Quanten-MRT POLARIS: Zwei Systeme starten Forschung zu Alzheimer und MS
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 02:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die medizinische Bildgebung steht vor einem Technologiesprung durch quantenbasierte Verfahren. NVision Quantum Technologies hat die ersten beiden Einheiten seines quantenverbesserten MRT-Systems POLARIS in Betrieb genommen.
Die GerĂ€te wurden am Institute for Bioengineering of Catalonia (IBEC) im spanischen Barcelona sowie an der UniversitĂ€t Antwerpen in Belgien installiert, wie Berichte von Finanzportalen Ende September 2026 darlegen. Der Schritt markiert den praktischen Auftakt fĂŒr eine neue Generation der prĂ€klinischen Stoffwechselbildgebung.
Das Q-AID-Projekt als europÀischer Rahmen
Die Installationen sind Teil des europĂ€ischen Forschungsvorhabens Q-AID. Die Initiative wird mit 8,3 Millionen Euro aus dem EU-Programm âDigital Europeâ gefördert und vereint Partnerorganisationen aus sieben europĂ€ischen LĂ€ndern. Das Projekt startete im April 2025 und ist auf eine Gesamtlaufzeit von vier Jahren bis MĂ€rz 2029 ausgelegt.
Innerhalb des Verbunds ĂŒbernimmt NVision Quantum Technologies die Koordination. Das Unternehmen liefert nicht nur die POLARIS-Systeme, sondern verantwortet zudem den Aufbau einer europĂ€ischen Lieferkette fĂŒr Parahydrogen und sterile Verbrauchsmaterialien.
Ziel des Q-AID-Projekts ist die Etablierung einer gemeinsamen Plattform fĂŒr quantenverbesserte Stoffwechselbildgebung. Diese soll standardisierte ArbeitsablĂ€ufe, KI-gestĂŒtzte Datenanalysen sowie die gesicherte Bereitstellung der notwendigen VorlĂ€uferstoffe wie Parahydrogen zusammenfĂŒhren.
Die ersten beiden quantenverbesserten MRT-Systeme sind in Betrieb â in Antwerpen zu Alzheimer, Multipler Sklerose und Glioblastomen, in Barcelona zur Onkologie. Wer die Stoffwechselbildgebung fĂŒr eigene Fragestellungen einordnen will, findet hier den kompakten Ăberblick. Kostenlosen Leitfaden zur Quanten-MRT anfordern
PrÀklinische Schwerpunkte in Antwerpen und Barcelona
Die ersten beiden Standorte decken komplementĂ€re Forschungsbereiche ab. An der UniversitĂ€t Antwerpen konzentrieren sich die wissenschaftlichen Arbeiten auf neurologische und onkologische Fragestellungen. Im Fokus stehen dabei Untersuchungen zu Alzheimer, Multiple Sklerose und Glioblastomen, um neurodegenerative Prozesse sowie aggressive Hirntumoren frĂŒher und detaillierter im zellulĂ€ren Stoffwechsel sichtbar zu machen.
Am Institute for Bioengineering of Catalonia (IBEC) in Barcelona liegt der Forschungsschwerpunkt dagegen auf der Onkologie. Das Institut setzt das POLARIS-System gezielt fĂŒr Untersuchungen zu Eierstockkrebs und fĂŒr die Arbeit mit sogenannten Krebs-auf-dem-Chip-Modellen (Cancer-on-Chip) ein.
Geplante Erweiterung auf klinische Anwendungen
Im Rahmen des Q-AID-Projekts sind insgesamt vier POLARIS-Installationen vorgesehen. WÀhrend die beiden Systeme in Barcelona und Antwerpen der prÀklinischen Grundlagen- und Translationsforschung dienen, zielen die beiden nachfolgenden Installationen auf die Ausweitung in die klinische Forschung ab.
Bildgebung, die den Stoffwechsel nicht erfasst, lÀsst neurodegenerative Prozesse oft zu spÀt sichtbar werden. Der Leitfaden zeigt in drei Schritten, wie quantenverbesserte Verfahren ansetzen, welche Standorte aktiv sind und was bis zur klinischen Erprobung noch aussteht. In 3 Schritten zur Stoffwechselbildgebung
Vorgesehen sind diese GerĂ€te fĂŒr das NeuroSpin-Zentrum der französischen Atomenergiekommission CEA in Frankreich sowie das Policlinico Gemelli in Italien. Damit soll der Ăbergang der quantenbasierten Bildgebung von labornahen Modellen hin zur Erprobung an Patientenkohorten vorbereitet werden.
