Psychische, Belastung

Psychische Belastung: 586 Fehltage in der Kinderbetreuung

01.06.2026 - 12:40:35 | boerse-global.de

DAK-Report zeigt starken Anstieg psychisch bedingter Fehltage in sozialen Berufen. Jeder vierte junge BeschÀftigte leidet unter Generationenkonflikten.

Psychische Belastung: 586 Fehltage in der Kinderbetreuung - Bild: ĂŒber boerse-global.de
Psychische Belastung: 586 Fehltage in der Kinderbetreuung - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Besonders betroffen: soziale Berufe und die Generation Z.

Hoher Druck in Pflege und Betreuung

Helfende Berufe leiden besonders stark unter psychischen Belastungen. Der DAK-Psychreport 2025 zeigt alarmierende Zahlen: In der Kinderbetreuung wurden 586 psychisch bedingte Fehltage pro 100 BeschĂ€ftigte registriert – ein Anstieg von 71 Prozent. In der Altenpflege liegt der Wert bei 573 Tagen, ein Plus von 68 Prozent.

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Die wirtschaftlichen Folgen sind enorm. Die jĂ€hrlichen Produktionsausfallkosten durch psychische Erkrankungen ĂŒbersteigen 20 Milliarden Euro. Besonders dramatisch: 29 Prozent der PflegekrĂ€fte denken laut Untersuchungen ĂŒber einen Berufsausstieg nach.

Generation Z: Konflikte und Krankenstand

Auch die junge Generation kĂ€mpft mit besonderen Herausforderungen. Der DAK-Gesundheitsreport 2025 zeigt: 28 Prozent der unter 30-JĂ€hrigen erleben im Job Generationenkonflikte. Ein Viertel von ihnen empfindet diese Reibungen als starke Belastung. Besonders hĂ€ufig treten diese Konflikte im Gesundheits- und Erziehungssektor auf – jeweils 30 Prozent der jungen BeschĂ€ftigten berichten davon.

Trotz hoher PrĂ€senzquote – 65 Prozent gehen krank zur Arbeit – lag der Krankenstand der Generation Z 2024 bei 4,7 Prozent. Das sind 13 Prozent weniger als der Gesamtdurchschnitt. Gleichzeitig zeigen 26 Prozent dieser Altersgruppe depressive Symptome. Nur 26 Prozent sind vollkommen zufrieden mit ihrem Job.

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PrÀvention: Kunsttherapie und digitale Auszeiten

Gegen den Trend setzen Unternehmen und BildungstrĂ€ger auf neue PrĂ€ventionsansĂ€tze. Wissenschaftliche Beobachtungen deuten darauf hin, dass Kunsttherapie in sozialen Berufen das Burnout-Risiko senken kann – ebenso wie den Cortisolspiegel.

Praktische Konzepte setzen auf vier SÀulen: bewusster Verzicht auf digitale EndgerÀte, gesunde ErnÀhrung, körperliche AktivitÀt und Team-Herausforderungen zur Stressreduktion.

Regionale Anbieter erweitern ihr Angebot. Die Förde-vhs startet ab Juni 2026 spezialisierte Kurse zu Resilienz und Burnout-PrĂ€vention. Die Agentur fĂŒr Arbeit bietet am 9. Juni 2026 eine Online-Veranstaltung zur StĂ€rkung des Selbstbewusstseins an. Der Giish e.V. fĂŒhrte bereits im Mai 2026 mehrsprachige Workshops zur StressbewĂ€ltigung durch.

Experten warnen vor digitaler Selbstoptimierung

Doch nicht jeder PrĂ€ventionstrend ist sinnvoll. Der OrthopĂ€de Prof. Dominik Pförringer kritisierte Ende Mai 2026 die ĂŒbersteigerte Nutzung von Fitness-Apps und Wearables. Sein PlĂ€doyer: RĂŒckbesinnung auf natĂŒrliche Alltagsbewegung statt stĂ€ndiger Selbstoptimierung.

Parallel dazu bleibt die Debatte um Krankschreibungen aktuell. WĂ€hrend die Politik eine Reduzierung der Fehlzeiten fordert, betont die Ärzteschaft deren Bedeutung als Schutzinstrument. 2025 lag der Durchschnitt der Krankheitstage bei 14,5.

Wie langwierig die Erholung nach psychischer Erschöpfung sein kann, zeigt das Beispiel der SĂ€ngerin ClĂĄudia Pascoal. Nach einer neunmonatigen, Ă€rztlich verordneten Pause infolge eines Burnouts kehrte sie Ende Mai 2026 in den Beruf zurĂŒck. Zuvor hatte sie von einer Arbeitsbelastung von sieben Tagen pro Woche berichtet.

de | wissenschaft | 69462783 |