Quercetin gegen Lungenkrebs: Laborstudie bremst Teilung von Krebszellen
Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 13:12 Uhr | Redaktion boerse-global.deForschende des Uniklinikums Erlangen und der Friedrich-Alexander-UniversitĂ€t Erlangen-NĂŒrnberg (FAU) haben die krebshemmende Wirkung des sekundĂ€ren Pflanzenstoffs Quercetin untersucht. Die in der Fachzeitschrift âCell Death Discoveryâ am 15. Oktober 2026 veröffentlichte Studie zeigt, dass die Substanz im Labor die Teilung von Lungenkrebszellen bremst.
Zudem konnte bei der höchsten verabreichten Dosis die Wanderung dieser Zellen dosisabhÀngig nahezu vollstÀndig gestoppt werden. Untersucht wurden diese Effekte an Lungenkrebszellen im Labor, an Lungenschnitten von MÀusen sowie an lebenden MÀusen.
Quercetin kommt natĂŒrlicherweise in Lebensmitteln wie ZitrusfrĂŒchten, Zwiebeln und Buchweizen vor. Die UniversitĂ€t Erlangen-NĂŒrnberg ordnet die Relevanz der Forschung vor dem Hintergrund ein, dass Lungenkrebs nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO weltweit die hĂ€ufigste Krebsart darstellt und die meisten krebsbedingten TodesfĂ€lle verursacht.
Mehrere molekulare Mechanismen im Fokus
In den Versuchsreihen der Erlanger Wissenschaftler zeigte sich, dass Quercetin auf mehrere biologische Mechanismen gleichzeitig einwirkt. In den Lungenschnitten von MÀusen senkte die Substanz die Werte von EGFR und PD-L1. Gleichzeitig erhöhte sich der Spiegel von Interferon-alpha-2. Neben diesen direkten zellulÀren Signalwegen dokumentierten die Forschenden auch VerÀnderungen im Darmmikrobiom der Tiere, wo eine Zunahme von Bakterien festgestellt wurde, die kurzkettige FettsÀuren produzieren.
Prof. Susetta Finotto vom UniversitĂ€tsklinikum Erlangen erklĂ€rte hierzu, dass eine quercetinreiche ErnĂ€hrung eine Lungenkrebsbehandlung möglicherweise unterstĂŒtzen könne. Als nĂ€chster wissenschaftlicher Schritt soll nun untersucht werden, ob der Substanz auch eine prĂ€ventive Wirkung zukommt.
Wer sich mit der Rolle der ErnĂ€hrung fĂŒr die Zellgesundheit befasst, sollte auch die Auswirkungen stiller EntzĂŒndungen im Blick behalten. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber, welche 12 natĂŒrlichen Lebensmittel gezielt gegen EntzĂŒndungsprozesse im Körper wirken können. Kostenlosen PDF-Ratgeber zur entzĂŒndungshemmenden ErnĂ€hrung sichern
Grenzen der bisherigen Datenlage
Trotz der im Labor beobachteten Effekte betonen die Forschenden des Uniklinikums Erlangen und der FAU, dass die Ăbertragbarkeit der Resultate auf den Menschen bislang offen ist.
Im durchgefĂŒhrten Mausmodell gab es zwar Hinweise auf eine Verringerung der Tumorherde, allerdings wiesen in den Versuchsreihen nur wenige Tiere tatsĂ€chlich einen Tumor auf. Eine BestĂ€tigung dieser Ergebnisse durch weiterfĂŒhrende wissenschaftliche Arbeiten ist daher zwingend erforderlich.
Die moderne Forschung zeigt immer deutlicher, wie eng die Biochemie des Körpers mit der eigenen VitalitĂ€t verknĂŒpft ist. Dieser kostenlose 25-Seiten-Report hilft Ihnen dabei, wichtige Laborwerte selbst besser zu verstehen und gezielt fĂŒr Ihre Gesundheitsvorsorge zu nutzen. Zum kostenlosen Laborwerte-Selbstcheck
Rechnerische Hinweise aus der Modellierung
ErgÀnzende Hinweise auf die Wirkweise pflanzlicher Verbindungen auf Lungenkrebsstrukturen lieferte zudem eine PrÀprint-Studie vom 13. Oktober 2026, die auf der Plattform Research Square erschien und unter anderem von Forschenden der Mountain Top University in Nigeria und der University of Cincinnati erarbeitet wurde.
Mittels eines reinen Computermodells untersuchten die Wissenschaftler, inwieweit Verbindungen aus Cannabispflanzen rechnerisch das Lungenkrebs-Protein EGFR hemmen können.
In diesem Docking-Modell erzielte Quercetin einen Wert von -10,000 kcal/mol. Weitere untersuchte Stoffe erreichten Werte von -10,878 kcal/mol bei Luteolin-7-O-glucosid und -10,091 kcal/mol bei Grossamid.
Bei dieser Untersuchung handelt es sich ausschlieĂlich um eine theoretische Modellierung ohne Zell-, Tier- oder Patientenversuche, die zudem noch kein Peer-Review-Verfahren durchlaufen hat. Sie stĂŒtzt jedoch die Beobachtung, dass Quercetin biochemisch an EGFR ansetzen kann.
