PREVENT-Score: Hohe Werte können auf stumme Herzkrankheiten hinweisen
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 05:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Fachberichte thematisieren, dass erhöhte PREVENT-Score-Werte weit über die reine Abschätzung von Langzeitrisiken hinausgehen können. Neben der Vorhersage künftiger kardiovaskulärer Ereignisse liefern die Werte demnach auch Hinweise auf bereits bestehende, bislang unentdeckte Gesundheitsprobleme.
Insbesondere subklinische Krankheitsbilder wie eine stumme koronare Herzkrankheit oder eine unbemerkte Herzinsuffizienz rücken dadurch früher in den Fokus der medizinischen Aufmerksamkeit.
Hinweis auf bereits bestehende stumme Erkrankungen
Fachberichte heben hervor, dass auffällige PREVENT-Score-Werte neben dem langfristigen Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen auch den aktuellen Gefäß- und Herzstatus widerspiegeln können. Viele chronische Herz-Kreislauf-Leiden entwickeln sich über längere Zeiträume schleichend, ohne dass Betroffene eindeutige Beschwerden wahrnehmen.
Fällt der ermittelte Risikowert erhöht aus, kann dies auf bereits vorhandene subklinische Veränderungen hindeuten. Dazu zählen stumme Formen der koronaren Herzkrankheit (KHK) sowie eine beginnende Herzinsuffizienz.
Für die Früherkennung eröffnet dieser Zusammenhang neue Perspektiven: Werden entsprechende Auffälligkeiten frühzeitig registriert, können präventive Therapien oder Verhaltensänderungen bereits vor dem Auftreten schwerer kardiovaskulärer Ereignisse einsetzen.
Methodische Basis und Parameter des PREVENT-Modells
Das von der American Heart Association (AHA) entwickelte PREVENT-Modell wurde 2023 veröffentlicht und modernisierte die Risikoberechnung im kardiovaskulären Bereich. Das System prognostiziert für Personen im Alter von 30 bis 79 Jahren das Risiko über Zeiträume von 10 und 30 Jahren.
Viele chronische Herz-Kreislauf-Leiden entwickeln sich über Jahre, ohne dass Betroffene etwas bemerken. Fachberichte deuten darauf hin, dass erhöhte PREVENT-Score-Werte auch auf bereits bestehende stumme Erkrankungen wie eine koronare Herzkrankheit oder eine beginnende Herzinsuffizienz hinweisen können. Unser kostenloser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie Ihre Werte einordnen und das Gespräch mit Ihrem Arzt vorbereiten. Jetzt kostenlosen Herz-Ratgeber anfordern
Im Vergleich zu älteren Berechnungsansätzen zeichnet sich PREVENT durch spezifische Anpassungen aus: Das Modell schließt das Risiko für Herzinsuffizienz explizit ein und berücksichtigt zudem die Nierenfunktion auf Basis der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR).
Ein wesentliches Merkmal der Methodik ist zudem der Verzicht auf die Variable der Rasse. Damit reagierte die AHA auf methodische und inhaltliche Kritik an biologisch nicht fundierten Kategorien in traditionellen Risikorechnern.
Breite Datenbasis für das Risikomanagement
Die statistische Entwicklung des PREVENT-Modells der AHA stützt sich auf eine breite Datenbasis. Das Instrument nutzt Daten aus 46 Studien mit circa 6 Millionen Menschen und erfasst rund 100.000 kardiovaskuläre Ereignisse. Dieser Datensatz ermöglicht eine differenzierte Risikoabbildung über verschiedene Alters- und Risikogruppen hinweg.
Nierenwerte werden bei der Herzrisiko-Einschätzung selten mitgedacht — dabei berücksichtigt der PREVENT-Score die Nierenfunktion über die geschätzte Filtrationsrate ausdrücklich. Wer sein Risiko vollständig verstehen will, sollte Herz und Nieren zusammen betrachten. Unser kostenloser Ratgeber erklärt, welche Werte zählen und welche Fragen Sie beim Arzt stellen sollten. Herz-und-Nieren-Checkliste jetzt sichern
Durch die Kombination von Herz- und Nierenparametern bildet der Algorithmus komplexe Wechselwirkungen bei chronischen Leiden ab. Die Möglichkeit, über den Score nicht nur zukünftige Gefahren zu berechnen, sondern auch Hinweise auf stumme Organschäden zu erhalten, unterstreicht die wachsende Rolle systematischer Risikomodelle in der präventiven Medizin.

