Psychosomatische Ambulanz eröffnet: Neue Versorgung ab 1. Juli
13.06.2026 - 22:33:14 | boerse-global.de
Kliniken setzen zunehmend auf multimodale Therapiekonzepte, die stationäre und ambulante Versorgung verzahnen. Auch Naturheilkunde und Bewegung gewinnen an Bedeutung.
Patientenzufriedenheit: Licht und Schatten
Wie gut arbeiten Deutschlands Fachkliniken? Aktuelle Patientenbefragungen liefern ein gemischtes Bild.
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In der Dr. Becker Klinik Norddeich würden 741 von 872 Befragten die Einrichtung weiterempfehlen. Gelobt wurden Kompetenz des Personals, Sauberkeit und die Lage. Kritik gab es an der Betreuung bei spezifischen psychischen Erkrankungen wie PTBS sowie organisatorische Mängel in der Terminplanung.
Die Hessing-Kliniken in Augsburg schneiden ähnlich ab. 76 von 105 Patienten sprachen sich für eine Empfehlung aus. Während erfolgreiche Operationen und kurze Wartezeiten positiv auffielen, berichteten andere von widersprüchlichen Diagnosen und Defiziten in der Nachsorge.
Hochdosis-Therapie als neuer Ansatz
Bei chronischen Schmerzen, Depressionen und Angststörungen setzen Experten auf multimodale Konzepte. Die Günztalklinik Allgäu bietet dafür eine spezialisierte Akutbehandlung mit Hochdosis-Psychotherapie an. Zwei bis drei Einzelsitzungen pro Woche, ergänzt durch Gruppen-, Kunst-, Musik- und Sporttherapie – das Programm ist auf sechs Wochen ausgelegt.
Die Lücke zwischen stationärer und ambulanter Versorgung schließt die Klinik am Hainberg. Am 1. Juli eröffnet dort eine Psychosomatische Institutsambulanz (PSIA). Chefärztin Dr. Kathrin Zittlau will ein Angebot für Menschen mit komplexen Störungsbildern schaffen – dort, wo die normale ambulante Versorgung nicht mehr reicht.
Frühzeitiges Eingreifen verhindert Chronifizierung
Fachmediziner betonen: Je früher die Therapie, desto besser. Bei einer Informationsveranstaltung am Klinikum Wolfenbüttel erklärten Experten aus Schmerzmedizin, Neurologie, Neurochirurgie und Psychotherapie, dass besonders bei Nacken- und Kopfschmerzen schnelles Handeln nötig ist. Naturheilkundliche Ansätze wurden als ergänzende Säule genannt.
Wie wichtig Reha-Maßnahmen sind, zeigen Daten zur Herzgesundheit. Trotz des lebensrettenden Potenzials – etwa nach einem Herzinfarkt – nimmt nur etwa die Hälfte der Patienten das Angebot wahr.
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Wandern und Wald als Therapie
Ein wachsender Trend: Bewegung in der Natur als therapeutisches Element. Ende Mai eröffnete im Rabensteiner Wald der „Wanderweg der psychischen Gesundheit“. Das Projekt der Celenus Klinik Carolabad verbindet gezielt Bewegung und Naturerleben mit mentaler Gesundheit.
Im Saarland wurde in Weiskirchen der erste Kur- und Heilwald eingeweiht. Das mit rund 200.000 Euro geförderte Projekt basiert auf der Kneipp-Lehre und moderner Waldtherapie. Barrierearme Wege und spezielle Übungsrunden sollen Patienten helfen, durch körperliche Aktivität neue Bewältigungsstrategien für chronische Beschwerden zu entwickeln.
