Rheumatoide Arthritis: CAR-T-Zellen erreichen 90% Komplettremission
Veröffentlicht am: 02.07.2026 um 19:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deAktualisierte Leitlinien, bahnbrechende Zelltherapien und ein erstes Nervenimplantat erweitern die Optionen fĂŒr Betroffene.
EULAR verschÀrft die Therapieziele
Die European Alliance of Associations for Rheumatology (EULAR) hat im Juli 2026 ihre Therapieempfehlungen aktualisiert. Das Ziel bleibt die klinische Remission â das weitgehende Verschwinden aller Symptome. Als Ersttherapie setzen Ărzte weiterhin auf Methotrexat, oft kurzzeitig mit Kortison kombiniert.
Das âTreat-to-Targetâ-Prinzip bleibt zentral: Nach drei Monaten muss sich die KrankheitsaktivitĂ€t deutlich bessern, nach sechs Monaten soll die Remission erreicht sein. Entscheidend fĂŒr den Erfolg: eine möglichst frĂŒhe Diagnose.
FrĂŒherkennung von Lungenkomplikationen
Ein internationales Experten-Team um Dr. Joshua Solomon (National Jewish Health) veröffentlichte am 1. Juli 2026 in The Lancet Respiratory Medicine neue Leitlinien zur RA-assoziierten interstitiellen Lungenerkrankung (RA-ILD). Die Empfehlung: Rheumatologen und Pneumologen mĂŒssen eng zusammenarbeiten.
Zur Diagnose setzen die Experten auf hochauflösende Computertomographien (HRCT) und Lungenfunktionstests. Ziel ist eine frĂŒhere Erkennung der Komplikation, um die Therapie individuell anpassen zu können.
Nervenimplantat: Strom gegen EntzĂŒndungen
Ende Juni 2026 setzten Ărzte in North Carolina erstmals ein Vagusnerv-Implantat des Herstellers SetPoint Medical bei einem RA-Patienten ein. Das System hatte bereits 2025 die FDA-Zulassung erhalten. Die RESET-RA-Studie deutet darauf hin, dass die elektrische Stimulation des Vagusnervs die KrankheitsaktivitĂ€t senken kann.
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CAR-T-Zellen: 90 Prozent Remission
Noch spektakulÀrer sind die Ergebnisse der CASTLE-Studie zur CAR-T-Zelltherapie. Von 70 Patienten mit Lupus oder rheumatoider Arthritis erreichten rund 90 Prozent eine dauerhafte Komplettremission. Der Haken: Die Kosten liegen zwischen 300.000 und 500.000 Euro pro Patient.
Neue Wirkstoffe und regulatorische Entscheidungen
Der EMA-Ausschuss CHMP gab Ende Juni grĂŒnes Licht fĂŒr mehrere Wirkstoffe. Abatacept soll kĂŒnftig in Kombination mit Methotrexat bei unbehandelter, hochaktiver RA eingesetzt werden. Auch Upadacitinib erhielt ein positives Votum fĂŒr zusĂ€tzliche Anwendungsgebiete wie Alopecia areata.
In der Kinderheilkunde gibt es Fortschritte: Risankizumab bekam am 26. Juni die Zulassung fĂŒr Kinder ab sechs Jahren mit psoriatischer Erkrankung. Die FDA bestĂ€tigte zudem die Zulassung von Tocilizumab fĂŒr Erwachsene mit moderater bis schwerer RA.
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Warnung aus der Pharmabranche
Der Verband Pharma Deutschland schlÀgt Alarm. Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz belaste Hersteller innovativer Arzneimittel durch kumulierende Rabatte und Preisregelungen massiv. Besonders betroffen: die Bereiche Onkologie und Autoimmunerkrankungen. Die langfristige Versorgungssicherheit sei gefÀhrdet.
Naturstoff als HoffnungstrÀger?
Eine Studie in Translational Psychiatry (1. Juli 2026) untersuchte das Flavonoid Dihydroquercetin (DHQ) an Mausmodellen. Ergebnis: DHQ blockiert Signalwege, die sowohl fĂŒr Schmerzen als auch fĂŒr depressive Verstimmungen bei RA verantwortlich sind. Ob der Stoff auch beim Menschen wirkt, mĂŒssen weitere Studien zeigen.
