PREY-0058: Hacker zielen auf Microsoft-365-Führungskräfte ab
Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 17:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft hat eine umfassende Aktualisierung für das Microsoft 365 Admin Center angekündigt. Durch die Einführung eines einheitlichen Setup-Dashboards sollen IT-Administratoren künftig eine zentrale Anlaufstelle erhalten, um die Bereitstellung und Verwaltung ihrer Cloud-Umgebung effizienter zu gestalten.
Die neue Benutzeroberfläche konsolidiert verschiedene administrative Aufgaben, die bisher oft in unterschiedlichen Menüs verteilt waren. Das Dashboard umfasst Informationen zum aktuellen Bereitstellungsstatus, unterstützt beim Onboarding neuer Dienste und integriert die Lizenzierung sowie technische Anleitungen in einer Übersicht.
Ein wesentliches Merkmal der Neuerung sind personalisierte Empfehlungen, die Microsoft den Administratoren basierend auf ihrer individuellen Nutzung und Konfiguration zur Verfügung stellt.
Eigenverantwortung der Organisationen bleibt bestehen
Trotz der zunehmenden Automatisierung und der verbesserten Übersichtlichkeit durch das neue Dashboard weist das Unternehmen darauf hin, dass die operative Verantwortung weiterhin bei den jeweiligen Organisationen liegt.
Laut Berichten von Anfang September 2026 bleiben die Unternehmen selbst für die Migration von Daten, die spezifische Konfiguration der Dienste sowie die gesamte Einführungsarbeit verantwortlich. Das Dashboard dient somit primär als unterstützendes Navigations- und Kontrollinstrument, ersetzt jedoch nicht die notwendige Facharbeit durch die interne IT oder externe Dienstleister.
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Sicherheitsrisiken für Führungskräfte im Fokus
Die Vereinfachung der Administration erfolgt vor dem Hintergrund einer angespannten Sicherheitslage für Microsoft-365-Umgebungen. Während das neue Dashboard die Verwaltung erleichtert, warnen Sicherheitsexperten von Arctic Wolf vor gezielten Kampagnen, die es auf die Konten von Entscheidungsträgern abgesehen haben.
Unter der Bezeichnung PREY-0058 beobachten die Analysten eine Kampagne, die gezielt Führungskräfte wie Direktoren und Vizepräsidenten ins Visier nimmt. Die Angreifer nutzen dabei eine Kombination aus Voice Phishing (Vishing) und sogenannten Adversary-in-the-Middle-Angriffen (AiTM), um Authentifizierungs-Token zu stehlen.
Diese Methode ermöglicht es den Akteuren, die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) zu umgehen, indem sie sich in den Anmeldeprozess zwischen Nutzer und Microsoft-Server schalten.
Technisches Vorgehen und Exfiltration
Die Analysen von Arctic Wolf zeigen, dass die Akteure hinter PREY-0058 auf spezialisierte Infrastrukturen wie Residential-Proxys des Anbieters NodeMaven zurückgreifen, um ihre Aktivitäten zu verschleiern.
Sobald der Zugriff auf ein Konto der Führungsebene erlangt wurde, erfolgt die Exfiltration sensibler Daten aus verschiedenen Quellen. Betroffen sind dabei nicht nur Dienste innerhalb des Microsoft-Ökosystems wie SharePoint, OneDrive und Exchange, sondern auch externe Speicherlösungen wie Box.
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Die Sicherheitsforscher ziehen Parallelen zu bekannten Bedrohungsakteuren und geben an, dass die verwendete Methodik (Tradecraft) Ähnlichkeiten mit der Gruppe UNC6671 aufweist. Es wird vermutet, dass es sich bei der aktuellen Kampagne mit dem Codenamen Cinder um eine Fortsetzung früherer Aktivitäten handelt, die unter der Bezeichnung Pink bekannt wurden.
Empfehlungen für Administratoren
Angesichts dieser gezielten Angriffe auf hochrangige Konten empfehlen die Experten von Arctic Wolf den IT-Verantwortlichen, über herkömmliche Sicherheitsmaßnahmen hinauszugehen.
Als wirksamer Schutz gegen Token-Diebstahl und AiTM-Angriffe gelten phishing-resistente MFA-Verfahren sowie streng konfigurierte Richtlinien für den bedingten Zugriff (Conditional Access). Das neue Setup-Dashboard im Microsoft 365 Admin Center bietet hierbei die Möglichkeit, den Status solcher Sicherheitskonfigurationen zentral zu überwachen und entsprechende Empfehlungen zur Härtung der Umgebung umzusetzen.
