RemotePE-Trojaner, Lazarus

RemotePE-Trojaner: Lazarus setzt speicherbasierte Malware ein

Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 22:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sicherheitsforscher identifizieren RemotePE-Trojaner der Lazarus-Gruppe, der vollstÀndig im Arbeitsspeicher lÀuft und EDR-Systeme umgeht.

Lazarus-Gruppe: Neue RAM-basierte Malware RemotePE entdeckt
Abstrakte digitale Darstellung von Schadsoftware und Netzwerksicherheit mit leuchtenden Datenstrukturen im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Sicherheitsforscher haben eine neue, hochspezialisierte Schadsoftware der nordkoreanischen Hackergruppe Lazarus identifiziert. Der als RemotePE bezeichnete Trojaner agiert ausschließlich im Arbeitsspeicher infizierter Systeme und ist darauf ausgelegt, moderne Sicherheitslösungen zu umgehen und forensische Untersuchungen nahezu unmöglich zu machen.

Aktuellen Berichten zufolge markiert der Einsatz von RemotePE eine weitere Evolutionsstufe in der Strategie der unter der Bezeichnung Lazarus bekannten Advanced Persistent Threat (APT)-Gruppe. Die Besonderheit dieser Malware liegt in ihrer AusfĂŒhrung: Da sie vollstĂ€ndig im RAM (Random Access Memory) lĂ€uft, hinterlĂ€sst sie minimale digitale Spuren auf den physischen DatentrĂ€gern der angegriffenen Rechner. Diese Technik dient primĂ€r dazu, Endpoint-Detection-and-Response-Systeme (EDR) zu unterlaufen, die hĂ€ufig auf dateibasierte Anomalien auf der Festplatte prĂŒfen.

Funktionsweise und technisches Toolset

Das von den Angreifern genutzte Toolset ist modular aufgebaut und umfasst neben dem eigentlichen Trojaner RemotePE zwei weitere Komponenten: den DPAPILoader sowie den RemotePELoader. Diese aufeinander abgestimmten Werkzeuge ermöglichen es der Gruppe, tief in die Zielsysteme einzudringen und dort dauerhaft, aber unentdeckt zu operieren.

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Der Erstzugriff auf die Netzwerke erfolgt laut den Analysen der Sicherheitsforscher ĂŒber gezielte Social-Engineering-Kampagnen. Dabei nutzen die Akteure vermehrt den Nachrichtendienst Telegram, um Kontakt zu Mitarbeitern in den Zielunternehmen aufzunehmen. Ein weiterer Vektor ist der Einsatz von gefĂ€lschten Internet-Domains, die legitime Buchungsplattformen wie Calendly oder Picktime imitieren. Über diese tĂ€uschend echt wirkenden OberflĂ€chen wird der Schadcode initial in die Infrastruktur der Opfer eingeschleust.

Analyse nach Vorfall im DeFi-Sektor

Die detaillierte technische Analyse von RemotePE wurde von Experten des IT-Sicherheitsunternehmens Fox-IT, einem Teil der NCC Group, veröffentlicht. Grundlage fĂŒr diese Untersuchung war ein konkreter Sicherheitsvorfall bei einer Organisation aus dem Bereich der dezentralen Finanzen (DeFi). Der DeFi-Sektor gilt aufgrund der dort verwalteten Kryptowerte seit geraumer Zeit als eines der Hauptziele nordkoreanischer Cyber-AktivitĂ€ten.

Im Zuge der Aufarbeitung des Vorfalls konnten die Experten nachvollziehen, wie die Lazarus-Gruppe die verschiedenen Komponenten ihres Toolsets einsetzt, um sensible Daten zu exfiltrieren oder Zugriffsberechtigungen auszuweiten, ohne dabei Alarmmeldungen herkömmlicher Sicherheitsprotokolle auszulösen.

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Empfehlungen fĂŒr die IT-Verteidigung

Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse haben die Sicherheitsforscher spezifische Empfehlungen fĂŒr IT-Verantwortliche und Verteidiger in Unternehmen formuliert. Da herkömmliche Scan-Methoden bei speicherbasierter Malware oft versagen, rĂŒcken andere Überwachungsbereiche in den Fokus.

Besonderes Augenmerk sollte auf die Überwachung von sogenannten DPAPI-Blobs gelegt werden, die hĂ€ufig fĂŒr die Speicherung von Anmeldedaten in Windows-Umgebungen genutzt werden. Zudem wird geraten, die Nutzung von Dynamic Link Libraries (DLLs) auf verdĂ€chtige Verhaltensweisen hin zu prĂŒfen. Ein weiterer wichtiger Indikator fĂŒr eine Kompromittierung sind DNS-Abfragen an bekannte Command-and-Control-Domains (C2), ĂŒber welche die Malware Anweisungen von den Servern der Angreifer empfĂ€ngt.

Die Entdeckung von RemotePE unterstreicht die anhaltende Bedrohung durch staatlich akquirierte Hackergruppen, die ihre Werkzeuge kontinuierlich weiterentwickeln, um auch in gut gesicherten Unternehmensumgebungen unerkannt zu bleiben. Experten mahnen daher zur Wachsamkeit, insbesondere bei Interaktionen ĂŒber Messenger-Dienste und beim Aufruf von externen Terminbuchungsseiten.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

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