Ray-Ban Meta: Zwei HĂ€ndler stoppen in den Niederlanden den Verkauf
Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 16:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In den Niederlanden wÀchst der Widerstand gegen kamerabewÀhrte Datenbrillen von Meta. Die Optikerkette Hans Anders sowie der OnlinehÀndler Wehkamp haben den Verkauf der Ray-Ban Meta gestoppt. Die Unternehmen reagierten damit auf Datenschutzbedenken und wollen zunÀchst den Ausgang der politischen Debatte abwarten.
Zuvor war bekannt geworden, dass es am Strand von Zandvoort und wÀhrend eines Festivals in Rotterdam zu heimlichen Filmaufnahmen gekommen war. Das GerÀt wird regulÀr zu einem Preis ab 419 Euro angeboten und kostet mit SpezialglÀsern etwa 500 Euro oder mehr.
Berichten der Tageszeitung Algemeen Dagblad zufolge wurden in den vergangenen Monaten schĂ€tzungsweise Hunderte oder Tausende Frauen und MĂ€dchen heimlich gefilmt. Entsprechendes Bildmaterial soll anschlieĂend unter anderem in Telegram-Gruppen und auf sogenannten Creepshot-Websites verbreitet worden sein.
Drohende Klagen und Reaktionen von Behörden
Der Druck auf den US-Konzern nimmt auch von juristischer Seite zu. Die Organisationen Consumentenbond, Offlimits und The Firewall setzten Meta eine Frist bis zum 13. Oktober 2026, um technische und organisatorische GegenmaĂnahmen zu ergreifen, andernfalls drohe ein Gerichtsverfahren. Weitere Verbraucherschutzorganisationen bereiten ebenfalls Klagen gegen das Unternehmen vor.
Parallel dazu prĂŒft die niederlĂ€ndische Datenschutzbehörde mögliche Schritte. Die Behörde wies darauf hin, dass bereits Millionen Verbraucher solche Brillen zu Hause hĂ€tten, und untersucht derzeit weitere Handlungsoptionen.
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Debatte in Parlament und Politik
Auch die Politik befasst sich intensiv mit der Thematik. Die Tweede Kamer verabschiedete am 29. September 2026 einen Antrag, mit dem Regierung und Datenschutzbehörde aufgefordert werden, rechtliche Möglichkeiten fĂŒr ein breiteres Verbot von Kamerabrillen zu prĂŒfen. Die entsprechenden Ergebnisse sollen im ersten Quartal 2027 vorgelegt werden.
FĂŒr medizinisch notwendige Anwendungen ist eine Ausnahme im GesprĂ€ch. Organisationen wie die Oogvereniging und Visio plĂ€dierten vor diesem Hintergrund fĂŒr eine Regulierung anstelle eines pauschalen Verbots, um assistive Funktionen fĂŒr Sehbehinderte nicht zu gefĂ€hrden.
Das niederlĂ€ndische Kabinett hatte verbindliche Designregeln sowie die PrĂŒfung eines Teilverbots am 24. September 2026 zunĂ€chst abgelehnt und darauf verwiesen, dass man einen noch fĂŒr 2026 erwarteten Bericht des EuropĂ€ischen Datenschutzausschusses abwarten wolle. Ein Regierungsbeitrag zur Konsultation lag am 10. Oktober 2026 noch nicht vor.
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Auf parlamentarischer Ebene fordern zwei Fraktionen bereits, ein Verbot von Kamerabrillen im öffentlichen Raum europaweit zu prĂŒfen, wĂ€hrend die Partei PRO nach schĂ€rferen Regeln fĂŒr Verkauf, Tragen und Aufnahmen fragte. Vertreter des CDA kĂŒndigten an, das Thema beim informellen EU-Telekom-Rat am 12. und 13. Oktober 2026 vorzubringen.
Kulturorganisationen verhÀngen eigene Verbote
Abseits von Handel und Politik reagieren bereits erste öffentliche Einrichtungen. In Groningen fĂŒhrten 35 Kulturorganisationen am 9. Oktober 2026 entsprechende Verbote in ihren Hausregeln ein.
Mehr als 30 Institutionen, darunter das Forum Groningen, das Groninger Museum sowie die Kulturzentren Vera und SPOT Groningen, erklĂ€rten KI-Kamerabrillen in ihren RĂ€umen und bei Veranstaltungen fĂŒr unerwĂŒnscht. Medizinische und assistive Hilfsmittel bleiben dort weiterhin erlaubt.
Die Groninger Einrichtungen forderten zugleich klare staatliche Regeln zum Schutz von PrivatsphÀre und persönlicher Freiheit. Bereits im Jahr 2025 hatte das Utrechter Musikhaus TivoliVredenburg ein Verbot von KI-Brillen bei seinen Veranstaltungen erlassen.

