Quishing, Smishing

Quishing und Smishing: Betrugswelle explodiert um bis zu 162%

Veröffentlicht: 19.07.2026 um 00:43 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Bundesgerichtshof stĂ€rkt Banken bei Nachweis grober FahrlĂ€ssigkeit. Kunden haften bei PIN-Vermerk auf der Karte fĂŒr Verluste durch Diebstahl.

BGH-Urteil: PIN auf EC-Karte fĂŒhrt zur Haftung bei Diebstahl
Eine gestohlene Kreditkarte liegt auf nassem Asphalt bei Nacht, im Hintergrund verschwommen eine Hand mit einem Smartphone. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Wer seine PIN auf der ec-Karte vermerkt, trĂ€gt bei Diebstahl das Risiko fĂŒr entstandene Verluste. Das entschied der XI. Zivilsenat.

Grundlage ist der sogenannte Anscheinsbeweis. Gelingt es Dieben, direkt nach dem Diebstahl mit der richtigen PIN Geld abzuheben, gehen die Richter davon aus, dass der Kunde die PIN gemeinsam mit der Karte aufbewahrt hat. Dann haftet der Kontoinhaber fĂŒr den Schaden.

Quishing und Smishing: Betrugswelle rollt

Das Urteil kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Die Zahlen zum digitalen Zahlungsbetrug explodieren regelrecht. Quishing – Phishing ĂŒber manipulierte QR-Codes – legte im ersten Quartal 2026 um 146 Prozent zu. Allein im MĂ€rz registrierten Experten rund 18,7 Millionen Angriffe.

Noch krasser ist die Entwicklung beim Smishing, dem Betrug via SMS. Hier stiegen die FĂ€lle im zweiten Quartal um 162 Prozent. Die TĂ€ter geben sich als bekannte Institutionen aus – etwa als ING, AOK oder Finanzverwaltung Elster. Ihre Masche: Sie locken Opfer auf gefĂ€lschte Webseiten und greifen dort sensible Bankdaten ab.

Besonders dreist wird es bei Großereignissen. Rund um Weltmeisterschaften beobachten Sicherheitsanalysten einen Anstieg der Phishing-AktivitĂ€ten um bis zu 500 Prozent.

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Hohe HĂŒrden fĂŒr Banken

Trotz des aktuellen Urteils bleibt der Nachweis grober FahrlĂ€ssigkeit fĂŒr Banken schwierig. Der BGH entschied bereits im Juli 2025: Institute mĂŒssen konkret belegen, dass ein Kunde pflichtwidrig gehandelt hat.

International zeigt sich ein Àhnliches Bild. Der belgische Kassationshof urteilte im Juni 2026: Kunden haften nur, wenn ihr Verhalten untypisch ist. Die Beweislast liegt bei den Banken.

Wie teuer BetrugsfĂ€lle werden können, zeigt ein Beispiel der Baloise Bank. Eine Kundin verlor durch 17 unberechtigte Überweisungen 82.000 CHF. Auch Deepfake-Betrug nimmt zu. In Sachsen entstand ein Schaden von einer Million Euro. Ein weiterer Fall aus Juli 2026: 1,3 Millionen Euro weg.

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Staat greift durch – 26-Punkte-Plan

Der geschÀtzte Gesamtschaden durch FinanzkriminalitÀt liegt bei rund 100 Milliarden Euro jÀhrlich. Die Bundesregierung reagiert mit einem 26-Punkte-Plan. Vorgesehen sind 1.500 neue Stellen und verschÀrfte Aufbewahrungsfristen.

Parallel dazu gelang den Ermittlern ein Schlag gegen die organisierte KriminalitÀt. Das FBI zerschlug ein Phishing-Netzwerk mit rund 8.000 Domains. Der globale Schaden: fast 2 Milliarden US-Dollar. In Köln nahm die Polizei einen 24-JÀhrigen im Zusammenhang mit ec-Karten-Betrug fest.

Die Polizei warnt eindringlich: QR-Codes in unaufgeforderten Briefen oder Nachrichten sollten Verbraucher nie scannen. Banken fordern auf diesem Weg keine Dateneingabe. Bei Diebstahl oder Missbrauchsverdacht hilft der zentrale Sperr-Notruf 116116. Und dann: Anzeige erstatten.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

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