Rheuma-Digitalisierung, MeRLiN-Studie

Rheuma-Digitalisierung: MeRLiN-Studie schafft es in EULAR-Leitlinien

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 14:19 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die MeRLiN-Studie erhält EULAR-Empfehlung für digitale Rheuma-Anwendungen. GeDIG-Gesetz und ePA-Nutzung steigen in Deutschland.

EULAR-Empfehlung: MeRLiN-Studie treibt digitale Rheuma-Therapie voran
Eine Hand hält ein transparentes Tablet mit medizinischen Daten und einer DNA-Helix, im Hintergrund verschwommene Forschungsinstrumente. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die MeRLiN-Studie aus Meerbusch-Lank hat es in die Behandlungsempfehlungen der europäischen Rheumatologie-Gesellschaft EULAR geschafft. Es ist die einzige europäische Untersuchung, die in den neuen Leitlinien für digitale Anwendungen bei Rheuma berücksichtigt wird.

Die Studie der Studienambulanz am St. Elisabeth-Hospital zeigt: Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs) und softwaregestütztes Monitoring gewinnen in der Rheumatologie an Bedeutung. Forscher sehen darin großes Potenzial, um chronische Entzündungsprozesse besser zu erfassen und die Kommunikation zwischen Patient und Arzt zu verbessern.

GeDIG: Regierung beschließt Digitalisierungsschub

Einen Tag nach der EULAR-Empfehlung hat die Bundesregierung das Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG) verabschiedet. Das Paket soll Bürokratie abbauen und die Digitalisierung beschleunigen. Experten rechnen mit jährlichen Einsparungen von rund 445 Millionen Euro.

Die zentralen Punkte:

  • Elektronische Patientenakte (ePA): Wird zur zentralen Plattform ausgebaut. 2027 soll eine Volltextsuche kommen, Mitte 2027 eine digitale Impfübersicht.
  • Elektronische Überweisung: Bis September 2029 soll der Papierkrieg mit Fax und Überweisungsschein enden.
  • Stärkere gematik: Die nationale Digitalagentur bekommt mehr Befugnisse für einheitliche Standards.

Krankenkassen wie AOK und Techniker Krankenkasse begrüßen die Pläne grundsätzlich, mahnen aber eine saubere Umsetzung bei Direktabrechnungen an. In der Ärzteschaft gibt es Kritik – vor allem wegen des organisatorischen Aufwands.

Seltene Erkrankungen: Diagnose bleibt schwierig

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Trotz aller Digitalisierung: Komplexe autoinflammatorische Erkrankungen wie Familiäres Mittelmeerfieber (FMF) oder CAPS werden oft erst nach Jahren richtig erkannt. Fachberichte vom Juli 2026 betonen erneut die Bedeutung genetischer Analysen.

Therapeutisch haben sich IL-1-Blocker wie Anakinra oder Canakinumab bewährt. Bereits 2018 belegte das New England Journal of Medicine, dass sie die Schubfrequenz deutlich senken. Die Digitalisierung könnte künftig helfen, seltene Symptommuster früher zu erkennen und Patienten schneller an Spezialzentren zu überweisen.

ePA: Bekanntheit hoch, Nutzung steigt

Eine Umfrage unter 2.170 gesetzlich Versicherten zeigt: Rund 90 Prozent kennen die elektronische Patientenakte. Die aktive Nutzung oder konkrete Planung stieg von 21 Prozent im Mai 2025 auf 29 Prozent im Juli 2026. Besonders Patienten mit mehreren Medikamenten sehen einen hohen Mehrwert in digitalen Medikationsplänen.

Parallel dazu bildet Deutschland neue Fachkräfte aus. Mitte Juli schlossen 35 Studierende den Masterkurs Healthcare Innovation an der TU München ab. Solche Programme werden unter anderem mit 500.000 Euro für Smart-Health-Projekte gefördert. Der Gründungsgeist ist hoch: Allein in Bayern entstanden im ersten Halbjahr 2026 rund 626 neue Start-ups.

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Österreich hinkt hinterher

Während Deutschland die gesetzlichen Grundlagen strafft, gibt es im Nachbarland Verzögerungen. Der elektronische Eltern-Kind-Pass, eigentlich für Oktober 2026 geplant, wurde verschoben. Grund sind Unstimmigkeiten zwischen Bund und Ländern bei der technischen Vernetzung. Das zeigt: Die Interoperabilität der Systeme bleibt eine der größten Hürden für die digitale Transformation im Gesundheitswesen.

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