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Qivalis: 37 europÀische Banken starten Euro-Stablecoin auf Ethereum

Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 02:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das Bankenkonsortium Qivalis bereitet einen MiCA-konformen Euro-Stablecoin vor und strebt dafĂŒr eine EMI-Lizenz in den Niederlanden an.

Qivalis: 37 Banken planen Euro-Stablecoin auf Ethereum
Moderne Glas- und Stahlarchitektur vor einem klaren Abendhimmel als Symbol fĂŒr europĂ€ische Finanzinfrastruktur. Illustration mit AI erstellt.

Ein Zusammenschluss von 37 europĂ€ischen Banken aus 15 LĂ€ndern hat ein gemeinsames Vorhaben zur StĂ€rkung der digitalen Finanzinfrastruktur in Europa angekĂŒndigt.

Das Konsortium, das unter dem Namen Qivalis firmiert, plant die Ausgabe eines neuen Euro-Stablecoins. Dieser digitale Vermögenswert soll vollstĂ€ndig durch Euro-BestĂ€nde gedeckt sein und auf der öffentlichen Ethereum-Blockchain emittiert werden. Mit diesem Schritt streben die beteiligten Institute eine fĂŒhrende Rolle im Bereich der regulierten digitalen Zahlungsmittel an.

Strategische Ausrichtung und regulatorische Rahmenbedingungen

Das Vorhaben ist explizit darauf ausgelegt, die Anforderungen der europĂ€ischen Verordnung ĂŒber MĂ€rkte fĂŒr Kryptowerte (MiCA) zu erfĂŒllen. Durch die Einhaltung dieser regulatorischen Standards soll eine hohe Sicherheit und Transparenz fĂŒr die Nutzer gewĂ€hrleistet werden. Um den Stablecoin rechtssicher als digitales Zahlungsmittel betreiben zu können, benötigt das Konsortium eine Lizenz als E-Geld-Institut (EMI).

Ein entsprechender Antrag fĂŒr diese Lizenz befindet sich derzeit in Vorbereitung und soll bei der niederlĂ€ndischen Zentralbank (De Nederlandsche Bank, DNB) eingereicht werden. Die Wahl der Aufsichtsbehörde unterstreicht den grenzĂŒberschreitenden Ansatz des Projekts, das Institute aus einem Großteil des europĂ€ischen Wirtschaftsraums vereint.

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Ziel der Banken ist es, eine BrĂŒcke zwischen dem klassischen Finanzwesen und der Blockchain-Technologie zu schlagen, wobei eine 1:1-Deckung durch den Euro als zentrales StabilitĂ€tsversprechen dient.

Marktdominanz von US-Dollar-Stablecoins als Herausforderung

Die Initiative von Qivalis erfolgt vor dem Hintergrund einer massiven Dominanz von US-Dollar-basierten Stablecoins. Aktuellen Branchendaten zufolge beherrschen Stablecoins, die an die US-WÀhrung gekoppelt sind, rund 99,5 % des gesamten Marktes, dessen Volumen auf etwa 300 Milliarden US-Dollar geschÀtzt wird. In diesem Umfeld spielen europÀische Alternativen bislang eine untergeordnete Rolle.

Analysen zeigen, dass Euro-Stablecoins derzeit weniger als 0,3 % des gesamten Stablecoin-Marktes ausmachen, der in diesem Kontext mit einem Volumen von 308 Milliarden US-Dollar beziffert wird. Das enorme Ungleichgewicht verdeutlicht die AbhĂ€ngigkeit europĂ€ischer Akteure von außereuropĂ€ischen digitalen WĂ€hrungen im Krypto-Sektor.

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Qivalis beabsichtigt, dieses Defizit durch ein breit abgestĂŒtztes, institutionelles Angebot zu verringern und den Euro als digitale Verrechnungseinheit auf öffentlichen Blockchains zu etablieren.

Zeitplan fĂŒr die Emission

FĂŒr die Umsetzung des Projekts hat das Konsortium bereits einen vorlĂ€ufigen Zeitplan skizziert. Die Emission des Euro-Stablecoins ist fĂŒr die zweite JahreshĂ€lfte 2026 vorgesehen. Bis dahin mĂŒssen neben den technischen Vorbereitungen auf der Ethereum-Blockchain vor allem die regulatorischen HĂŒrden genommen werden.

Die Genehmigung durch die niederlĂ€ndische Zentralbank gilt dabei als entscheidender Meilenstein. Sollte das Vorhaben wie geplant realisiert werden, wĂ€re es eines der bisher grĂ¶ĂŸten gemeinschaftlichen Projekte europĂ€ischer GeschĂ€ftsbanken im Bereich der Tokenisierung von WĂ€hrungen.

Die Kooperation der 37 Institute zeigt das wachsende Interesse des traditionellen Bankensektors, die Infrastruktur fĂŒr digitale Assets nicht allein privaten, nicht-banklichen Emittenten zu ĂŒberlassen.

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de | wissenschaft | 70071893 |