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Project Pangea: 47 Banken revolutionieren Devisenhandel mit Blockchain

24.06.2026 - 02:18:57 | boerse-global.de

Ein Konsortium aus 47 Banken und Chainlink will den Devisenhandel mit Blockchain-Technologie auf Echtzeit-Abwicklung umstellen.

Project Pangea: 47 Banken setzen auf Chainlink für Echtzeit-Devisenhandel
Project - Digital illustration showing data streams connecting South Korea and Europe, symbolizing cross-border stablecoin trades and financial technology. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

47 Banken aus Südkorea und Europa wollen den Devisenhandel revolutionieren – mit Hilfe der Blockchain.

Ein Konsortium aus 47 Banken hat sich mit dem Blockchain-Orchestrierer Chainlink zusammengetan, um den internationalen Devisenhandel grundlegend zu modernisieren. Das Projekt trägt den Namen Project Pangea und zielt darauf ab, Überweisungen in Echtzeit abzuwickeln. Die beteiligten Institute verwalten gemeinsam Vermögenswerte von über zehn Billionen Euro.

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T+0 statt T+2: Das Ende der Wartezeit

Bislang dauert es im internationalen Devisenhandel zwei Tage, bis eine Transaktion endgültig abgeschlossen ist – das sogenannte T+2-Verfahren. Project Pangea will diesen Prozess auf eine nahezu sofortige Abwicklung (T+0) verkürzen. Möglich machen sollen das regulierte Stablecoins, die an den Euro und den südkoreanischen Won gekoppelt sind.

Die Technik dahinter: Atomic Payment versus Payment (PvP). Dabei werden beide Währungen gleichzeitig und unwiderruflich getauscht – ähnlich wie bei einem Schlüsseltausch unter Zeugen. Das Risiko, dass eine Seite liefert und die andere nicht zahlt, entfällt komplett.

„Wir bauen hier keine Spielerei, sondern echte Infrastruktur für die Finanzwelt“, sagt Niki Ariyasinghe, Chainlink-Vizepräsident für den asiatisch-pazifischen Raum und den Nahen Osten.

Zwei Konsortien, ein Ziel

Die Banken sind in zwei Gruppen organisiert: UniKA vereint mehr als zehn südkoreanische Institute, darunter die Shinhan Bank, die JB Bank und die Kbank. Qivalis bringt 37 europäische Banken an einen Tisch. Zusammen repräsentieren sie eine beeindruckende Marktmacht.

Das Steuerungskomitee des Projekts setzt sich aus Vertretern der Shinhan Bank, der JB Bank, der Kbank, dem Blockchain-Spezialisten FairSquareLab und der On-chain Banking Data Industry Association (OBDIA) zusammen.

Drei Schichten für die perfekte Verbindung

Die technische Architektur von Project Pangea ist clever aufgebaut. Sie verbindet die alte Welt der Banken mit der neuen Welt der Blockchain:

  1. Banking-Ebene: Hier laufen die etablierten Swift- und ISO-20022-Standards für Nachrichten und Transaktionsanweisungen.
  2. Verbindungsebene: Chainlink liefert das Cross-Chain Interoperability Protocol (CCIP), Datenströme und die Chainlink Runtime Environment (CRE). Diese Schicht übersetzt zwischen traditionellen Systemen und Blockchain-Netzwerken.
  3. Abwicklungsebene: Die eigentliche Transaktion wird auf der Pangea L1 finalisiert – einer speziellen Blockchain von FairSquareLab. Das System ist zudem mit öffentlichen Netzwerken wie Ethereum und Polygon kompatibel.

Die Idee: Eine normale Swift-Überweisung wird automatisch in einen atomaren Swap umgewandelt und auf der Blockchain abgewickelt. Der Bankkunde merkt davon nichts – außer dass das Geld sofort ankommt.

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Fokus auf die Handelsachse Europa–Südkorea

Warum gerade diese Region? Der Handelskorridor zwischen Europa und Südkorea umfasst jährlich rund 150 Milliarden Euro. Gleichzeitig laufen 60 Prozent aller globalen Stablecoin-Zahlungen bereits in Asien. Die Region ist damit der ideale Testmarkt für Echtzeit-Abwicklungen.

Der globale Devisenmarkt schlägt täglich mit rund 9,6 Billionen Euro zu Buche. Project Pangea konzentriert sich bewusst auf die spezifischen Ineffizienzen im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr zwischen diesen beiden Märkten.

Fahrplan: Live-Transaktionen innerhalb eines Jahres

Qivalis plant, in der zweiten Jahreshälfte 2026 einen regulierten, auf Euro lautenden Stablecoin auf den Markt zu bringen. Das Konsortium hat sich zum Ziel gesetzt, innerhalb der nächsten zwölf Monate erste Live-Transaktionen abzuwickeln.

Der Zeitplan spiegelt einen grundlegenden Wandel wider: Digitale Assets werden zunehmend in bestehende regulatorische und operative Rahmenbedingungen integriert. Branchenanalysten erwarten, dass der Stablecoin-Markt bis 2030 auf knapp zwei Billionen Euro anwachsen könnte. Project Pangea positioniert sich genau in diesem Wachstumsfeld.

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