Raymond, Chen

Raymond Chen zu Windows 11: Zwei Virenscanner können Systeme lahmlegen

Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 11:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft-Ingenieur Raymond Chen rĂ€t zu einer einzelnen Antiviruslösung; parallele Scanner können AbstĂŒrze, HĂ€nger und Fehlalarme verursachen.

Windows 11: Mehrere Echtzeit-Virenscanner können Systeme stören
Nahaufnahme von komplex verkabelten Server-Racks in einem Rechenzentrum mit Fokus auf die Struktur der Kabel. Illustration mit AI erstellt.

Der gleichzeitige Einsatz mehrerer Echtzeit-Antivirenprogramme unter Windows 11 birgt erhebliche Risiken fĂŒr die FunktionsfĂ€higkeit des Betriebssystems. Davor warnt Microsoft-Ingenieur Raymond Chen.

Wenn verschiedene Sicherheitslösungen parallel auf einem Rechner aktiv sind, können sie sich gegenseitig blockieren oder Prozesse des anderen Programms in QuarantĂ€ne verschieben. In der Folge drohen Systemfehler, ProgrammabstĂŒrze, HĂ€nger sowie eine deutlich erhöhte Ressourcennutzung.

Supportfall offenbart riskante Wechselwirkungen

In einem Blogbeitrag vom 8. Oktober 2026 schilderte Chen einen Supportfall aus einem Unternehmensumfeld, der die Problematik verdeutlicht. In diesem Windows-11-Enterprise-Szenario waren zwei Antivirenprogramme gleichzeitig installiert.

Die Softwarelösungen stuften sich dabei gegenseitig als Bedrohung ein und versuchten, die Prozesse der jeweils anderen Sicherheitsanwendung zu isolieren. Dies fĂŒhrte letztlich dazu, dass laufende Anwendungen einfror und den normalen Betrieb blockierte.

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Als technische Ursache fĂŒr solche Konflikte benannte Chen nicht offiziell unterstĂŒtzte Eingriffe tief im Betriebssystem, wie etwa das Abfangen und Umleiten von internen Systemfunktionen durch die jeweilige Sicherheitssoftware. Eine einfache Möglichkeit, derartige Wechselwirkungen nachtrĂ€glich zu identifizieren oder zu diagnostizieren, existiere laut Chen meist nicht. Die Fehlersuche gestalte sich daher oft langwierig und komplex.

BeschrÀnkung auf eine Sicherheitslösung empfohlen

Der Microsoft-Ingenieur betonte, dass derartige Konflikte grundsÀtzlich Produkte beliebiger Hersteller betreffen können. Um InstabilitÀten zu vermeiden, empfiehlt Chen, sich auf eine einzige Antiviruslösung zu beschrÀnken.

Auch allgemeine Warnungen vor dem Parallelbetrieb mehrerer Schutzprogramme unterstreichen diesen Befund. Bei der gleichzeitigen Überwachung von Dateien und laufenden Prozessen kommt es regelmĂ€ĂŸig zu gegenseitigen Störungen. Dies kann neben SysteminstabilitĂ€t und Verlangsamungen auch Fehlalarme auslösen. Branchenbeobachter raten daher zur Nutzung einer einzelnen verlĂ€sslichen Sicherheitslösung.

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FĂŒr viele Anwender könne der in Windows integrierte Schutz bereits ausreichen. In Benchmarks von AV-Test erzielte der Microsoft Defender Schutzwerte zwischen 98,5 und 100 Prozent. Die zusĂ€tzliche Installation weiterer Sicherheitsscanner mit permanentem Echtzeitschutz bietet demnach keinen automatischen Mehrwert, sondern erhöht vor allem das Risiko folgenschwerer Konflikte.

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