Prostatavergrößerung: HoLEP und MiLEP entfernen Gewebe ohne Hautschnitt
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 20:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Behandlung der benignen Prostatahyperplasie (BPH) wandelt sich zunehmend hin zu schonenderen, endoskopischen Verfahren. Neben der etablierten Holmium-Laser-Enukleation der Prostata (HoLEP) rücken verfeinerte Techniken wie MiLEP in den Mittelpunkt der urologischen Praxis.
Urologe Op. Dr. Kayhan Tar?m von der Einrichtung Denipol/Denipollife erläutert die Einsatzmöglichkeiten beider Methoden, die vollständig transurethral und somit ohne äußeren Hautschnitt erfolgen.
Während beide Ansätze auf dem Einsatz von Lasertechnologie basieren, nutzt MiLEP noch dünnere Instrumente, um das Trauma an der Harnröhre weiter zu verringern und das Risiko postoperativer Harnröhrenstrikturen zu senken.
Indikationen und Ablauf der lasergestützten Enukleation
Nach Angaben von Op. Dr. Kayhan Tar?m kommen Verfahren wie HoLEP und MiLEP insbesondere dann in Betracht, wenn eine medikamentöse Therapie keine ausreichende Besserung bringt. Weitere Indikationen bilden ein akuter Harnverhalt, Blasensteine, wiederkehrende Infektionen oder Blutungen sowie eine beginnende Beeinträchtigung der Nierenfunktion. Auch bei stark vergrößerten Prostatadrüsen bieten sich diese Eingriffe an.
Während des Eingriffs trennt der Holmium-Laser das überschüssige Prostatagewebe präzise ab. Anschließend zerkleinert ein sogenannter Morcellator die Gewebeanteile in der Blase und entfernt sie vollständig, wodurch eine pathologische Begutachtung möglich bleibt.
Da die Laserstrahlung gleichzeitig Blutungen kontrolliert, kann der Eingriff nach sorgfältiger ärztlicher Bewertung auch bei Patienten unter Antikoagulation erfolgen.
Die Nachsorge fällt meist kurz aus: In der Regel verbleiben Patienten eine Nacht stationär, und der Blasenkatheter wird nach 1 bis 2 Tagen entfernt. Nach dem Eingriff können vorübergehend Beschwerden wie Brennen oder eine kurzzeitige Inkontinenz auftreten; dauerhafte Inkontinenz gilt als selten.
Vorteile gegenüber klassischen Operationsmethoden
Fachinformationen bestätigen, dass HoLEP kein praktisches Größenlimit besitzt und zunehmend offene Operationen sowie die robotische einfache Prostatektomie ersetzt. Vor der Etablierung moderner Enukleationstechniken war ab einem Prostatagewicht von etwa 80 Gramm häufig eine offene Schnittoperation erforderlich.
Bei Patienten mit gerinnungshemmender Medikation muss laut Fachkreisen die Entscheidung in Absprache mit Kardiologen erfolgen, wobei mitunter auch eine Vaporisation mit anderen Lasertypen erwogen wird. Zu den typischen Langzeitfolgen zählt in der Mehrheit der Fälle eine retrograde Ejakulation.
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Urologe Mahir Maruf vom Suburban Hospital des Johns-Hopkins-Netzwerks, der den Eingriff nach einer entsprechenden Fellowship-Ausbildung anbietet, verweist darauf, dass HoLEP deutlich mehr Gewebe abträgt als die transurethrale Resektion der Prostata (TURP), die über Jahrzehnte als Standard galt. Dies senke die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Wachstums.
Der Eingriff nehme rund 3 Stunden in Anspruch und könne je nach Prostatagröße und allgemeinem Gesundheitszustand ambulant oder mit einer Übernachtung durchgeführt werden. Etwaige Reizungen, Harndrang oder vorübergehende Kontinenzprobleme bilden sich in der Regel innerhalb eines Monats zurück.
Epidemiologische Relevanz und therapeutische Entwicklung
Die Notwendigkeit effektiver Behandlungsansätze wird durch epidemiologische Erhebungen unterstrichen. Daten der Asociación Española de Urología (AEU) zeigen, dass rund 50 Prozent der Männer im Alter von 50 bis 60 Jahren Symptome einer benignen Prostatahyperplasie aufweisen.
Bei Männern im Alter von über 80 Jahren steigt dieser Anteil auf 80 bis 90 Prozent an. Dr. José Placer Santos, Leiter der Urologie am Hospital Universitari Dexeus (UroDex), hebt hervor, dass eine unbehandelte Vergrößerung die Blasenmuskulatur dauerhaft schwächen und schwere Folgeschäden wie Nierenfunktionsstörungen verursachen kann.
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Auf dem 34. European Arab Medical Congress wurde ebenfalls betont, dass Verfahren wie HoLEP und die Rez?m-Wasserdampftherapie im Vergleich zu traditionellen Operationen geringeres postoperatives Unbehagen und kürzere Erholungszeiten ermöglichen.
Ergänzend beschreibt Antonín Brisuda in einem Fachbeitrag, dass die offene transvesikale Prostatektomie heute weitgehend zur Seltenheit für extreme Befunde geworden ist und primär durch endoskopische Laser- und robotische Enukleationsverfahren abgelöst wurde.
