Rentenniveau, WSI-Daten

Rentenniveau sinkt bis 2040: Von 48 auf 43 Prozent erwartet

15.06.2026 - 12:03:13 | boerse-global.de

WSI-Daten belegen sinkende Rentenausgaben im VerhÀltnis zur Wirtschaftsleistung. Das Rentenniveau fÀllt jedoch bis 2040 auf 43 Prozent.

Gesetzliche Rente: Stabile Finanzen trotz sinkendem Rentenniveau
Rentenniveau - Eine nachdenkliche Ă€ltere Person betrachtet ein Tablet mit Finanzgrafiken in einem modernen Wohnzimmer, das Altersvorsorge symbolisiert. 15.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Aktuelle WSI-Daten zeigen: Die Ausgaben der Rentenversicherung sind gemessen an der Wirtschaftsleistung gesunken.

2024 lagen die Ausgaben der GRV bei 9,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Zum Vergleich: 1997 waren es 10,0 Prozent, 2003 sogar 10,4 Prozent. Auch der Beitragssatz ist mit 18,6 Prozent niedriger als in den 1990ern, als er zeitweise 20,3 Prozent betrug.

Gleichzeitig sank der Anteil der Bundesmittel an den Einnahmen von 34 Prozent (2003) auf 29 Prozent (2024). Die interne Rendite der RentenbeitrĂ€ge liegt fĂŒr GeburtsjahrgĂ€nge zwischen 1940 und 2010 bei 3,1 bis 3,3 Prozent fĂŒr MĂ€nner und 3,6 bis 3,8 Prozent fĂŒr Frauen.

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Die Studienautoren sehen keinen Anlass fĂŒr eine weitere Absenkung des Rentenniveaus oder eine Erhöhung des Renteneintrittsalters.

Das Rentenniveau sinkt trotzdem

Trotz stabiler Finanzdaten: Das Rentenniveau fĂ€llt weiter. Lag es 2000 noch bei 52 Prozent, sind es 2026 nur noch 48 Prozent. Bis 2040 erwarten Experten einen RĂŒckgang auf 43 Prozent.

Hinzu kommt die steigende Steuerlast: 2026 mĂŒssen 83 Prozent der Rente versteuert werden, ab 2040 sind es 100 Prozent. Um den gewohnten Lebensstandard zu halten, empfehlen Fachleute 70 bis 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens als ZielgrĂ¶ĂŸe.

Steuerlich geförderte Vorsorge kann helfen. Alleinstehende können 2026 BeitrĂ€ge zur RĂŒrup-Rente bis zu 27.566 Euro absetzen. Wer 30 Jahre lang monatlich 200 Euro in einen ETF-Sparplan einzahlt, kommt bei sieben Prozent Rendite auf rund 227.000 Euro. Das entspricht etwa 950 Euro monatlicher Entnahme ĂŒber 20 Jahre.

Das Altersvorsorgedepot kommt 2027

Die Politik arbeitet an der Neuausrichtung. Ab 2027 soll das Altersvorsorgedepot die Riester-Rente ablösen. Noch existieren ĂŒber 14 Millionen Riester-VertrĂ€ge mit Bestandsschutz. Ein Wechsel ins neue Depotmodell soll möglich sein, ohne bereits erhaltene Zulagen zu verlieren.

Hubert HĂŒppe, Vorsitzender der Senioren-Union, forderte Mitte Juni, alle Sozialsysteme inklusive Beamtenpensionen in Reformen einzubeziehen. Er plĂ€diert zudem fĂŒr kĂŒrzere Ausbildungszeiten, damit junge Menschen frĂŒher in die Sozialsysteme einzahlen.

Experten warnen jedoch: Beim Wechsel können Kosten durch bisherige Anbieter anfallen – etwa fĂŒr Vertrieb oder Abschluss. DarĂŒber informieren die Institute ihre Kunden oft nur unzureichend.

Digitalisierung trifft auf analoge BedĂŒrfnisse

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Neben der finanziellen Seite rĂŒcken Zugangswege zu sozialen Leistungen in den Fokus. SeniorenverbĂ€nde fordern ein Recht auf analoges Leben – BehördengĂ€nge und BankgeschĂ€fte sollen auch ohne Internet möglich bleiben.

Gleichzeitig sorgt die Digitalisierung im Gesundheitswesen fĂŒr Probleme. Die BundeszahnĂ€rztekammer wies Mitte Juni darauf hin: Bestimmte elektronische Heilberufsausweise Ă€lterer Generationen werden zum 30. Juni gesperrt. Betroffen sind Karten von SHC, D-Trust oder medisign mit bestimmten Ausgabedaten. Ohne rechtzeitigen Kartentausch sind elektronische Signaturen fĂŒr E-Rezepte oder ArbeitsunfĂ€higkeitsbescheinigungen nicht mehr rechtssicher.

FĂŒr die zweite JunihĂ€lfte sind zudem Kundgebungen gegen geplante SozialkĂŒrzungen angekĂŒndigt. Kritiker fordern Investitionen in Bildung und Gesundheit sowie den Erhalt des aktuellen Rentenniveaus.

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