Psychische, Gesundheit

Psychische Gesundheit: DAK meldet bis zu 22 Wochen Wartezeit auf Therapie

Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 18:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien und Fachleute zeigen, wie soziale Kontakte, Bewegung und bessere Arbeitsbedingungen psychische Belastungen abfedern können.

Psychische Belastung: Bewegung, Kontakte und Erholung stärken die Gesundheit
Ein friedlicher, von Sonnenlicht durchfluteter Waldweg in einem Park, der zur Erholung und Bewegung einlädt. Illustration mit AI erstellt.

Anhaltende Anforderungen im Berufs- und Privatleben belasten das psychische Wohlbefinden vieler Menschen. Fachleute weisen darauf hin, dass gezielte Ruhephasen, bewusste Ernährung sowie regelmäßige Bewegung den Körper stärken können.

Wie die Gesundheitspsychologin Claudia Traunmüller im Rundfunk darlegte, sei es nach außergewöhnlichen Belastungen entscheidend, ausreichend Zeit zur Regeneration einzuplanen.

Zugleich unterstützen persönliche Kontakte zu wohlwollenden Mitmenschen dabei, den Umgang mit Belastungen zu erleichtern. Auch regionale Initiativen wie der Gesundheitstag in Bad Freienwalde greifen diese Ansätze auf, um Wege zum Stressabbau und zur mentalen Stärkung aufzuzeigen.

Gemeinschaft und Bewegung gegen Vereinsamung

Soziale Isolation verstärkt das Empfinden von Überlastung oft spürbar. Laut einer DIW-Panelstudie aus dem Jahr 2025 fühlten sich 19 Prozent der Menschen in Deutschland manchmal oder häufiger einsam, während dieser Anteil vor der Pandemie noch bei 14 Prozent gelegen hatte. Der Sport- und Sozialpsychologe Jens Kleinert erklärt, dass gemeinsame körperliche Aktivität den zwischenmenschlichen Kontakt erleichtere.

Dieses Prinzip nutzen beispielsweise Spazierclubs. Eine in Dresden im Juli 2026 gegründete Initiative bietet etwa drei Kilometer lange, barrierearme Runden an.

Auch das Projekt „3000 Schritte für die Gesundheit“, das 2026 den Achimer Ehrenpreis erhielt, organisiert seit mehr als fünf Jahren wöchentliche Spaziergänge ab dem Clüverhaus. Die rund 2,5 Kilometer langen Strecken richten sich kostenfrei und vereinsunabhängig an Teilnehmende, die zumeist zwischen 70 und 85 Jahre alt sind.

Belastungen am Arbeitsplatz und Versorgungsstrukturen

Der Druck auf Beschäftigte spiegelt sich in aktuellen Gesundheitsdaten wider. Laut Auswertungen der DAK waren psychische Erkrankungen im ersten Halbjahr 2026 in Schleswig-Holstein der häufigste Grund für Krankschreibungen, wobei die Wartezeiten auf einen Therapieplatz teils bis zu 22 Wochen erreichten.

Bezogen auf das Jahr 2025 verursachten psychische Leiden bei DAK-versicherten Beschäftigten 366 Arbeitsunfähigkeitstage je 100 Versicherte, was einem Anstieg von 6,9 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Eine durchschnittliche Krankschreibung dauerte 34,2 Tage.

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Der SRH-Facharzt Gustav Wirtz betont in diesem Kontext, dass Angebote wie Yoga oder Achtsamkeit allein nicht ausreichten, wenn Arbeitsdruck, Personalnot und permanente Erreichbarkeit fortbestehen. Arbeitgeber müssten vielmehr realistische Aufgabenmengen, ausreichendes Personal und verlässliche Arbeitszeiten gewährleisten.

Für Betroffene bieten zudem Tagesstätten wichtige Hilfen: Im Rahmen des Forschungsprojekts APerTa-BW wurden Ende 2023 in Baden-Württemberg 105 Tagesstätten gezählt. Diese verzeichneten im Jahr 2025 innerhalb von vier Wochen 5.698 Besucherinnen und Besucher bei 35.144 Besuchen.

Präventive Ansätze und medizinische Einordnung

Wissenschaftliche Analysen untermauern die Rolle der persönlichen Ressourcen. Eine in der Fachzeitschrift PLOS Digital Health veröffentlichte Untersuchung von 2.908 Alltagsmessungen bei 164 Personen zeigte, dass Stress insbesondere dann entsteht, wenn Situationen als hochrelevant und die eigenen Ressourcen als knapp wahrgenommen werden.

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Wenn die täglichen Aufgaben zur Belastung werden, hilft ein strukturiertes Vorgehen dabei, den Stresspegel nachhaltig zu senken. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt, wie beruflicher Erfolg und persönliches Wohlbefinden durch gezielte Strategien wieder in Einklang gebracht werden können. Gratis-Ratgeber: Stressfrei produktiv werden

Zur Vorbeugung bezuschussen gesetzliche Krankenkassen zertifizierte Präventionskurse, von denen bundesweit über 120.000 zur Verfügung stehen, darunter knapp 50.000 Präsenzkurse im Stress- und Ressourcenmanagement.

Der Kardiologe Nana Bimpong-Buta verweist zudem darauf, dass chronischer Stress Herz-Kreislauf-Risiken verstärken könne. Als gesundheitliche Orientierung empfiehlt er für Erwachsene wöchentlich an fünf Tagen mindestens 30 Minuten moderate Bewegung, zweitägiges Muskeltraining sowie sieben bis neun Stunden Schlaf pro Nacht.

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de | wissenschaft | 70289209 |