Rechenzentren, Wasserbedarf

Rechenzentren: Wasserbedarf könnte bis 2028 auf 124 Mrd. Liter steigen

Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 00:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das US-Repräsentantenhaus diskutiert neue Vorgaben für Wasser- und Infrastrukturkosten von Rechenzentren sowie Folgen für Texas und New Mexico.

US-Kongress berät über Wasserregeln für KI-Rechenzentren
Große industrielle Wasser-Kühlanlage mit komplexen Rohrleitungssystemen in einer weiten Landschaft. Illustration mit AI erstellt.

Im US-Repräsentantenhaus hat eine Debatte über die Auswirkungen der expandierenden KI-Infrastruktur auf die nationale Wasserversorgung begonnen. Ein Unterausschuss für Umwelt befasste sich am Donnerstag unter dem Vorsitz von Gary Palmer mit Gesetzesinitiativen, die den Schutz der Trinkwassersysteme sicherstellen und verhindern sollen, dass die Kosten für den massiven Ressourcenbedarf von Rechenzentren auf die privaten Gebührenzahler abgewälzt werden.

Gesetzliche Maßnahmen gegen steigende Infrastrukturkosten

Im Zentrum der Anhörung stand der „Safe Drinking Water Infrastructure Improvement Act 2026“, der unter anderem die Wiedergenehmigung von Finanzierungsmitteln für Trinkwasserinfrastruktur sowie Verbesserungen bei der Cybersicherheit und Filtersystemen vorsieht.

Parallel dazu diskutierten die Abgeordneten über den „Water Cost Accountability Act“. Dieser Entwurf sieht vor, die Umlegung von Wasserkosten durch Rechenzentren auf Endverbraucher zu unterbinden und die Umweltschutzbehörde EPA zu verpflichten, regelmäßig über die genutzten Wasserquellen zu berichten.

Unterstützung für das Vorhaben kam unter anderem von Microsoft. Fred Humphries betonte für das Unternehmen die Bedeutung einer transparenten Planung und sprach sich dafür aus, dass Steuerzahler nicht für die Infrastrukturkosten von Rechenzentren aufkommen sollten. Microsoft hatte bereits im Januar eine Initiative für KI-Infrastruktur gestartet und zuvor ähnliche Regulierungen unterstützt.

Ein weiterer Vorschlag, der „Ratepayer Bill of Rights Act 2026“, wurde vom Abgeordneten Henry Cuellar eingebracht. Dieser sieht vor, Betreiber von Rechenzentren zur Offenlegung ihres erwarteten Strom- und Wasserverbrauchs zu verpflichten. Cuellar forderte, dass die Unternehmen die durch ihre Projekte verursachten Kosten selbst tragen müssen, wobei unabhängige Prüfungen die Auswirkungen auf die lokale Versorgung untersuchen sollen.

Drastischer Anstieg des Ressourcenverbrauchs erwartet

Die Dringlichkeit der Gesetzgebung wird durch aktuelle Schätzungen zum Wasserbedarf der Branche unterstrichen. Im Jahr 2023 verbrauchten Rechenzentren bereits rund 66 Milliarden Liter Wasser. Analysten zufolge könnte dieser Wert bis zum Jahr 2028 auf eine Spanne zwischen 60 und 124 Milliarden Liter ansteigen.

Während der Anhörung verwies die Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez auf ein Beispiel aus Georgia, wo eine Anlage des Konzerns Meta schätzungsweise zu einer Erhöhung der lokalen Wasserrechnungen um 33 Prozent führen könnte.

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In der politischen Auseinandersetzung kritisierte Frank Pallone, der ranghöchste Demokrat im Energie- und Handelsausschuss, die republikanische Führung im Repräsentantenhaus. Er warf Sprecher Johnson und dem Mehrheitsführer Scalise vor, die Abstimmung über den bereits im Juli einstimmig verabschiedeten „Ratepayer Protection Act“ zu blockieren.

Regionale Spannungen in Texas und New Mexico

Besonders in wasserarmen Bundesstaaten wie Texas verschärft sich der Konflikt. Dort plant Senator Charles Perry, den Einsatz von Verdunstungskühlung in Rechenzentren zu verbieten.

Eine staatliche Umfrage des Texas Water Development Board verdeutlichte die Kommunikationsprobleme der Branche: Weniger als 30 Prozent der kontaktierten Unternehmen antworteten auf die Fragen zum Wasserverbrauch. Forscher der University of Texas at Austin schätzen, dass Rechenzentren bis 2030 etwa 5 Prozent des texanischen Wasserverbrauchs beanspruchen könnten.

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Während Unternehmen wie Google im Jahr 2025 fast 330 Millionen Gallonen Wasser in zwei texanischen Zentren nutzten und gleichzeitig Millionenbeträge in Wasserschutzprogramme investierten, reagierte die Politik mit Restriktionen. Gouverneur Greg Abbott stoppte im August vorläufig Neubauten von Rechenzentren, bis eine umfassende Datenerfassung vorliegt.

Auch in New Mexico gibt es Widerstand. Die Abgeordnete Melanie Stansbury forderte Untersuchungen zum langfristigen Bedarf des „Project Jupiter“, nachdem der Oberste Gerichtshof des Bundesstaates die Genehmigung für einen Brunnen vorläufig gestoppt hatte.

Laut der staatlichen Ingenieurin Elizabeth Anderson bestehen für das Project zwar Wasserrechte für 2.400 Acre-Fuß pro Jahr, doch gab es bereits massive Proteste gegen die Ableitung des Wassers. Währenddessen kündigte der Betreiber QTS eine Investition von 15 Milliarden US-Dollar im Bezirk des Ausschussvorsitzenden Palmer an und betonte, für die eigene Infrastruktur selbst aufzukommen.

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de | wissenschaft | 70052020 |