitätsklinikum Minden startete die weltweit erste klinische Erprobung eines dreifach-spezifischen Antikörpers bei schwerem Rheuma. Der Wirkstoff OBLENIO soll das Immunsystem gezielter modulieren als bisherige Therapien. Die Phase-1-Studie zielt darauf ab, Autoimmunerkrankungen ursächlich zu behandeln.

Neben Minden beteiligt sich auch die Rheumatologie des Universitätsklinikums Erlangen an der Studie. Die Fachleute erhoffen sich eine deutlich höhere Therapieeffizienz bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen.

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Die große Kortison-Frage

Die Reduktion von Glukokortikoiden bleibt das beherrschende Thema. Allein in Brasilien leben über 15 Millionen Menschen mit rheumatischen Erkrankungen – viele unter Langzeittherapie mit erheblichen Nebenwirkungen. Auf dem 43. Brasilianischen Rheumatologie-Kongress Anfang September in Curitiba steht genau diese Frage im Mittelpunkt: Wie lässt sich die medikamentöse Belastung senken, ohne schwere Infektionen zu riskieren?

KI-Forschung gegen Arthrose

Auch bei degenerativen Gelenkerkrankungen tut sich etwas. Forscher der University of Utah Health identifizierten per KI-Analyse und Genetik den Wirkstoffkandidaten M04. Er hemmt das Enzym WNK2 und verhindert in Zellmodellen typische arthrotische Veränderungen. Tier- oder Humanstudien stehen zwar noch aus, doch der Ansatz könnte den Weg zu präventiven Gelenkschutz-Therapien ebnen.

Ein internationales Konsortium mit estnischer Beteiligung entschlüsselte parallel dazu zentrale genetische Mechanismen der Osteoarthritis. Die in Nature Communications veröffentlichten Ergebnisse liefern die biologische Basis für gezieltere Behandlungsstrategien.

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Kortison über Jahre? Bei Polymyalgia rheumatica muss das nicht sein. Neue Wirkstoffe wie Secukinumab zeigen in Studien eine höhere Remissionsrate und weniger Nebenwirkungen. Erfahren Sie in unserem Leitfaden, welche Fragen Sie Ihrem Arzt stellen sollten und welche Therapieoptionen es gibt. Leitfaden für Ihre Therapie-Optionen sichern

Digitale Sprechstunden verkürzen Wartezeiten

Nicht nur die Medikamente verbessern sich, auch der Zugang zur Versorgung. US-Einrichtungen wie CU Anschutz setzen auf eConsults – digitale Konsultationsformate. Das Ergebnis: durchschnittlich 19 Tage weniger Wartezeit, fachärztliche Einschätzungen oft innerhalb von 48 Stunden. Ein Modell, das auch für andere Gesundheitssysteme zunehmend attraktiv wird.

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