Radon-Therapie: 90-Prozent-Erfolgsquote bei rheumatischen Erkrankungen
13.06.2026 - 15:33:26 | boerse-global.de
Das Gasteinertal setzt auf eine ungewöhnliche Kombination: Radon, Thermalwasser und moderne Infrastruktur.
Die 18 Thermalquellen der Region liefern täglich fünf Millionen Liter 46 Grad warmes Wasser. Doch das eigentliche Ass im Ärmel sind die Gasteiner Heilstollen. Zwei Kilometer tief im Berg herrschen dort Temperaturen zwischen 37 und 41,5 Grad bei 70 bis 100 Prozent Luftfeuchtigkeit.
Radon-Therapie mit 90 Prozent Erfolgsquote
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Die Kombination aus Wärme, Feuchtigkeit und Radon wirkt bei rheumatischen Erkrankungen. Klinische Beobachtungen zeigen eine Erfolgsquote von rund 90 Prozent. Die Heilstollen sind dienstags und donnerstags für Besucher zugänglich.
Ergänzt wird das Angebot durch die Felsentherme auf 1.100 Metern Höhe (eröffnet 1968) und die Alpentherme in Bad Hofgastein. Mit 32.000 Quadratmetern und großflächigen Thermalseen gehört sie zu den bedeutendsten Gesundheitsressourcen der Region.
ÖBB bauen Anbindung aus
Damit Patienten schneller anreisen können, verbessern die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) ab dem 14. Juni 2026 die Verbindung auf der Tauernstrecke. Zwischen Salzburg und Villach kommen vierteilige Doppelstockzüge vom Typ Stadler KISS 200 zum Einsatz.
Pro Verbindung stehen dann 290 Sitzplätze zur Verfügung – 35 mehr als bisher. Die Kapazitätserweiterung betrifft mehrere tägliche Intercity-Verbindungen (IC 899, IC 796, IC 797, IC 898), die für Kurpatienten aus dem In- und Ausland wichtig sind.
Neue Konkurrenz aus der Pharmaindustrie
Während Gastein auf Natur setzt, entwickelt sich der Markt für Schmerztherapie rasant weiter. Für September 2026 ist in Deutschland und Österreich die Markteinführung von Exilby® geplant – ein Cannabis-Vollspektrum-Extrakt gegen chronische Rückenschmerzen und neuropathische Beschwerden.
Phase-3-Studien mit über 1.200 Teilnehmern zeigten über zwölf Monate eine signifikante Schmerzreduktion. Das Präparat soll besser verträglich sein als herkömmliche Opioide. Der Trend zu spezialisierten Therapien jenseits klassischer Medikamente wird damit deutlich.
Thermenmarkt im Umbruch
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Auch die Branche selbst verändert sich. Die Falkensteiner Michaeler Tourism Group (FMTG) hat mit der Merkur Versicherung und der Firma Granit das Management des Thermenresorts Loipersdorf übernommen. Mit rund 478.000 Besuchern jährlich ist es die größte Therme Österreichs.
Andere setzen auf neue Konzepte: Das Grand Resort Bad Ragaz fokussiert sich auf „Health & Longevity“. Die Tamina Therme erzielte 2025 einen Umsatz von 14,3 Millionen Schweizer Franken. Ziel ist eine Hotelauslastung von 65 Prozent bis Ende des Jahrzehnts.
Die Verknüpfung von medizinischer Therapie und gehobener Infrastruktur bleibt das prägende Merkmal des Gesundheitsmarktes.
