PrÀventionsstrategie: 227 Milliarden Euro Wirtschaftsverlust durch Krankheit
Veröffentlicht am: 16.07.2026 um 22:25 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Bundesgesundheitsministerium hat gemeinsam mit der BundesĂ€rztekammer und dem GKV-Spitzenverband eine weitreichende PrĂ€ventionsstrategie gestartet. Ziel ist es, Krankheiten zu verhindern â statt sie nur zu behandeln. Hintergrund: Deutschland gibt Milliarden fĂŒr Gesundheit aus, liegt bei der Lebenserwartung aber hinter vielen EU-Staaten.
Geplante Check-ups fĂŒr alle Altersgruppen
Das Konzept sieht strukturierte Einladungen zu Gesundheitsuntersuchungen vor. GrundschĂŒler zwischen sieben und acht Jahren sollen zur U10-Untersuchung eingeladen werden, Jugendliche von 12 bis 14 Jahren zur J1-Untersuchung. Die Benachrichtigungen sollen kĂŒnftig digital erfolgen.
Auch fĂŒr Ăltere gibt es Neuerungen. Im Rahmen der Pflegereform ist ein spezieller Check-up fĂŒr Menschen ĂŒber 60 geplant. Hinzu kommt eine verstĂ€rkte Pflegeberatung. ĂrzteprĂ€sident Reinhardt und GKV-Chef Blatt betonten: âPrĂ€vention muss als gesamtgesellschaftliche Daueraufgabe ĂŒber den gesamten Lebenszyklus verstanden werden."
Besonders im Fokus: kleine und mittlere Unternehmen. Mehr als 50 Prozent der BeschĂ€ftigten arbeiten dort â und die betriebliche Gesundheitsförderung soll ausgebaut werden.
Wirtschaftliche Dimension: 227 Milliarden Verlust
Die Zahlen zeigen, warum der Druck steigt. FĂŒr 2025 schĂ€tzt man die Gesundheitsausgaben auf rund 579,5 Milliarden Euro. Die gesetzlichen Krankenkassen gaben zuletzt 734 Millionen Euro fĂŒr gezielte PrĂ€ventionsleistungen aus.
Die PrĂ€ventionsoffensive der Bundesregierung zielt darauf ab, Krankheiten gar nicht erst entstehen zu lassen â mit strukturierten Einladungen zu Check-ups und Ausbau der betrieblichen Gesundheitsförderung. FĂŒr KMU bedeutet das: Wer jetzt handelt, senkt Fehlzeiten und vermeidet ProduktionsausfĂ€lle. Dieser Report liefert die konkrete Checkliste. Jetzt kostenlosen PrĂ€ventions-Report anfordern
Dramatischer sind die AusfÀlle durch Krankheit: 2024 verursachten krankheitsbedingte Fehlzeiten einen Produktionsausfall von 134 Milliarden Euro. Die Bruttowertschöpfung lag um 227 Milliarden Euro niedriger. Besonders psychische Leiden und Muskel-Skelett-Erkrankungen dominieren das Krankheitsgeschehen.
Die Deutsche Krebsgesellschaft hat Mitte Juli ein Konzept fĂŒr ein PrimĂ€rversorgungssystem vorgelegt. HausĂ€rzte sollen gezielt zu Krebsrisikofaktoren geschult werden und enger mit onkologischen FachĂ€rzten zusammenarbeiten. Ein Gesetzentwurf des Gesundheitsministeriums wird fĂŒr den Sommer 2026 erwartet.
Digitalisierung: Aus fĂŒr FaxgerĂ€te bis 2029
Parallel zur PrĂ€ventionsstrategie hat das Bundeskabinett das Gesetz fĂŒr Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG) beschlossen. Ziel: eine jĂ€hrliche Entlastung von rund 445 Millionen Euro.
Die wichtigsten Neuerungen:
Psychische Leiden und Muskel-Skelett-Erkrankungen verursachen in deutschen Unternehmen die höchsten Fehlzeiten â 2024 summierten sich die ProduktionsausfĂ€lle auf 134 Milliarden Euro. Mit einem gezielten PrĂ€ventionsprogramm können Sie diesen Trend umkehren. Der Report zeigt, wie. Fehlzeiten senken â Report jetzt sichern
- Elektronische Ăberweisung: Bis zum 1. September 2029 soll die digitale ArztĂŒberweisung Standard sein.
- Fax-Aus: Die Nutzung von FaxgerÀten im Gesundheitswesen endet bis Herbst 2029.
- ePA-Upgrade: Die elektronische Patientenakte bekommt KI-gestĂŒtzte Befundaufbereitung und eine Terminbuchungsfunktion. Ab Mitte 2027 ist eine integrierte ImpfĂŒbersicht mit automatischen Erinnerungen geplant.
Der GKV-Spitzenverband begrĂŒĂt die digitalen Fortschritte. Der Hartmannbund warnt dagegen vor EinschrĂ€nkungen der Ă€rztlichen Autonomie. Die Telematikinfrastruktur verzeichnete 2025 durchschnittlich 25 Störungen pro Monat â die nationale Agentur gematik bekommt daher erweiterte Befugnisse. Das GeDIG dient zudem der Umsetzung des EuropĂ€ischen Gesundheitsdatenraums fĂŒr bessere Forschungsmöglichkeiten.
