Repatha, Ezetimibe

Repatha gegen Ezetimibe: Studie mit 544.000 Patienten zeigt 20 Prozent weniger Herzinfarkte

Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 18:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Amgen-finanzierte Beobachtungsstudie ermittelte unter Evolocumab weniger Herzinfarkte als unter Ezetimibe, besonders bei frĂĽherer Statineinnahme.
Saubere Laborausstattung mit Glasfläschchen auf einer Edelstahlfläche in einer klinischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Bei Patienten mit atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankung (ASCVD) und früherer Statintherapie verringert der PCSK9-Inhibitor Repatha das Herzinfarktrisiko im Vergleich zum Cholesterinsenker Ezetimibe signifikant.

Eine im November 2026 im Fachjournal The American Journal of Preventive Cardiology publizierte Untersuchung des Pharmaunternehmens Amgen ergab über einen Zeitraum von bis zu vier Jahren eine um 20 Prozent niedrigere Rate an tödlichen sowie nicht tödlichen Herzinfarkten unter Evolocumab im Vergleich zu Ezetimibe (Hazard Ratio 0,80; 95%-Konfidenzintervall 0,70–0,91).

Geringere Ereignisraten im Behandlungsverlauf

Die zugrundeliegende Kohorte aus der Datenbank Komodo Healthcare Map umfasst 544.103 US-amerikanische Erwachsene, darunter 64.421 Personen, die neu mit Evolocumab starteten, und 479.682 Neustarter unter Ezetimibe. Der Erhebungszeitraum reichte von Januar 2017 bis Dezember 2024, während die Nachbeobachtung bis Juni 2026 lief.

Bei den 225.048 Patienten mit dokumentiertem Ausgangswert des LDL-Cholesterins lag das kumulative Vier-Jahres-Risiko für einen Herzinfarkt unter Repatha bei 5,88 Prozent (95%-KI 4,77–7,00) gegenüber 7,76 Prozent (95%-KI 7,31–8,20) unter Ezetimibe, was einem Unterschied von rund 1,9 Prozentpunkten entspricht.

In der Gruppe von 319.055 Patienten ohne dokumentierten Ausgangswert betrug das Vier-Jahres-Risiko 5,65 Prozent unter Repatha und 7,06 Prozent unter Ezetimibe.

Besonders ausgeprägt zeigte sich der Effekt bei Patienten, die zu Studienbeginn Statine einnahmen: In dieser Teilgruppe fiel das Risiko unter Evolocumab um 37 Prozent niedriger aus (HR 0,63; 95%-KI 0,54–0,75). Paul Burton, Chief Medical Officer von Amgen, erklärte dazu, dass dieser direkte Vergleich einen signifikanten Nutzen bezüglich tödlicher und nicht tödlicher Herzinfarkte belege.

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Methodische Aspekte der Beobachtungsstudie

Das Design der Untersuchung basierte auf dem Konzept einer Target-Trial-Emulation mit statistischer Gewichtung, da randomisierte Head-to-Head-Studien zwischen den beiden Wirkstoffen bisher fehlen. Die Arbeit wurde von Amgen finanziert, wobei Mitarbeiter des Konzerns an Konzeption und Auswertung mitwirkten.

Die Auswertung weist zugleich methodische Besonderheiten auf: Das mediane Baseline-LDL-C lag in der Evolocumab-Gruppe mit 114 mg/dL höher als in der Ezetimibe-Gruppe mit 99 mg/dL, wobei der Ausgangswert lediglich bei 41,4 Prozent aller Teilnehmenden vorlag. Das mediane Follow-up belief sich auf 4,3 Monate unter Repatha und 5,8 Monate unter Ezetimibe.

Einordnung in die bisherige Studienlage

Frühere randomisierte Studien hatten den kardiovaskulären Nutzen beider Wirkstoffklassen bereits gegen andere Vergleichsbedingungen geprüft, jedoch nicht im direkten Vergleich gegeneinander.

Während IMPROVE-IT den Zusatznutzen von Ezetimibe zu Simvastatin nach einem akuten Koronarsyndrom untersuchte, zeigte die Studie FOURIER mit 27.564 Patienten eine Reduktion von Herzinfarkten um 27 Prozent unter Evolocumab plus Statin gegenüber Placebo. In der Studie VESALIUS-CV wurde bei Patienten mit erhöhtem Risiko ohne vorherigen Infarkt oder Schlaganfall ein Rückgang um 36 Prozent verzeichnet.

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Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte die Zulassung für Repatha bereits im August 2025 auf Erwachsene mit erhöhtem Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse aufgrund unkontrollierter LDL-C-Werte erweitert.

Nach Angaben von Amgen verfügen rund 96 Prozent der Patienten über einen Versicherungsschutz, der Zuzahlungen meist auf unter 50 US-Dollar pro Monat begrenzt, während über das Hilfsprogramm AmgenNow knapp 60 Prozent der Behandelten das Präparat unter dem regulären monatlichen Listenpreis beziehen.

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