Probiotika im Labor: Neue BAV-Methode liefert Ergebnisse in 48 Stunden
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 14:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die präzise Bestimmung von Mikroorganismen gewinnt in der Qualitätskontrolle von Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln stetig an Bedeutung. Das in Berlin ansässige BAV Institut führt ein neues Verfahren zur Ermittlung der Gesamtzellzahl probiotischer Mikroorganismen ein, das ohne klassische Kultivierung auskommt.
Wie aus einem Bericht von Anfang Oktober 2026 hervorgeht, zielt der Ansatz darauf ab, bestehende methodische Hürden in der mikrobiologischen Untersuchung zu überwinden und verlässlichere Daten über die tatsächliche Zellkonzentration zu liefern.
Unabhängigkeit von Kultivierungsbedingungen und Zeitgewinn
Klassische mikrobiologische Nachweisverfahren stützen sich traditionell auf das Heranzüchten von Bakterienkolonien auf spezifischen Nährmedien. Dieser Ansatz stößt jedoch bei bestimmten Keimen an funktionelle Grenzen. Die vom BAV Institut eingeführte Methodik arbeitet unabhängig von der Kultivierbarkeit der Zielorganismen.
Dem Bericht zufolge liefert dieses Vorgehen realitätsnähere Ergebnisse als konventionelle Kultivierungsverfahren, da auch lebensfähige, aber im Labor schwer anzüchtbare Zustände von Mikroorganismen erfasst werden können.
Ein wesentliches Merkmal des Verfahrens ist zudem die Zeitersparnis bei der Auswertung. Die Untersuchungsergebnisse liegen in maximal 48 Stunden vor. Dies beschleunigt die Freigabeprozesse in der Qualitätssicherung erheblich.
Wenn Ihre Freigabe an der klassischen Kultivierung hängt, kostet jede Charge Zeit — und schwer anzüchtbare Keime verfälschen die Zellzahl. Ein neuer, kultivierungsunabhängiger Ansatz liefert die Gesamtzellzahl in maximal 48 Stunden und erfasst auch lebensfähige, aber im Labor nicht anzüchtbare Zustände. Kostenlosen Leitfaden zur 48-Stunden-Zellzählung anfordern
Die Methode eignet sich überdies für fermentierte Erzeugnisse sowie für anspruchsvolle, schwer kultivierbare Mikroorganismen, deren Bestimmung in standardisierten Routineverfahren bislang mit erheblichem Aufwand verbunden war.
Wirtschaftliche Aspekte und digitale Prozessintegration
Neben den rein analytischen Parametern spielen bei Routinekontrollen in der Lebensmittelbranche auch wirtschaftliche Faktoren eine zentrale Rolle. Nach Angaben von Dirk Lorenz, Lebensmittelchemiker und Key Account Manager beim BAV Institut, zeichnet sich die neue Methode dadurch aus, dass sie deutlich günstiger als die Durchflusszytometrie ist. Letztere gilt in der Branche zwar als etabliertes Instrument für Einzelzellanalysen, verursacht jedoch oftmals erhebliche Kosten.
Die Durchflusszytometrie gilt als etabliert, verursacht aber oft erhebliche Kosten — besonders bei Serienprüfungen. Eine kultivierungsunabhängige Alternative zur Gesamtzellzahl ist laut Anbieterangaben deutlich günstiger und wird bei mehreren Proben zusätzlich preisattraktiver. Wie sich das für Ihre Kontrollreihen rechnet, zeigt dieser Leitfaden. Kostenvergleich für Serienprüfungen ansehen
Zusätzliche Preisvorteile ergeben sich dem Bericht zufolge bei der Untersuchung von mehreren Proben, was das Analyseverfahren insbesondere für Serienprüfungen und kontinuierliche Kontrollreihen interessant macht.
Um die administrativen Abläufe für Auftraggeber zu straffen, bindet das Prüfinstitut die Methodik in seine bestehende Infrastruktur ein: Die fertigen Analyseergebnisse werden nach Abschluss der Messungen über das institutseigene Online-Portal myBAV bereitgestellt.
