Postoperatives Delir: BundesĂ€rztekammer fordert bessere Reha fĂŒr Ăltere
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 05:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Medizinische Fachkreise mahnen eine verbesserte Versorgung Ă€lterer Patientinnen und Patienten an. Hintergrund sind hĂ€ufig auftretende kognitive Komplikationen nach operativen Eingriffen, insbesondere das postoperative Delir. Der Erhalt von SelbststĂ€ndigkeit und geistiger Verfassung rĂŒckt damit zunehmend in den Fokus von Akutmedizin und Nachsorge.
BundesÀrztekammer fordert Neuausrichtung der Rehabilitation
Die BundesĂ€rztekammer stellte auf einer Fachveranstaltung ein Positionspapier mit dem Titel âReha stĂ€rkt Resilienzâ vor. Darin spricht sich die Organisation fĂŒr eine grundlegende Neuausrichtung der Rehabilitation als tragende SĂ€ule einer krisensicheren Versorgung aus.
Susanne Johna, VizeprĂ€sidentin der BundesĂ€rztekammer, erklĂ€rte dazu, dass Rehabilitation die Betroffenen nach ĂŒberstandenen Erkrankungen wieder handlungsfĂ€hig machen solle. Zudem verlangt die Kammer die explizite Verankerung der Rehabilitation in der Krisenvorsorge.
Das Konzept der BundesÀrztekammer gliedert sich in vier zentrale Handlungsfelder:
- FrĂŒhzeitige Erkennung von Rehabedarfen: Eine Erfassung soll bereits wĂ€hrend der Akutversorgung erfolgen.
Ziel ist es, MaĂnahmen der FrĂŒhrehabilitation schon auf den Akutstationen der KrankenhĂ€user einzuleiten.
- Wohnortnahe Angebote: Gefordert werden bedarfsgerechte, mobile und wohnortnahe Strukturen speziell fĂŒr Ă€ltere Menschen, um PflegebedĂŒrftigkeit abzuwenden und die persönliche SelbststĂ€ndigkeit zu bewahren.
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- Individuelle AnsĂ€tze: FĂŒr geriatrische Patienten mit mehreren Begleiterkrankungen (MultimorbiditĂ€t) sind passgenaue, individuelle Betreuungskonzepte vorgesehen.
- Krisenvorsorge und Kooperation: Die Rehabilitation soll in die nationale Gesundheitsresilienz eingebunden werden. Dies umfasst die StÀrkung von FachkrÀften, eine engere interprofessionelle Zusammenarbeit sowie den Ausbau von Traumarehabilitation und Katastrophenschutz.
Koordinierte Pflege und geriatrische Tageskliniken in der Praxis
Um funktionelle und kognitive EinbuĂen bei Ă€lteren Menschen nach Akutereignissen zu minimieren, erproben medizinische Einrichtungen verschiedene Versorgungsmodelle. Am Kreiskrankenhaus Demmin ĂŒbernimmt Martin Rumi seit dem 12. Oktober 2026 als erster âGeri Nurseâ in Mecklenburg-Vorpommern eine koordinierende Funktion.
Seine Aufgabe besteht darin, das Zusammenspiel zwischen Ărzteschaft, Pflegepersonal und Therapeuten zu steuern. Das Programm schlieĂt Physiotherapie und psychologische Betreuung ein, um Senioren nach erlittenen Verletzungen die RĂŒckkehr in das vertraute hĂ€usliche Umfeld zu ermöglichen.
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Ein weiteres Modell stellt die teilstationĂ€re geriatrische Behandlung dar. Das WĂŒrzburger Zentrum fĂŒr Altersmedizin (ZAM) verfĂŒgt ĂŒber eine KapazitĂ€t von 20 PlĂ€tzen in seiner Tagesklinik und betreute bislang mehr als 200 Patientinnen und Patienten. Das durchschnittliche Alter der Behandelten liegt bei 84 Jahren.
Das Behandlungsregime erstreckt sich ĂŒber einen Zeitraum von 15 Tagen jeweils von 8 bis 15 Uhr. Der Zugang erfolgt niedrigschwellig: Niedergelassene HausĂ€rzte können Einweisungen vornehmen, ohne dass im Vorfeld ein aufwendiges Antragsverfahren durchlaufen werden muss.
