Rheumatoide, Arthritis

Rheumatoide Arthritis: Ă–GIM und Ă–GAM legen neuen Patientenpfad fest

Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 03:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein abgestimmter Drei-Phasen-Ablauf ordnet Erstabklärung, Übergabe und Therapie rheumatoider Arthritis den jeweiligen Versorgungsebenen zu.

Ă–GIM und Ă–GAM legen Aufgaben bei rheumatoider Arthritis fest
Ein minimalistischer, heller Untersuchungsraum in einer modernen medizinischen Praxis mit natĂĽrlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Die Ă–sterreichische Gesellschaft fĂĽr Innere Medizin (Ă–GIM) und die Ă–sterreichische Gesellschaft fĂĽr Allgemein- und Familienmedizin (Ă–GAM) haben den Stand ihrer Versorgungspartnerschaft vorgestellt.

Im Zentrum steht ein fachübergreifend abgestimmter Patient:innenpfad für rheumatoide Arthritis (RA), der erstmals festlegt, welche Aufgaben in der hausärztlichen Praxis und welche in der fachärztlichen Rheumatologie erfüllt werden sollen.

Abgestimmt wurde der Pfad zusätzlich mit der Österreichischen Gesellschaft für Rheumatologie (ÖGR) und der Österreichischen Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie (ÖGOuT).

Ein Letter of Intent als Grundlage

Basis der Partnerschaft ist ein Letter of Intent, den beide Fachgesellschaften im Mai 2026 unterzeichnet hatten. Darin wird ein komplementäres Rollenverständnis definiert: Die Primärversorgung übernimmt die Koordination der Patient:innen, während die Innere Medizin für die vertiefte diagnostische Abklärung zuständig ist. Dieses Modell soll Doppeluntersuchungen vermeiden und Übergänge zwischen den Versorgungsebenen klarer strukturieren.

Der Patient:innenpfad in drei Phasen

Für rheumatoide Arthritis haben ÖGIM und ÖGAM einen Ablauf in drei Phasen festgelegt. In der ersten Phase steht die Hausärztin oder der Hausarzt im Mittelpunkt: Hier erfolgt die Erkennung eines Erstverdachts sowie eine erste Abklärung. Daran schließt eine Phase des Schnittstellenmanagements an, in der die Übergabe zwischen den Versorgungsebenen organisiert wird.

In der dritten Phase übernimmt die Rheumatologie die weiterführende Diagnostik und den Beginn der Therapie. Dieser strukturierte Ablauf soll sicherstellen, dass Betroffene frühzeitig erkannt und ohne unnötige Verzögerung an die richtige Fachstelle weitergeleitet werden.

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Mit dem abgestimmten Patient:innenpfad für rheumatoide Arthritis steht erstmals fest, welche Aufgaben in der hausärztlichen Praxis bleiben und welche an die Rheumatologie gehen. Der kostenlose Praxisleitfaden führt Sie in drei Schritten durch den Ablauf — von der Erstverdachts-Abklärung über das Schnittstellenmanagement bis zur Übergabe. Drei-Phasen-Pfad als Leitfaden anfordern

Hintergrund: Ein schrumpfendes Angebot an Internist:innen

Die Partnerschaft entsteht vor dem Hintergrund absehbarer Engpässe in der fachärztlichen Versorgung. Eine Studie des Instituts für Höhere Studien (IHS) prognostiziert für den Kassenbereich bis zum Jahr 2035 ein Internist:innen-Angebot von bis zu 25 Prozent unter dem tatsächlichen Bedarf.

Vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage, wie Aufgaben zwischen Hausarzt- und Facharztebene sinnvoll verteilt werden können, an Bedeutung. Ein klar definierter Patient:innenpfad soll helfen, die knapper werdenden fachärztlichen Ressourcen gezielter auf jene Fälle zu konzentrieren, die eine vertiefte internistische beziehungsweise rheumatologische Abklärung tatsächlich benötigen.

Reichweite der beteiligten Fachgesellschaft

Die ÖGIM vertritt nach eigenen Angaben rund 3.500 Mitglieder und damit einen erheblichen Teil der in Österreich tätigen Internist:innen. Die über den Letter of Intent und den RA-Pfad festgelegten Strukturen betreffen somit potenziell einen breiten Kreis von Ärztinnen und Ärzten in Klinik und Praxis.

Einordnung

Mit dem abgestimmten Vorgehen bei rheumatoider Arthritis liefern ÖGIM und ÖGAM ein erstes konkretes Beispiel dafür, wie das im Letter of Intent skizzierte Rollenverständnis in der Praxis umgesetzt werden soll. Ob und in welchem Umfang weitere Krankheitsbilder nach demselben Muster strukturiert werden, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.

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Bis 2035 könnte das Internist:innen-Angebot im Kassenbereich einer IHS-Prognose zufolge um bis zu 25 Prozent unter dem Bedarf liegen. Wer RA-Erstverdachtsfälle künftig gezielt vorabklärt, entlastet die knappen fachärztlichen Termine und verkürzt die Wartezeit für Betroffene. Der Leitfaden liefert die Checkliste für die hausärztliche Abklärung und ein Übergabe-Protokoll für die Schnittstelle. Checkliste Erstverdacht jetzt sichern

Angesichts der prognostizierten Versorgungslücke bei internistischem Fachpersonal dürfte die Frage der Aufgabenteilung zwischen Primärversorgung und Facharztebene jedoch auch über die rheumatoide Arthritis hinaus an Relevanz gewinnen.

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