Retatrutid bei Typ-2-Diabetes: 20,8 Prozent Gewichtsverlust in Phase 3
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 13:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Pharmakonzern Eli Lilly hat detaillierte Phase-3-Ergebnisse für seinen Dreifach-Rezeptoragonisten Retatrutid vorgelegt. In der Studie TRIUMPH-2 verzeichnete der Wirkstoff bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes und Übergewicht oder Adipositas eine deutliche Senkung des Körpergewichts sowie eine verbesserte Blutzuckerkontrolle. Die Daten wurden auf dem EASD-Kongress 2026 in Mailand vorgestellt und im Fachjournal The Lancet veröffentlicht.
Signifikanter Gewichtsverlust über 80 Behandlungswochen
An der randomisierten Studie nahmen 1.152 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes und einem Body-Mass-Index (BMI) von mindestens 27 teil, von denen 965 die Untersuchung beendeten.
Über einen Zeitraum von 80 Wochen erhielten die Teilnehmenden wöchentliche Injektionen von Retatrutid in Dosierungen von 4 mg, 9 mg oder 12 mg oder ein Placebo. Bei dem Wirkstoff mit dem Entwicklungscode LY3437943 handelt es sich um einen Agonisten an den Rezeptoren für GIP, GLP-1 und Glukagon.
Gemäß dem Efficacy Estimand erreichten Patienten unter der höchsten Dosis von 12 mg eine durchschnittliche Gewichtsreduktion von 20,8 Prozent, während die Gruppe unter 9 mg einen Rückgang von 19,1 Prozent verzeichnete.
In der Placebogruppe lag der Verlust bei 4,0 Prozent (p<0,0001). Unter Berücksichtigung des gesamten Behandlungsregimes (Treatment-Regimen) ergab sich eine Reduktion um 16,9 Prozent (9 mg) beziehungsweise 18,8 Prozent (12 mg) gegenüber 5,1 Prozent unter Placebo.
Bei Teilnehmenden mit einem Ausgangs-BMI ab 35 sank das Gewicht unter der 12-mg-Dosis sogar um bis zu 23,4 Prozent. Einen Gewichtsverlust von mindestens 10 Prozent schafften 69 Prozent in der 9-mg-Gruppe und 75 Prozent in der 12-mg-Gruppe, verglichen mit 21 Prozent unter Placebo.
Verbesserte Blutzuckerwerte und Verträglichkeit
Neben der Gewichtsabnahme führte die Therapie zu einer signifikanten Absenkung des Langzeitblutzuckers. Nach dem Efficacy Estimand ging der HbA1c-Wert um 1,41 Prozentpunkte (4 mg), 1,63 Prozentpunkte (9 mg) und 1,54 Prozentpunkte (12 mg) zurück, während in der Kontrollgruppe eine Verringerung um 0,19 Prozentpunkte gemessen wurde.
Einen Zielwert von höchstens 6,5 Prozent erreichten nach 80 Wochen 68 Prozent (4 mg), 71 Prozent (9 mg) und 72 Prozent (12 mg) der Behandelten, gegenüber 29 Prozent unter Placebo. Studienautor Juan Pablo Frias vom Los Angeles Institute for Metabolic Research ordnete die Resultate auf der Fachtagung ein.
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Zu den am häufigsten beobachteten unerwünschten Ereignissen zählten gastrointestinale Beschwerden. Durchfall trat bei 27 Prozent (4 mg), 34 Prozent (9 mg) und 34 Prozent (12 mg) auf, verglichen mit 13 Prozent unter Placebo. Über Übelkeit berichteten 14 Prozent (4 mg), 21 Prozent (9 mg) und 28 Prozent (12 mg) der Probanden (Placebo: 8 Prozent).
Erbrechen verzeichneten 6 Prozent, 10 Prozent und 16 Prozent der Patienten (Placebo: 4 Prozent). Dysästhesien wurden bei 4 Prozent, 6 Prozent und 7 Prozent dokumentiert (Placebo: 1 Prozent). Zu einem vorzeitigen Therapieabbruch kam es bei 4 Prozent (4 mg), 12 Prozent (9 mg) und 8 Prozent (12 mg) der Teilnehmenden, während die Abbruchrate unter Placebo 5 Prozent betrug.
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Weiterer Entwicklungszeitplan
Retatrutid ist bislang in keinem Land zugelassen. Eli Lilly beabsichtigt, den Zulassungsantrag für das Präparat in den USA Anfang 2027 einzureichen. Neben den Ergebnissen bei Typ-2-Diabetes liegen aus dem Phase-3-Programm bereits Daten der Studie TRIUMPH-1 vor, in der Retatrutid bei 2.339 adipösen Erwachsenen ohne Diabetes über 80 Wochen eine Gewichtsreduktion von bis zu 25,0 Prozent erzielte.
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