Rheumatoide, Arthritis

Rheumatoide Arthritis: Ältere erreichen häufiger Remission ohne DMARDs

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 20:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei spätem Krankheitsbeginn benötigten Betroffene seltener Biologika und erreichten häufiger eine Remission ohne DMARDs.
Ein heller, minimalistischer Behandlungsraum in einer modernen Klinik mit einem leeren Patientenbett und einem Metallwagen. Illustration mit AI erstellt.

Eine zielgerichtete Therapiestrategie nach dem Treat-to-Target-Prinzip erweist sich auch bei älteren Patienten mit rheumatoider Arthritis als wirksamer Behandlungsansatz. Das belegt eine im Fachjournal RMD Open (2026;12(3):e007055) publizierte Post-hoc-Analyse der randomisierten kontrollierten Studie tREACH, über die das Fachportal rheumatologyadvisor.com in einem Bericht vom 19.10.2026 berichtet.

Demnach erfordert die Erkrankung bei einem späten Krankheitsbeginn unter dieser Strategie weniger Therapieintensivierungen als bei jüngeren Erwachsenen.

Die tREACH-Studie wurde zwischen 2007 und 2011 in den Niederlanden an insgesamt 425 Patienten mit rheumatoider Arthritis durchgeführt. Für die Sekundäranalyse wurden die Teilnehmer nach dem Alter bei Krankheitsbeginn differenziert.

Bei 23 Prozent der Patienten begann die rheumatoide Arthritis nach dem 65. Lebensjahr; diese Altersgruppe wies ein mittleres Alter von 73±5 Jahren auf. Die jüngere Patientengruppe mit einem Krankheitsbeginn zwischen 18 und 65 Jahren stellte 77 Prozent der Studienpopulation dar, bei einem mittleren Alter von 48±11 Jahren.

Geringerer Bedarf an Biologika bei älteren Betroffenen

Die Auswertung zeigte deutliche Unterschiede beim Einsatz von krankheitsmodifizierenden Antirheumatika. Während 38 Prozent der jüngeren Teilnehmer im Verlauf eine Behandlung mit biologischen DMARDs (bDMARD) aufnehmen mussten, lag dieser Anteil bei Patienten mit Alters-RA bei 28 Prozent.

Zudem fiel die Zeitspanne bis zum ersten bDMARD-Einsatz bei den älteren Patienten länger aus (Hazard Ratio [HR] 0,7). Nach zwei Jahren Behandlungsdauer betrug der Anteil an bDMARD-Verschreibungen bei den über 65-Jährigen 15 Prozent, gegenüber 30 Prozent in der jüngeren Vergleichsgruppe.

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Höhere Raten an medikamentenfreier Remission

Auch bezüglich des Therapieerfolgs dokumentiert die Untersuchung vorteilhafte Ergebnisse für ältere Erkrankte. Eine DMARD-freie Remission wurde bei 33 Prozent der Patienten mit Alters-RA verzeichnet, verglichen mit 20 Prozent bei den jüngeren Patienten (HR 2,2).

Eine Reduktion der verabreichten Medikation war bei älteren Patienten an 34 Prozent der Visiten möglich, während dies in der jüngeren Gruppe an 23 Prozent der Untersuchungstermine der Fall war. Zudem trat ein schwer behandelbarer Krankheitsverlauf bei den älteren Patienten mit 2 Prozent seltener auf als bei den jüngeren Erkrankten, bei denen der Anteil bei 6 Prozent lag.

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Verschiebungen im Nebenwirkungsprofil

Hinsichtlich der Verträglichkeit ergaben sich spezifische Unterschiede zwischen den beiden Altersgruppen. Bei den älteren Patienten traten Knochenmarkdepressionen mit 15 Prozent häufiger auf als in der jüngeren Gruppe mit 7 Prozent. Ebenso lag der Anteil an Patienten mit erhöhten Kreatininwerten im Alter bei 8 Prozent im Vergleich zu 2 Prozent bei den Jüngeren.

Umgekehrt berichteten jüngere Patienten häufiger über Kopfschmerzen (17 Prozent gegenüber 8 Prozent bei den Älteren) sowie über Fatigue (36 Prozent versus 21 Prozent). Die Häufigkeit schwerer unerwünschter Arzneimittelwirkungen zeigte sich zwischen beiden Alterskohorten auf einem ähnlichen Niveau.

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