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Prime Air: Amazon expandiert Drohnen-Lieferung auf 500 Städte

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 02:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Amazon weitet seinen Drohnen-Lieferdienst Prime Air auf fast 500 US-Gemeinden aus. Die Expansion versechsfacht das Netzwerk und zielt auf schnellere Zustellungen in Vororten ab.

Amazon hat angekündigt, seinen Drohnen-Lieferdienst Prime Air bis Ende 2026 signifikant auszuweiten. Das Unternehmen plant, den Dienst auf fast 500 Städte und Gemeinden in den USA auszudehnen, was einer versechsfachten Erweiterung des aktuellen Netzwerks entspricht.

Mit diesem Schritt verfolgt der Online-Versandhändler das Ziel, die Zustellungsgeschwindigkeit in Vororten zu erhöhen und gleichzeitig Paketdiebstähle sowie Fahrten zu physischen Ladengeschäften zu reduzieren.

Geografische Expansion in hunderte Gemeinden

Aktuell operiert Prime Air an elf Standorten in sieben US-Bundesstaaten, darunter Arizona, Florida, Kansas, Louisiana, Michigan, Nebraska und Texas. Jeder dieser Standorte deckt derzeit ein Gebiet von etwa 175 Quadratmeilen ab. Im Zuge der angekündigten Expansion sollen neue Metropolregionen erschlossen werden. Als geplante Standorte wurden unter anderem Chicago, Atlanta, Cleveland, Syracuse und Boise genannt.

Die strategische Ausrichtung sieht vor, dass Kunden in diesen Regionen ihre Bestellungen innerhalb von 30 bis 60 Minuten erhalten. Das Angebot umfasst Pakete mit einem Gewicht von bis zu 5 Pfund, was laut Unternehmensangaben etwa 60 Prozent der am häufigsten gekauften Artikel abdeckt.

Technische Details und Lieferkonditionen

Für den Betrieb setzt Amazon auf die MK30-Drohne. Dieses Modell verfügt über ein maximales Startgewicht von 83,2 Pfund und eine Reichweite von 7,5 Meilen. Die Drohnen nutzen Kameras und Sensoren zur Orientierung, verzichten jedoch auf eine Live-Videoüberwachung. Für zerbrechliche Artikel testet das Unternehmen zudem ein Verfahren zur sanften Lieferung per Seil.

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Die Preisgestaltung für den Dienst ist gestaffelt. Prime-Mitglieder erhalten die Drohnenzustellung ab einem Bestellwert von 50 US-Dollar kostenlos, bei geringeren Werten fällt eine Gebühr von 2,99 US-Dollar an. Kunden ohne Prime-Mitgliedschaft zahlen pauschal 4,99 US-Dollar pro Lieferung.

Bereits im Jahr 2013 hatte Jeff Bezos die Entwicklung von Drohnen für 30-Minuten-Lieferungen angekündigt. Nach Erhalt der regulatorischen Genehmigung für Langstreckenflüge im Jahr 2024 verfügt Prime Air nun über die Part-135-Zertifizierung der US-Luftfahrtbehörde FAA sowie über Ausnahmegenehmigungen (Waivers) für Flüge außerhalb der direkten Sichtweite (Beyond Visual Line of Sight).

Strategische Ziele und regulatorische Hürden

Der CEO von Amazon, Andy Jassy, gab das Ziel aus, bis zum Jahresende 30 Millionen Kunden zu erreichen. Bis zum Ende des Jahrzehnts sollen jährlich 500 Millionen Pakete per Drohne zugestellt werden.

David Carbon, Vice President von Prime Air, prognostizierte bereits im März eine Million Lieferungen für das Jahr 2026. Aktuell werden nach Unternehmensangaben täglich tausende Lieferungen durchgeführt, womit sich die Gesamtzahl bisher auf mehrere Hunderttausend beläuft.

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Trotz des geplanten Wachstums steht das Programm vor Herausforderungen. Neben logistischen Einschränkungen durch Bäume, Lärmbelastung und Datenschutzbedenken gab es in der Vergangenheit Sicherheitsvorfälle.

Dazu zählen eine Drohnenkollision mit einem Kran in Tolleson, Arizona, im Oktober 2025 sowie ein Vorfall mit einem Internetkabel in Waco, Texas, im November 2025. Zuletzt wurde im Juli 2026 ein Absturz im britischen Darlington gemeldet. Dennoch hält das Unternehmen an seinem Expansionskurs fest, um die Zustellung auf der letzten Meile weiter zu automatisieren.

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