Rheuma und Einsamkeit: Betroffene mehr als doppelt so hÀufig isoliert
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 14:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Chronische EntzĂŒndungen und anhaltende Schmerzen belasten Betroffene oft nicht nur körperlich, sondern haben auch erhebliche psychosoziale Folgen. Wie Daten und Erhebungen der Deutschen Rheuma-Liga verdeutlichen, spielt dabei soziale Isolation eine unterschĂ€tzte Rolle im Alltag von Rheumapatienten.
Um dieser Entwicklung zu begegnen, startet der Verband zum Welt-Rheuma-Tag am 12. Oktober 2026 die bundesweite Initiative Gemeinsam statt einsam. Die Kampagne setzt an der Schnittstelle von chronischer Erkrankung und sozialem RĂŒckzug an.
Erhöhte Einsamkeitswerte im Vergleich zur Gesamtbevölkerung
Die psychosoziale Belastung durch rheumatische Beschwerden spiegelt sich deutlich in den Erhebungen des Verbands wider. Nach einer Befragung der Deutschen Rheuma-Liga geben 24,8 Prozent der Menschen mit Rheuma an, von Einsamkeit betroffen zu sein. In der Gesamtbevölkerung liegt dieser Anteil hingegen bei 11,3 Prozent. Betroffene leiden somit mehr als doppelt so hĂ€ufig unter dem GefĂŒhl der sozialen Isolation wie der Bevölkerungsdurchschnitt.
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EinschrĂ€nkungen der MobilitĂ€t, chronische Erschöpfung sowie unvorhersehbare SchĂŒbe erschweren die Aufrechterhaltung sozialer Kontakte. Dies fĂŒhrt nicht selten zu einem schleichenden RĂŒckzug aus dem gesellschaftlichen und beruflichen Umfeld, was die seelische Belastung im Verlauf der Erkrankung weiter verstĂ€rken kann.
Breites BĂŒndnis gegen die psychosoziale Belastung
Die AufklĂ€rungsinitiative wird durch öffentliche Mittel unterstĂŒtzt: Das Bundesministerium fĂŒr Gesundheit fördert die Kampagne. Zudem knĂŒpft das Vorhaben inhaltlich an ein vorangegangenes Projekt unter dem Titel Kampf gegen Einsamkeit bei einer Rheuma-Erkrankung an, das in Kooperation mit dem BKK Dachverband und dem BKK Landesverband Nordwest umgesetzt wurde.
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Ziel des Engagements ist es, Betroffene frĂŒhzeitig fĂŒr das Problem zu sensibilisieren, Hilfsangebote bekannter zu machen und den Austausch untereinander zu stĂ€rken. Durch die Einbindung von Partnern aus dem Gesundheitswesen soll der Zusammenhang zwischen chronisch-entzĂŒndlichen Beschwerden und Einsamkeit verstĂ€rkt in den Fokus der Versorgung rĂŒcken.
Digitale Informationsformate und StÀrkung des Ehrenamts
Im Rahmen der Kampagne setzt der Selbsthilseverband verstĂ€rkt auf digitale Medienformate, um Betroffene und Angehörige niedrigschwellig zu erreichen. Ab dem 12. Oktober 2026 wird auf der Videoplattform YouTube ein GesprĂ€ch zwischen VerbandsprĂ€sidentin Corinna Elling-Audersch und dem Fernsehmoderator Tim Feldner veröffentlicht. Das Format beleuchtet die Herausforderungen chronischer Schmerzerkrankungen und diskutiert Strategien zur Ăberwindung sozialer Isolation.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Aktivierung der organisierten Selbsthilfe: Zum Internationalen Tag des Ehrenamts am 5. Dezember 2026 soll eine zusĂ€tzliche Videoepisode erscheinen. Diese thematisiert die Rolle von Gemeinschaft und freiwilligem Engagement als Schutzfaktor gegen Vereinsamung und zeigt Wege auf, wie Betroffene durch gegenseitige UnterstĂŒtzung wieder Anschluss finden können.

