Probiotikum KL-P301: Studie meldet niedrigeren Alzheimer-Marker pTau181
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 21:43 Uhr | Redaktion boerse-global.deEine sĂŒdkoreanische Forschungsarbeit liefert neue Anhaltspunkte fĂŒr den Einfluss von Darmbakterien auf neurodegenerative Prozesse. In einer im Journal of Alzheimer's Disease erschienenen Untersuchung senkte die 24-wöchige Einnahme des probiotischen PrĂ€parats KL-P301 bei Ă€lteren Erwachsenen mit frĂŒhen kognitiven BeeintrĂ€chtigungen den Blutmarker pTau181. Zugleich dokumentierten die beteiligten Wissenschaftler Verbesserungen bei ausgewĂ€hlten kognitiven Funktionen. Die Ergebnisse ordnen Darmgesundheit und Gehirnfunktion als möglicherweise enger zusammenhĂ€ngend ein als bislang angenommen.
VerĂ€nderungen bei Biomarkern und EntzĂŒndungswerten
Die doppelblinde Studie umfasste 100 randomisierte Teilnehmer aus der GARD-Kohorte mit einem Durchschnittsalter von rund 74 Jahren. Insgesamt 87 Probanden beendeten die 24 Wochen dauernde Intervention, davon 40 in der Probiotikagruppe und 47 in der Kontrollgruppe, wÀhrend 13 Personen die Teilnahme abbrachen. Das verabreichte PrÀparat KL-P301 setzte sich aus drei BakterienstÀmmen zusammen.
Bei den laborchemischen Analysen zeigte sich in der Probiotikagruppe ein RĂŒckgang des Tau-Protein-Markers pTau181 im Blut, fĂŒr den im Preprint ein statistischer Wert von p<0,001 angegeben wird. Der verwandte Marker pTau217 blieb hingegen unverĂ€ndert.
Zudem wiesen die Marker GFAP und NfL in der Probiotikagruppe stabile Werte auf, wĂ€hrend sie in der Placebogruppe anstiegen. Bei dem EntzĂŒndungsbotenstoff IL-1? wurde in der Verumgruppe eine stĂ€rkere Verringerung verzeichnet als unter Placebo.
Wer sich mit der Bedeutung klinischer Messwerte fĂŒr die eigene Vorsorge befasst, sollte die HintergrĂŒnde seiner Laborberichte genau kennen. Dieser kostenlose 25-seitige Report erklĂ€rt verstĂ€ndlich, welche Werte wirklich entscheidend sind und wie Sie Ihre Gesundheit gezielt schĂŒtzen können. Laborwerte-Selbstcheck jetzt kostenlos herunterladen
Kognitive Effekte auf bestimmte Teilbereiche begrenzt
Neben den Blutwerten prĂŒfte das Team VerĂ€nderungen der kognitiven FĂ€higkeiten. Verbesserungen traten bei der klinischen Demenzskala (Clinical Dementia Rating) sowie bei visuell-rĂ€umlichen Tests zutage.
ZuwĂ€chse zeigten sich konkret bei der visuellen Informationsverarbeitung, der rĂ€umlichen Orientierung und dem Nachzeichnen von Figuren. Zudem behielten Teilnehmer der Probiotikagruppe das GedĂ€chtnis fĂŒr Zeichnungen bei, wĂ€hrend diese Leistung in der Placebogruppe nachlieĂ.
Allerdings erwiesen sich nicht alle festgestellten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen als statistisch signifikant. Bei Standarderhebungen wie dem Mini-Mental-Status-Test (MMSE) sowie bei Tests zur verbalen Erinnerung blieben messbare Gruppenunterschiede aus.
Neben der Darmgesundheit spielt die aktive mentale Forderung eine zentrale Rolle, um die geistige LeistungsfĂ€higkeit bis ins hohe Alter zu erhalten. Dieser kostenlose Ratgeber liefert Ihnen praktische AlltagsĂŒbungen und Strategien, um die Konzentration zu stĂ€rken und Demenz gezielt vorzubeugen. 11 AlltagsĂŒbungen fĂŒr geistige Fitness entdecken
Methodische Grenzen und weiterer Forschungsbedarf
Die Autoren der Untersuchung heben den vorlĂ€ufigen Charakter der Resultate hervor. Zu den wesentlichen methodischen EinschrĂ€nkungen gehören die verhĂ€ltnismĂ€Ăig kleine StichprobengröĂe, der auf 24 Wochen begrenzte Beobachtungszeitraum und der Verzicht auf eine BestĂ€tigung der zerebralen VerĂ€nderungen mittels bildgebender Positronen-Emissions-Tomographie (PET).
Um die beobachteten Effekte des Probiotikums auf neurologische Biomarker und kognitive Teilfunktionen abzusichern, seien kĂŒnftig umfangreichere Studien mit gröĂeren Teilnehmergruppen und integrierter PET-Bildgebung erforderlich. Erst solche Folgeprojekte können klĂ€ren, ob und in welchem AusmaĂ gezielte mikrobiotische AnsĂ€tze einen therapeutischen Nutzen bei frĂŒhen Demenzanzeichen entfalten können.
