Remibrutinib: FDA lÀsst Wirkstoff am 7. Oktober gegen Dermographismus zu
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 06:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Chronischer Juckreiz stellt fĂŒr Betroffene eine erhebliche Belastung im Alltag dar. Mit der Veröffentlichung der aktualisierten Leitlinie zu chronischem Pruritus mit dem Stand 2026 erhalten Behandelnde neue Empfehlungen fĂŒr die Diagnostik und Therapie.
Wie aus einem Bericht der Ărzte Zeitung hervorgeht, verdeutlicht die Leitlinie den teils extremen Leidensdruck der Patienten: In schweren FĂ€llen greifen manche Betroffene zu drastischen Mitteln bis hin zu MetallbĂŒrsten, um den quĂ€lenden Juckreiz zu lindern. Die neuen Handlungsempfehlungen zielen darauf ab, die therapeutische Versorgung zu strukturieren und gezielte Behandlungsoptionen bereitzustellen.
Gezielte Hemmung bei chronischer Urtikaria und Dermographismus
Ein wesentlicher Auslöser fĂŒr chronischen Pruritus sind Urtikaria-Erkrankungen. Nach Angaben des Pharmaunternehmens Novartis ist der symptomatische Dermographismus die hĂ€ufigste Form der chronischen induzierbaren Urtikaria.
Gemeinsam mit der chronischen spontanen Urtikaria macht diese Erkrankung bei Erwachsenen mehr als 90 % aller chronischen Urtikaria-FÀlle aus. Bei mehr als 50 % der Patienten bleiben die Beschwerden laut Novartis trotz des Einsatzes von H1-Antihistaminika der zweiten Generation bestehen, was den Bedarf an zusÀtzlichen TherapieansÀtzen unterstreicht.
FĂŒr diese Patientengruppe gab es Anfang Oktober 2026 eine regulatorische Erweiterung: Die US-Arzneimittelbehörde FDA lieĂ am 7. Oktober 2026 den Wirkstoff Remibrutinib fĂŒr Erwachsene mit symptomatischem Dermographismus zu, deren Symptome durch H1-Antihistaminika nicht kontrolliert werden können.
Laut Novartis handelt es sich um die erste spezifische Zulassung fĂŒr diese Form der chronischen Urtikaria. Das PrĂ€parat ist ein oraler BTK-Inhibitor und wird mit 25 mg zweimal tĂ€glich verabreicht.
Bereits im Vorjahr hatte das Medikament in den USA die Zulassung fĂŒr die chronische spontane Urtikaria erhalten und stellt laut Unternehmensangaben nun die einzige verschreibungspflichtige Option fĂŒr beide Indikationen bei unzureichender Antihistamin-Wirkung dar.
FĂŒr Patienten mit symptomatischem Dermographismus, deren Symptome trotz H1-Antihistaminika unkontrolliert bleiben, gibt es seit dem 7. Oktober eine neue Option. Unser kostenloser Praxis-Leitfaden zeigt Ihnen Dosierung, Ansprechraten und die wichtigsten Schritte im Alltag. Praxis-Leitfaden jetzt anfordern
Die Entscheidung der Behörde stĂŒtzt sich auf die Phase-3-Studie RemIND in der Kohorte mit symptomatischem Dermographismus. In Woche 12 erzielten 29,3 % der Patienten unter Remibrutinib ein vollstĂ€ndiges Ansprechen im Vergleich zu 14,0 % unter Placebo bei einem p-Wert von 0,0229, wobei ein Wirkeintritt ab Woche 2 beobachtet wurde.
Als hĂ€ufigste unerwĂŒnschte Ereignisse nennt der Hersteller verstopfte Nase, Halsschmerzen, laufende Nase, Blutungen, Kopfschmerzen, Ăbelkeit und Bauchschmerzen.
Da das Hauptrisiko in Blutungen besteht, wird vor und nach chirurgischen Eingriffen eine Therapiepause von 3 bis 7 Tagen empfohlen. Lebendimpfstoffe dĂŒrfen nicht verabreicht werden, wĂ€hrend routinemĂ€Ăige Laborkontrollen nicht erforderlich sind.
Neue molekulare Mechanismen in der klinischen Diskussion
Neben den bereits zugelassenen Optionen standen auf der Jahrestagung der American Academy of Dermatology im Jahr 2026 weitere molekulare Mechanismen im Fokus. Diskutiert wurden therapeutische Fortschritte bei der IL-4-Rezeptor-Blockade, der BTK-Inhibition sowie spezifische c-KIT- und Mastzell-Strategien bei chronischer spontaner und induzierbarer Urtikaria.
Das Hauptrisiko des BTK-Inhibitors sind Blutungen: Vor und nach Operationen ist eine Therapiepause von 3 bis 7 Tagen empfohlen, Lebendimpfstoffe sind tabu. Unser Leitfaden bĂŒndelt das perioperative Management in einer Checkliste. Blutungsmanagement-Checkliste sichern
FĂŒr den BTK-Inhibitor Remibrutinib wurden auf dem Kongress Phase-III-Daten fĂŒr drei DomĂ€nen der chronischen induzierbaren Urtikaria vorgestellt: Dermographismus, KĂ€lteurtikaria und cholinergische Urtikaria.
Zudem wird der Antikörper Dupilumab als therapeutische Option bei chronischer spontaner Urtikaria diskutiert. Ein weiterer Entwicklungsansatz betrifft den c-KIT-Inhibitor Barzolvolimab, dessen Mechanismus auf die Hemmung und Depletion von Mastzellen abzielt.
