Powerlifting mit 65: Martine Barons holt ihren dritten AWPC-Weltmeistertitel
Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 10:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aktuelle Porträts und Berichte thematisieren Frauen, die durch gezieltes Krafttraining und strukturierte Fitnessroutinen in der Lebensmitte oder im Seniorenalter beachtliche körperliche Fortschritte verzeichnen.
Entgegen der weit verbreiteten Annahme, dass intensives Training mit Gewichten vor allem jüngeren Altersgruppen vorbehalten sei, zeigen individuelle Erfahrungsberichte, dass Muskelaufbau und funktionelle Fitness auch jenseits des sechzigsten Lebensjahres gelingen und die Lebensqualität spürbar verbessern können.
Schmerzfreiheit und Vitalität durch regelmäßige Routinen
Dass ein Neueinstieg im fortgeschrittenen Alter erhebliche gesundheitliche Verbesserungen ermöglichen kann, zeigt der Fall von Kalavati Thakur. Nach dem Tod ihres Bruders während der Pandemie war ihr Körpergewicht von 60 auf 79 Kilogramm angestiegen. Zusammen mit der Zunahme stellten sich Knieschmerzen, Angstzustände und ein Prädiabetes ein.
Durch eine grundlegende Umstellung reduzierte sie ihr Gewicht im Verlauf von rund einem Jahr um 18 Kilogramm. Ihr Sohn berichtete, dass sie in den vergangenen anderthalb Jahren täglich trainiert habe. Im Alter von 61 Jahren leidet sie nicht mehr unter Knieschmerzen und bewältigt ihren Alltag deutlich aktiver.
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Eine vergleichbare Entwicklung absolvierte Emmie Sanh, die im Alter von 68 Jahren mit einem zwölfwöchigen Online-Programm begann, das Krafttraining mit Ernährungsberatung verband. Im Alter von 71 Jahren trainiert sie nun an fünf Tagen in der Woche mit Gewichten. Ihr Ablauf umfasst drei Einheiten für den Unterkörper sowie zwei für den Oberkörper, die jeweils etwa 90 Minuten in Anspruch nehmen.
Pro Trainingseinheit absolviert sie acht Übungen mit vier bis fünf Sätzen bei acht bis zehn Wiederholungen. Ergänzt wird ihr Programm durch mindestens 20 Minuten Seilspringen an drei Tagen in der Woche sowie ein tägliches Pensum von mindestens 10.000 Schritten. Sie berichtet über spürbar mehr Energie, besseren Schlaf und einen sichtbaren Aufbau von Muskelmasse.
Sportliche Erfolge im Kraftdreikampf
Dass Kraftsport im höheren Alter über die reine Alltagsfitness hinausgehen kann, zeigt die Britin Martine Barons. Die 65-Jährige sicherte sich ihren dritten AWPC-Weltmeistertitel im Powerlifting in der Altersklasse von 65 bis 85 Jahren.
Ihr sportlicher Weg begann vor zweieinhalb Jahren im Anschluss an ein Seminar über körperliche Bewegung in den Wechseljahren. Eine Trainerin brachte ihr damals die Grundlagen des Kreuzhebens bei. Infolge der regelmäßigen Einheiten verbesserten sich Kraft, Beweglichkeit und Körperhaltung.
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Neben dem Erfolg im Wettkampf profitiert sie im Alltag: Sie könne eigenständig schwere Möbel bewegen und problemlos mit ihren Enkeln spielen. Einsteigerinnen empfiehlt sie den Beginn im Fitnessstudio unter Anleitung oder einen behutsamen Einstieg im häuslichen Umfeld mit Widerstandsbändern.
Physiologische Notwendigkeit von Muskelreizen
Hinter diesen Entwicklungen stehen klare körperliche Faktoren. Mit den Wechseljahren geht das Absinken des Östrogenspiegels einher, was den Verlust von Muskelmasse sowie Knochendichte begünstigt und die Fettverteilung verändert. Fehlen gezielte Belastungsreize, baut der Körper bereits ab dem dreißigsten Lebensjahr kontinuierlich Muskelgewebe ab.
Zwei strukturierte Krafttrainingseinheiten pro Woche gelten als wirkungsvolle Basis, um diesem Prozess entgegenzuwirken und die Knochenstruktur zu festigen. Experten werten regelmäßiges Krafttraining für den Erhalt der Funktionsfähigkeit oft als effektiver als reine Ausdauerprogramme.
Neben der schrittweisen Anpassung der Trainingsgewichte spielen eine ausreichende Regeneration und erholsamer Schlaf eine entscheidende Rolle für den langfristigen Trainingserfolg.
