Repatha, CHMP

Repatha: CHMP empfiehlt Ausweitung zur Herzinfarkt-PrÀvention

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 00:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

CHMP empfiehlt Indikationserweiterung fĂŒr PCSK9-Hemmer Repatha zur PrimĂ€rprĂ€vention schwerer kardiovaskulĂ€rer Ereignisse bei Hochrisikopatienten.

Evolocumab: Neue CHMP-Empfehlung erweitert Einsatz bei Herzrisiko
Ein moderner Monitor zeigt medizinische Herz-Kreislauf-Daten und statistische Analysen in einer Forschungsumgebung. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die medikamentöse PrĂ€vention schwerer kardiovaskulĂ€rer Ereignisse steht vor einer bedeutenden Erweiterung ihres Einsatzspektrums. Im Zentrum dieser Entwicklung steht der PCSK9-Hemmer Evolocumab (Handelsname Repatha), fĂŒr den der Ausschuss fĂŒr Humanarzneimittel (CHMP) der EuropĂ€ischen Arzneimittel-Agentur (EMA) Ende Juli 2026 eine positive Stellungnahme zur Indikationserweiterung abgegeben hat. Diese Empfehlung zielt darauf ab, den Einsatz des Wirkstoffs auf Erwachsene mit nachgewiesener atherosklerotischer Herz-Kreislauf-Erkrankung oder einem entsprechend hohen Risiko auszuweiten, selbst wenn diese bisher keinen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben.

Die klinische Evidenz der VESALIUS-CV-Studie

Die Grundlage fĂŒr die aktuelle Empfehlung des CHMP bildet die großangelegte Phase-3-Studie VESALIUS-CV. Mit einer Beteiligung von mehr als 12.000 Probanden und einem medianen Nachbeobachtungszeitraum von etwa 4,6 Jahren liefert diese Untersuchung belastbare Daten zur Wirksamkeit von Evolocumab in der HochrisikoprĂ€vention.

Die Studienergebnisse belegen signifikante Vorteile fĂŒr die Behandlungsgruppe. So konnte eine 25%ige relative Risikominderung fĂŒr den primĂ€ren kombinierten Endpunkt (3-P-MACE) festgestellt werden, der den Tod durch koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt sowie ischĂ€mischen Schlaganfall umfasst. Betrachtet man den erweiterten Endpunkt (4-P-MACE), der zusĂ€tzlich Revaskularisationen einschließt, ergab sich eine relative Risikominderung von 19 %. Besonders deutlich zeigten sich die Effekte bei der isolierten Betrachtung des Herzinfarktrisikos, das durch den Einsatz von Repatha um 36 % gesenkt werden konnte.

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Signifikante Senkung der LDL-Cholesterinwerte

Ein zentraler Faktor fĂŒr die Wirksamkeit des Antikörpers ist die drastische Reduktion des LDL-Cholesterins (LDL-C). In der VESALIUS-CV-Studie wurde ein signifikanter Unterschied zwischen den untersuchten Gruppen dokumentiert: WĂ€hrend der mediane LDL-C-Wert in der Kontrollgruppe bei 109 mg/dl lag, konnte er in der mit Repatha behandelten Gruppe auf 45 mg/dl gesenkt werden.

Das Pharmaunternehmen Amgen hob in diesem Zusammenhang hervor, dass Evolocumab derzeit der einzige PCSK9-Hemmer sei, der in einer Phase-3-Studie eine statistisch signifikante Reduktion erster schwerer kardiovaskulĂ€rer Ereignisse nachweisen konnte. Dies unterstreicht die potenzielle Bedeutung des Wirkstoffs fĂŒr Patienten, die trotz bestehender Risikofaktoren noch keine akuten Ereignisse wie einen Myokardinfarkt durchlebt haben.

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Regulatorischer Hintergrund und globale MarktprÀsenz

Evolocumab blickt bereits auf eine ĂŒber zehnjĂ€hrige Historie in der klinischen Anwendung zurĂŒck. Die Erstzulassung in der EuropĂ€ischen Union erfolgte im Jahr 2015. Seither wurde das Medikament in 74 LĂ€ndern weltweit zugelassen und bei ĂŒber 10 Millionen Patienten angewendet.

Die nun angestrebte Indikationserweiterung in Europa folgt einer Ă€hnlichen Entwicklung in den Vereinigten Staaten. Dort hatte die zustĂ€ndige US-Gesundheitsbehörde FDA bereits im August 2025 die Genehmigung for ein erweitertes Einsatzgebiet erteilt. FĂŒr den europĂ€ischen Markt steht nach der positiven Empfehlung des CHMP nun der letzte formale Schritt bevor: Die endgĂŒltige Entscheidung der EuropĂ€ischen Kommission ĂŒber die Zulassungserweiterung wird fĂŒr die kommenden Monate erwartet. Sollte diese wie erwartet ausfallen, wĂŒrde dies den Zugang zu dieser Therapieform fĂŒr eine deutlich breitere Patientengruppe in Europa ermöglichen.

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