RatHat-Malware: Android-Trojaner nutzt KI und ADB-Hintertür
Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 01:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsforscher der Zimperium-Spezialeinheit zLabs haben eine neue, hochentwickelte Malware für das Android-Betriebssystem identifiziert. Die von den Experten Braga, Pratapagiri und Ortega entdeckte Schadsoftware trägt den Namen RatHat und nutzt eine Hintertür, um sich über die Android Debug Bridge (ADB) mit betroffenen Smartphones zu verbinden. Dabei agiert die Malware wie ein autorisierter Entwickler, um tiefgreifende Systemkontrolle zu erlangen.
Besonders besorgniserregend ist die Fähigkeit von RatHat, einen 6-stelligen ADB-Pairing-Code zu extrahieren. Dieser Mechanismus ermöglicht es den Angreifern, eine stabile Verbindung zum Gerät herzustellen.
Den Erkenntnissen der Forscher zufolge ist die Schadsoftware so konzipiert, dass sie einen Shell-Zugang auch nach einer vermeintlichen Deinstallation der App aufrechterhält. Die Malware blockiert aktiv Löschversuche und ist in der Lage, sich selbstständig neu auf dem System zu installieren, was eine dauerhafte Persistenz auf dem infizierten Endgerät gewährleistet.
Künstliche Intelligenz zur Umgehung von Sicherheitsvorkehrungen
Ein zentrales Merkmal von RatHat ist die Integration eines Systems auf Basis Künstlicher Intelligenz zur Gerätesteuerung. Die Malware nutzt laut den Sicherheitsanalysten einen KI-Assistenten, der Bildschirminhalte in Echtzeit interpretiert. Diese Technologie ermöglicht den Diebstahl von Zugangsdaten (Credentials) und erlaubt es dem Trojaner, selbst auf Änderungen im App-Design flexibel zu reagieren.
Darüber hinaus setzt RatHat generative KI ein, um eigenständig durch Banking-Applikationen zu navigieren. Die Schadsoftware ist in der Lage, Codes für die Zwei-Faktor-Authentisierung (2FA) abzufangen, um anschließend unbefugte Transaktionen durchzuführen und Konten zu leeren. Um eine Entdeckung durch Sicherheitssysteme zu erschweren, verfügt die Software über vier verschiedene Anti-Analyse-Techniken.
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Technische Architektur und Verbreitungswege
Die Architektur von RatHat basiert auf drei Hauptkomponenten: einer herkömmlichen Android-App, einem in der Programmiersprache Go verfassten Agenten namens „liblocal-service.so“ sowie einem FRP-Reverse-Proxy-Client (Fast Reverse Proxy).
Diese Kombination ermöglicht die Fernsteuerung und den Datentransfer zwischen dem infizierten Smartphone und der Kontrollinfrastruktur der Angreifer. Die Forscher von Zimperium gehen nach aktuellem Kenntnisstand davon aus, dass die Steuerung der Malware-Kampagne von China aus erfolgt.
Die Verbreitung von RatHat findet über verschiedene Kanäle statt. Demnach nutzen die Hintermänner Smishing-Kampagnen, Malvertising sowie soziale Medien und SMS-Nachrichten, um Opfer auf gefälschte Download-Seiten oder Drittanbieter-Portale zu locken. Dort wird die Schadsoftware unter falschem Vorwand als legitime Anwendung zum Herunterladen angeboten.
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Bisher liegen keine detaillierten Angaben zu spezifisch betroffenen Ländern oder exakten Opferzahlen vor. Aus den Analysen von Zimperium geht jedoch hervor, dass es sich um eine Kampagne mit internationalem Fokus auf den Finanzsektor handelt.
Experten ordnen die Malware als signifikante Bedrohung für das mobile Banking ein, da herkömmliche Sicherheitsmechanismen durch die Kombination aus ADB-Zugriff und KI-gestützter Navigation gezielt unterlaufen werden.
