QR-Code-Betrug: Quishing-Angriffe springen um 146 Prozent
Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 16:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Besonders perfide: gefälschte Kindesentführungs-Meldungen und QR-Code-Fallen.
Falsche Entführungsmeldungen als Köder
Auf Facebook kursiert seit Monaten eine Fake-Meldung über eine angebliche Kindesentführung. Das Foto des vermeintlichen Opfers stammt von einem in Texas verstorbenen Mädchen. Das Polizeipräsidium Koblenz und die Faktencheck-Organisation Correctiv bestätigen: Die emotionale Geschichte soll Nutzer auf Phishing-Seiten locken.
Parallel dazu warnen Experten vor betrügerischen Urlaubsangeboten auf WhatsApp. Die Nachrichten versprechen vermeintliche Schnäppchen – Ziel ist der Diebstahl persönlicher Daten. Fachleute raten: Niemals auf Links klicken oder Daten preisgeben.
Explosionsartiges Wachstum bei QR-Code-Betrug
Die Zahlen sind alarmierend: Quishing-Angriffe – Betrug über manipulierte QR-Codes – stiegen im ersten Quartal 2026 um 146 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allein im März registrierten Sicherheitsforscher rund 18,7 Millionen solcher Attacken. Jede neunte Phishing-E-Mail enthält mittlerweile einen schädlichen QR-Code.
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Auch SMS-Phishing legt massiv zu: Im zweiten Quartal 2026 verzeichneten Experten ein Plus von 162 Prozent. Eine besonders fiese Masche zielt auf Opfer von Smartphone-Diebstählen ab. Betrüger geben sich als angebliche Finder aus und versuchen, die Apple-ID oder das Google-Konto zu übernehmen. Telekommunikationsunternehmen empfehlen: Gestohlene Geräte sofort als verloren melden – nicht auf externe Kontaktversuche reagieren.
KI-Stimmen und gefälschte Bankbriefe
Die Methoden werden immer raffinierter. In Deutschland und Australien verschickten Kriminelle zehntausende gefälschte Bankbriefe mit QR-Codes. Die Empfänger landen auf täuschend echten Online-Banking-Portalen.
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Noch perfider: Künstliche Intelligenz ermöglicht Stimmklone. In San Francisco zahlte eine Frau mehrere tausend US-Dollar Lösegeld – sie hatte einen Anruf mit der täuschend echten Stimme ihrer Tochter erhalten. Laut FBI belief sich der Schaden durch KI-gestützten Betrug in den USA 2025 auf rund 820 Millionen Euro.
Auch Unternehmen sind betroffen. Eine Schmuckfirma verlor durch Deepfake-Betrug etwa 1,3 Millionen Euro. Sicherheitsforscher identifizierten zudem eine Kampagne gegen europäische Content-Kreatoren: Unter dem Vorwand von Urheberrechtsverstößen installieren Schadsoftware-Dokumente Datendiebstahl-Tools.
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