Resilienz, SouverÀnitÀt

Resilienz: 93% der Unternehmen setzen auf digitale SouverÀnitÀt

Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 14:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Hessen investiert in Katastrophenschutz und digitale Sicherheit. Der Warntag prĂŒft Sirenen, wĂ€hrend Unternehmen ihre AbhĂ€ngigkeiten neu bewerten.

Hessen stÀrkt Krisenvorsorge mit Resilienzwoche und Warntag
Eine moderne Sirene auf einem Stahlmast vor blauem Himmel als Symbol fĂŒr den Zivilschutz und die öffentliche Warninfrastruktur. Illustration mit AI erstellt.

Unter der Leitung des hessischen Innenministers Roman Poseck rĂŒckt das Thema Krisenfestigkeit verstĂ€rkt in den Fokus der öffentlichen Verwaltung und der Wirtschaft. Mit dem Start der hessischen Resilienzwoche werden verschiedene Maßnahmen zur StĂ€rkung des Zivilschutzes und der kritischen Infrastrukturen (KRITIS) thematisiert.

Die Initiative umfasst Besuche in Schulen, Kommunen sowie bei KRITIS-Einrichtungen und dient der Sensibilisierung fĂŒr potenzielle Bedrohungsszenarien wie Cyberangriffe, Sabotage und Spionage.

Kommunale Vorsorge und Investitionen im Katastrophenschutz

Im Rahmen der Resilienzwoche werden erste Kommunen im Programm „KOMPASS Resilienz“ ausgezeichnet. Zu den gewĂŒrdigten StĂ€dten gehören Stadtallendorf, Geisenheim und Rödermark. Neben der kommunalen Ebene liegt ein Schwerpunkt auf dem Austausch mit EinsatzkrĂ€ften; so ist unter anderem ein Besuch der Feuerwehr-AG in Willingen vorgesehen.

Innenminister Poseck begrĂŒndete die Notwendigkeit der Aktionswoche mit der verĂ€nderten Sicherheitslage. Zwar ließen sich Krisen nicht grundsĂ€tzlich verhindern, eine gezielte Vorbereitung sei jedoch möglich und notwendig.

Die langfristige Strategie des Landes Hessen spiegelt sich in den Investitionszahlen wider. Seit dem Jahr 2008 flossen laut Ministeriumsangaben ĂŒber 100 Mio. Euro in den Katastrophenschutz. In diesem Zeitraum konnte der Bestand an Einsatzfahrzeugen von ursprĂŒnglich weniger als 300 auf rund 900 Einheiten verdreifacht werden.

Vorbereitungen auf den bundesweiten Warntag

Ein zentraler Bestandteil der aktuellen Resilienz-BemĂŒhungen ist der bundesweite Warntag am 10.09.2026. FĂŒr diesen Tag ist um 11:00 Uhr ein Probealarm vorgesehen, gefolgt von einer Entwarnung um 11:45 Uhr.

In Hessen sind fĂŒr diesen Test 4.074 Sirenen aktiv, von denen bereits 85% auf digitale Technik umgerĂŒstet wurden. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass der vollstĂ€ndige Umbau der Sireneninfrastruktur mehr Zeit beanspruche als ursprĂŒnglich geplant.

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Neben den akustischen Signalen kommt dem Cell-Broadcast-System eine SchlĂŒsselrolle zu, da es Warnungen ohne vorherige Registrierung an MobilgerĂ€te ĂŒbermittelt. Begleitend zur technischen ÜberprĂŒfung wird Innenminister Poseck am 10.09.2026 in einem Frankfurter Supermarkt demonstrieren, wie ein privater Notvorrat zusammengestellt werden kann, um die Eigenvorsorge der Bevölkerung zu thematisieren.

Digitale SouverÀnitÀt in der Wirtschaft

Die Notwendigkeit von Resilienz wird auch in der Privatwirtschaft verstÀrkt diskutiert. Eine Studie von Capgemini aus dem September 2026 verdeutlicht die KomplexitÀt der digitalen SouverÀnitÀt. Demnach erörtern 93% der befragten Unternehmen dieses Thema auf Vorstandsebene.

Trotz der hohen Relevanz halten 59% der Firmen eine vollstĂ€ndige digitale UnabhĂ€ngigkeit fĂŒr unrealistisch. Die AbhĂ€ngigkeiten sind erheblich: 86% der Unternehmen gaben an, stark von externen Lieferketten beeinflusst zu sein.

In Deutschland ist die Situation besonders ausgeprĂ€gt. Hier weisen 94% der Unternehmen signifikante digitale AbhĂ€ngigkeiten auf, wĂ€hrend lediglich 10% diese Risiken vollstĂ€ndig erfasst haben. Als Reaktion darauf erwĂ€gen 53% der deutschen Firmen die EinfĂŒhrung eines „Chief Sovereignty Officer“, um die SouverĂ€nitĂ€t strategisch zu steuern. KĂŒnstliche Intelligenz wird dabei von 82% der Unternehmen als zentrale PrioritĂ€t eingestuft.

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Infrastruktur und internationale AnsÀtze

ErgĂ€nzend zu den organisatorischen Maßnahmen fordern Fachleute neue Modelle fĂŒr technische NotfĂ€lle. In einem Fachbeitrag vom September 2026 wies Chris Dercks von F5 darauf hin, dass klassische NotfallplĂ€ne bei AusfĂ€llen von Cloud-Strukturen oft zu spĂ€t greifen wĂŒrden. Er schlug ein fĂŒnfstufiges Resilienz-Modell vor, das sich an regulatorischen Standards wie DORA und ISO/IEC 27001 orientiert.

Auch im Energiesektor wird Resilienz zunehmend als strategische Ressource definiert. Ein Policy Brief von DENEFF und EIES hielt fest, dass Energieimporte im Jahr 2025 rund zwei Drittel des PrimĂ€renergieverbrauchs deckten. Heimische Quellen hĂ€tten rechnerisch lediglich fĂŒr 125 Tage ausgereicht, was die Bedeutung von Energieeffizienz unterstreicht.

International zeigt sich unterdessen in Österreich ein Trend zur Digitalisierung des Zivilschutzes. Mit der App „ZIVA“, an deren Entwicklung 120 Organisationen beteiligt waren, steht dort eine Anwendung zur VerfĂŒgung, die Gefahrenanalysen und personalisierte Vorsorgeempfehlungen fĂŒr 12 Szenarien bietet.

Die App ist offline nutzbar und soll kĂŒnftig an das Warnsystem AT-Alert angebunden werden. Österreichs Innenminister Karner bewertete die Anwendung als in der EuropĂ€ischen Union bisher einmalig.

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