Qigong senkt Blutdruck um 9,3 mmHg: Studie mit 2.121 Patienten
Veröffentlicht am: 22.08.2026 um 11:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) spielt die gezielte Förderung von Yin-Qualitäten eine zentrale Rolle für die körperliche und geistige Regeneration.
Aktuelle Empfehlungen unterstreichen dabei die Bedeutung von Ruhe, Wärme und spezifischen Anwendungen, um die körpereigenen Erholungsprozesse zu aktivieren. Besonders thermale Anwendungen und Atemtechniken stehen im Fokus, um die Balance zwischen Anspannung und Entspannung wiederherzustellen.
Thermale Anwendungen und gezielte Entspannungstechniken
Ein zentrales Element zur Förderung der Yin-Qualitäten ist das warme Bad. Für gesunde Erwachsene wird eine Wassertemperatur zwischen 36-38 °C empfohlen, wobei die Badedauer idealerweise 15-20 Minuten betragen sollte. Solche Anwendungen zielen darauf ab, Zustände von Ruhe und Wärme zu fördern.
Zur Unterstützung können ätherische Öle wie Lavendel oder Ingwer beigemischt werden, wobei Fachleute bei empfindlicher Haut zur Vorsicht raten. Bei Vorerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Beschwerden, Schwindel oder während einer Schwangerschaft sollte vorab ärztlicher Rat eingeholt werden.
Ergänzend zu thermalen Anwendungen können spezifische Atemübungen zur Entspannung bei tragen. Fachleute empfehlen für angespannte Konstitutionen einen Rhythmus von 4 Sekunden Einatmen und 6 Sekunden Ausatmen. Dabei ist darauf zu achten, nicht zu tief zu atmen oder den Atem anzuhalten; bei auftretendem Schwindel sollte die Übung abgebrochen werden.
Eine Kombination dieser Atemtechniken mit einer Bauchmassage in kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn kann den Parasympathikus aktivieren, die Durchblutung fördern und das Bindegewebe stärken.
Wer sich mit dem Thema Entspannung und Parasympathikus-Aktivierung befasst, kann von einer gezielten Vagus-Therapie profitieren. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Schritt für Schritt, wie Sie Ihre Selbstheilungskräfte in nur wenigen Minuten täglich aktivieren. Mehr Energie und weniger Stress durch Vagusnerv-Aktivierung
Saisonale Anpassung und präventive Lebensführung
Die TCM misst dem jahreszeitlichen Verlauf eine hohe Bedeutung bei. Mit dem 23. August 2026 tritt die Phase „Ende der Hitze“ (??) ein. In dieser Übergangszeit wird empfohlen, scharfes Essen, Schlafmangel und übermäßiges Schwitzen zu vermeiden.
Stattdessen rät die Lehre zu feuchten Speisen wie Birnen, Lilien oder Silberohr. Ein Schlafbeginn vor 23 Uhr sowie moderate Bewegung in Form von Spaziergängen oder Qigong werden als förderlich für die Gesundheit angesehen.
Regelmäßigkeit gilt in der TCM als wesentlicher Faktor für den Erfolg von Präventionsmaßnahmen. Kurze Atemübungen als Mini-Interventionen können messbare Effekte auf den Blutdruck, den Blutzuckerspiegel sowie die Einschlafzeit haben. Auch der Einsatz von Hilfsmitteln wie Akupressurmatten für 15-20 Minuten kann die Durchblutung anregen und die Muskelspannung reduzieren.
Klinische Befunde zur Wirksamkeit von Qigong
Wissenschaftliche Untersuchungen stützen die Wirksamkeit traditioneller Bewegungsformen. Eine im Februar 2026 im JACC veröffentlichte Studie zeigt, dass das Qigong Baduanjin den systolischen Blutdruck in einem Maße senken kann, das mit medikamentösen Therapien vergleichbar ist.
Eine Meta-Analyse von 28 Studien mit insgesamt 2.121 Patienten belegt eine Senkung des systolischen Werts um 9,3 mmHg und des diastolischen Werts um 6,3 mmHg.
Neben traditionellen Bewegungsformen wie Qigong gibt es weitere natürliche Ansätze, um die Blutdruckwerte positiv zu beeinflussen. Dieser Gratis-Report erklärt, wie Bluthochdruck-Betroffene ihre Werte ganz ohne Medikamente durch einfache Maßnahmen verbessern können. 8 natürliche Maßnahmen gegen Bluthochdruck kostenlos herunterladen
Eine weitere Analyse von 14 randomisierten kontrollierten Studien mit 1.058 Patienten bestätigte eine systolische Senkung um 8,52 mmHg. Über die Blutdruckregulierung hinaus wurden Verbesserungen der Cholesterinwerte, des Schlafs und der kognitiven Fähigkeiten beobachtet.
Integration in den Alltag und westliche Parallelen
Die Prinzipien der TCM finden auch in westlichen Ansätzen wie der Kneipp-Lehre Entsprechungen. Das System nach Sebastian Kneipp umfasst die Säulen Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und Lebensordnung.
Ein Forschungsprojekt an der Sebastian-Kneipp-Schule untersucht derzeit die Effekte dieser Anwendungen auf Beschwerden in der Menopause und Prämenopause. Standorte wie Bad Wörishofen erweitern ihre Angebote zudem um spezialisierte Kuren für Burnout, Schlafstörungen und verschiedene Fastenmethoden.
Für den Arbeitsalltag gewinnen Strategien gegen das physiologische Mittagstief an Bedeutung, das zwischen 13 und 15 Uhr durch den zirkadianen Rhythmus sowie Blutzuckerschwankungen entstehen kann.
Ein Nickerchen am Arbeitsplatz findet zunehmend Akzeptanz, wie prominente Beispiele von Persönlichkeiten wie Bill Gates (70) oder der ehemaligen Yahoo-Chefin Marissa Mayer (51) zeigen. Auch Konzepte wie „Slow Travel“, etwa Reisen auf Frachtschiffen ohne Internetzugang, gewinnen als Methode zur nachhaltigen Entschleunigung an Interesse.
