Popa-Botnetz, Millionen

Popa-Botnetz: 1,5 bis 2,5 Millionen Android-TV-Boxen gekapert

19.06.2026 - 23:27:47 | boerse-global.de

Ein Botnetz aus bis zu 2,5 Millionen gekaperten Android-TV-Boxen dient als Proxy-Infrastruktur fĂŒr Werbebetrug und Datendiebstahl.

Popa-Botnetz kapert Millionen Android-TV-Boxen als Proxy-Server
Popa-Botnetz - Eine Android TV-Box, umgeben von einem komplexen Netzwerk aus leuchtenden digitalen Linien, die ein Botnet symbolisieren. 19.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Der SchĂ€dling namens „Popa“ macht die GerĂ€te zu geheimen Proxy-Servern – ohne Wissen der Besitzer.

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1,5 bis 2,5 Millionen aktive IPs tÀglich

Die Untersuchungen der Sicherheitsorganisationen Qurium und Synthient zeigen ein erschreckendes Ausmaß: TĂ€glich greift Popa auf einen Pool von 1,5 bis 2,5 Millionen aktiven IP-Adressen zu. Technisch ist das Netzwerk ein Plugin des bekannten „Vo1d“-Botnets.

Die infizierten Android-TV-Boxen stammen meist aus preiswerten Online-KanĂ€len. Sie leiten Datenverkehr von Dritten weiter – fĂŒr Werbebetrug, automatisiertes Datensammeln (Scraping) und die Übernahme von Benutzerkonten.

Laut Analysten von Infoblox zeigten rund 65 Prozent ihrer untersuchten Kundenkontakte bereits Spuren solcher Proxy-Domains. Das Botnetz ist seit etwa vier Jahren aktiv und hat sich zu einer zentralen Infrastruktur fĂŒr die Verschleierung von Online-AktivitĂ€ten entwickelt.

Verbindung zu kommerziellem Proxy-Anbieter

Ein brisanter Punkt: Die Forscher von Synthient fanden Belege, dass der Traffic von NetNut-Kunden direkt ĂŒber die infizierten Popa-GerĂ€te lĂ€uft. NetNut ist eine Tochter der israelischen Firma Alarum Technologies, die an der NASDAQ gelistet ist.

Kritik gibt es an unzureichenden IdentitĂ€tsprĂŒfungen bei der Neukundenaufnahme (Know Your Customer). Das ermöglicht es Kriminellen, die Infrastruktur fĂŒr Ad-Fraud zu nutzen – Werbeanzeigen werden automatisiert abgerufen, um kĂŒnstliche Reichweite zu generieren.

Die NetNut-FĂŒhrung bestreitet die VorwĂŒrfe. Ein Vertreter betonte, das Unternehmen habe keine Kontrolle ĂŒber das Botnetz und weise die Behauptungen einer direkten Verbindung zurĂŒck.

Behörden schlagen zurĂŒck

Die Popa-EnthĂŒllung kommt zu einer Zeit verstĂ€rkter Aktionen gegen Cyber-Infrastrukturen. Google zerschlug kĂŒrzlich das IPIDEA-Botnetz, das ebenfalls Millionen GerĂ€te als Proxy-Server missbrauchte. An diesem Netzwerk sollen staatlich gestĂŒtzte Gruppen beteiligt gewesen sein.

Internationale Behörden fĂŒhrten parallel die „Operation Endgame“ durch. Dabei traf es das SocGholish-Botnetz der russischen Gruppe Evil Corp. Die Aktion: 106 Server beschlagnahmt, rund 15.000 infizierte Websites bereinigt.

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Auch der kanadische Geheimdienst CSIS erhielt neue Befugnisse: Er darf Malware von kompromittierten GerÀten im Inland entfernen, um Proxy-Botnetze zu schwÀchen.

Vorsicht bei billigen Android-TV-Boxen

IT-Sicherheitsfirmen wie Bitdefender warnen zusĂ€tzlich vor Datenschutzrisiken bei Smart-TVs bestimmter Hersteller. Es gibt Hinweise, dass Softwarekomponenten in Heimnetzwerken regelmĂ€ĂŸig Scans durchfĂŒhren und GerĂ€tedaten wie Hostnamen und IP-Adressen an externe Server senden.

China exportierte allein im vergangenen Jahr ĂŒber 100 Millionen TV-GerĂ€te. Experten sehen darin ein wachsendes Risiko fĂŒr private und geschĂ€ftliche Netzwerke.

Verbraucher sollten bei gĂŒnstigen Android-TV-Boxen vorsichtig sein. Sie werden oft mit veralteten Betriebssystemen oder vorinstallierter Schadsoftware ausgeliefert – eine Einladung fĂŒr Botnetze wie Popa.

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