Rapamycin, Pilotstudie

Rapamycin: Pilotstudie sieht über 15 Prozent mehr Durchblutung bei APOE4

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 01:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine vierwöchige Pilotstudie fand bei APOE4-Trägern erhöhte Hirndurchblutung, belegt jedoch weder kognitiven Nutzen noch Alzheimer-Prävention.

Rapamycin-Studie: Mehr Hirndurchblutung bei APOE4-Trägern gemessen
Ein steriler, modern ausgestatteter medizinischer Untersuchungsraum mit einem bildgebenden Gerät in einer Klinik. Illustration mit AI erstellt.

Eine am 10. September 2026 im Journal of Cerebral Blood Flow & Metabolism veröffentlichte Pilotstudie der University of Missouri liefert erste Daten zum Einfluss von niedrig dosiertem Rapamycin auf das menschliche Gehirn.

Die Untersuchung unter der Leitung von Ai-Ling Lin analysierte, wie sich der Wirkstoff auf gesunde Erwachsene im Alter von 45 bis 65 Jahren auswirkt, die keine Demenzsymptome aufwiesen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass niedrig dosiertes Rapamycin die Durchblutung in mehreren Gehirnregionen bei Personen mit dem genetischen Risikofaktor APOE4 um über 15 Prozent steigern könnte.

Differenzierte Messwerte je nach genetischem Profil

An der vierwöchigen Untersuchung nahmen insgesamt 23 gesunde Probanden teil, die täglich eine Dosis von 1 mg Rapamycin erhielten. Bei der Auswertung zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen den genetischen Gruppen: Bei neun Trägern des APOE4-Gens stellten die Forschenden einen Anstieg der zerebralen Durchblutung um über 15 Prozent in mehreren Arealen des Gehirns fest. Bei den 14 Teilnehmern ohne diese genetische Veranlagung ließ sich hingegen keine messbare Veränderung der Durchblutung nachweisen.

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Den stärksten messbaren Effekt beobachtete das Forschungsteam bei weiblichen APOE4-Trägerinnen. Neben der Gehirndurchblutung analysierte das Team im Rahmen der Studie auch Stoffwechsel-, Entzündungs- und Mikrobiomprofile. Ein Manuskript zur Untersuchung berichtet bei den Genträgern zudem über veränderte Entzündungsmarker, Anpassungen im Fettstoffwechsel sowie Verschiebungen bei kurzkettigen Fettsäuren.

Methodische Grenzen der Pilotuntersuchung

Die unter der Kennung NCT05386914 registrierte Studie (DOI: 10.1177/0271678X261490342) weist deutliche methodische Limitationen auf. Es handelt sich um ein einarmiges und offenes Studiendesign, bei dem die Behandlung weder verblindet stattfand noch eine Placebogruppe zum direkten Vergleich herangezogen wurde. Größere placebokontrollierte Folgestudien sind bislang nicht angekündigt.

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Zudem erfasste das wissenschaftliche Protokoll primär die Gefäßdurchblutung und physiologische Marker. Kognitive Parameter wie das Gedächtnis oder das Auftreten von Demenz wurden in diesem Rahmen nicht gemessen.

Keine Belege für klinischen Nutzen oder Prävention

Aus den Resultaten lässt sich nach derzeitigem Stand kein Nachweis ableiten, dass Rapamycin Alzheimer verhindern oder das Gedächtnis langfristig schützen kann. Auch Aussagen zur langfristigen Sicherheit der Einnahme bei gesunden Personen lassen sich aus dem vierwöchigen Untersuchungszeitraum nicht ableiten.

Die Ergebnisse begründen folglich keine Änderung bestehender medizinischer Behandlungsempfehlungen. Um zu klären, ob sich die beobachteten Durchblutungseffekte tatsächlich auf die kognitive Leistungsfähigkeit auswirken und ob das Sicherheitsprofil bei längerer Anwendung stabil bleibt, sind umfangreichere klinische Studien mit Kontrollgruppen erforderlich.

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