Resilienz, Betreuungsalltag

Resilienz im Betreuungsalltag: Studie zeigt, was Stress am stärksten senkt

Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 06:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien zeigen mehr psychisch bedingte Ausfälle; neben persönlicher Bewältigungskraft gelten verlässliche Arbeitsbedingungen als wichtig.

Psychische Belastung in Betreuung und Pflege: Fehlzeiten nehmen zu
Ein ruhiger, sonnendurchfluteter Flur in einer modernen Bildungseinrichtung mit minimalistischen Holzoberflächen. Illustration mit AI erstellt.

An der Allgemeinen Sonderschule Oberndorf stellt der Arbeitsalltag hohe Anforderungen an die psychische Widerstandskraft des Personals. Wie eine dort tätige Krankenschwester laut einem Bericht vom 10. Oktober 2026 darlegte, erfordert die Tätigkeit ein hohes Maß an persönlicher Resilienz, da jedes Kind eine individuelle Betreuung benötigt.

Die Bildungseinrichtung fördert Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren. Insgesamt rund 54 Schülerinnen und Schüler verteilen sich dort auf 8 Klassen. Für das Pflege- und Betreuungsteam zeichnet die Volkshilfe Salzburg verantwortlich.

Psychische Belastung und Fehlzeiten im Betreuungssektor

Die Herausforderungen an Fördereinrichtungen spiegeln eine Entwicklung wider, die das gesamte Gesundheits- und Erziehungswesen betrifft. Auswertungen der Krankenkassen und von Forschungsinstituten verdeutlichen den wachsenden Druck auf Beschäftigte in sozialen Tätigkeitsfeldern.

Zum Welttag der psychischen Gesundheit berichtete das Robert Koch-Institut (RKI) über seit 2020 zunehmende depressive Symptome und Angstsymptome, wobei bei jungen Frauen besonders hohe Werte auftreten.

Laut einer RKI-Studie von 2024 stuften 28 Prozent der befragten Erwachsenen ihr psychisches Wohlbefinden als eher schlecht ein, während nur 11 Prozent es als eher gut bewerteten. Eine Auswertung von 14,9 Millionen erwerbstätigen AOK-Versicherten in Deutschland ergab für das Jahr 2025 zudem, dass ein psychisch bedingter Arbeitsausfall durchschnittlich 28,5 Tage dauerte.

Dass gerade helfende und pädagogische Berufe von Ausfällen betroffen sind, zeigt auch der AOK-Fehlzeiten-Report: Im Jahr 2025 entfielen in Sachsen-Anhalt 470 psychisch bedingte Fehltage auf je 100 AOK-versicherte Beschäftigte, verglichen mit 292 Tagen vor zehn Jahren, was einem Zuwachs von rund 60 Prozent entspricht.

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Krankschreibungen aufgrund der Psyche nahmen durchschnittlich 26 Tage in Anspruch, während Fälle wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Schnitt 18 Tage und Muskel- sowie Skeletterkrankungen 16 Tage währten.

Die Ausfalltage infolge von Burnout stiegen von rund 8 im Jahr 2016 auf 16 im Jahr 2025, wobei neben dem Dialogmarketing insbesondere die Erziehungswissenschaft und die Altenpflege als besonders betroffen hervortreten.

Nach dem Fehlzeiten-Report 2026 des WIdO nahmen die psychisch bedingten Ausfalltage bei AOK-PLUS-Versicherten in Thüringen von 275 je 100 Beschäftigte im Jahr 2016 auf 461 im Jahr 2025 zu, was einem Plus von rund 68 Prozent entspricht. Die Burnout-Ausfalltage stiegen dort im selben Zeitraum um 109 Prozent.

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Handlungsfähigkeit und Arbeitsbedingungen als Schutzfaktoren

Wissenschaftliche Untersuchungen heben die Bedeutung der eigenen Bewältigungskompetenz hervor. Eine im Fachjournal PLOS Digital Health veröffentlichte Studie der Evangelischen Hochschule Nürnberg sowie der Universitäten Salzburg und Wien analysierte über die App TrackYourStress insgesamt 2.908 Alltagsmessungen von 164 Personen.

Die Ergebnisse zeigten, dass das Stressempfinden wesentlich davon beeinflusst wurde, wie relevant eine Person eine Situation einstufte und ob die eigenen Ressourcen als ausreichend wahrgenommen wurden. Insbesondere das Gefühl, handlungsfähig zu sein, war am stärksten mit geringerem Stress verbunden. Die Autoren empfehlen daher, Bewältigungsressourcen im Alltag systematisch zu stärken.

Gleichzeitig verweisen Fachleute darauf, dass individuelle Resilienz nicht losgelöst von den Rahmenbedingungen betrachtet werden kann. Die Organisation SRH hob hervor, dass reine Entspannungs- oder Achtsamkeitsangebote bei einer dauerhaft zu hohen Arbeitslast nicht ausreichten. Erforderlich seien stattdessen verlässliche Arbeitszeiten, realistische Arbeitsmengen und eine ausreichende Personalbesetzung.

Zum Auftakt der Woche der seelischen Gesundheit am 10. Oktober 2026 verwiesen die gesetzlichen Krankenkassen zudem auf präventive Hilfen: Bundesweit stehen im Bereich Stress- und Ressourcenmanagement nahezu 50.000 Präsenzkurse und rund 2.500 Onlineangebote zur Verfügung, für die Kassen einen Teil der Kosten übernehmen.

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