Prostatakrebs-Vorsorge: PSA-Test bereits ab 40 Jahren empfohlen
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 02:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Urologie erlebt einen Wandel. Neue Forschungsergebnisse, technische Fortschritte und veränderte Vorsorgeempfehlungen verändern die Behandlung von Prostatakrebs grundlegend.
Screening beginnt früher
Fachleute plädieren für einen früheren Start der Vorsorge. Assoc. Prof. John Yuen Shyi Peng vom Singapore General Hospital betonte auf einer Fachkonferenz am 23. Juli 2026: Der PSA-Bluttest zur Früherkennung von Prostatakrebs sollte bereits für Männer zwischen 40 und 45 Jahren angeboten werden. Eine frühzeitige Diagnose steigere die Heilungschancen erheblich.
Roboter im OP-Saal
Bei operativen Eingriffen setzen Kliniken zunehmend auf Roboter-Assistenz. Die roboterassistierte Prostatektomie über einen extraperitonealen Zugang ermöglicht eine deutlich schnellere Genesung. Rund 90 Prozent der Patienten können bereits 23 Stunden nach dem Eingriff die Klinik verlassen.
Bekannter Wirkstoff gegen Metastasen
Forschende des Weizman Institute of Science entdeckten ein neues Einsatzgebiet für Sildenafil. Der PDE-5-Hemmer kann die Ausbreitung von Krebszellen bremsen – indem er deren Cholesterinverwertung blockiert. In Kombination mit Statinen verstärkt sich dieser Effekt offenbar. Statistische Auswertungen zeigen ein signifikant verbessertes Überleben bei Krebspatienten, die Sildenafil einnahmen.
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Herzmedikamente: Weniger Therapieabbrüche
Parallel dazu belegen Metaanalysen: Kombinationspräparate aus Sartanen und Kalziumkanalblockern senken das Risiko eines Therapieabbruchs um 39 Prozent. Der Markt für Wirkstoffe wie Losartan soll bis 2030 auf rund 1,83 Milliarden US-Dollar wachsen.
Lieferengpässe und neue Regeln
Seit dem 1. Juli 2026 gibt es einen Lieferengpass für Digitoxin, der voraussichtlich bis Ende Januar 2027 anhält. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat zudem die Zulassung bestimmter Irbesartan-Präparate bis zum 1. August 2028 ausgesetzt.
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Apotheken: Mehr Geld, neue Aufgaben
Zum 1. Juli 2026 traten neue Regelungen für Apotheken in Kraft:
- Honorar: Die Vergütung stieg auf 9,00 Euro, eine weitere Erhöhung auf 9,50 Euro ist geplant.
- Telemedizin: Apotheken dürfen nun assistierte Telemedizin anbieten. Patienten können Videosprechstunden in separaten Räumen nutzen – ein Gewinn für den ländlichen Raum und weniger technikaffine Menschen.
Streit um ausländische Versandapotheken
Ein politischer Konflikt schwelt: Die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände fordert ein gesetzliches Verbot des Zuzahlungsverzichts bei ausländischen Versandapotheken. Vertreter der Grünen wollen diese Möglichkeit dagegen auch auf Vor-Ort-Apotheken ausweiten. Das Bundesgesundheitsministerium prüft Handlungsbedarf – Verstöße gegen das Preisrecht können mit bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Die GKV-Reform sieht für 2027 zudem steigende Zuzahlungen vor, was die Beatte weiter anheizt.
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