Rheumatoide Arthritis: Ultraschall und Stoßwellen könnten Schmerzen lindern
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 16:01 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie medikamentöse Basistherapie bildet unverändert das Fundament bei der Behandlung der rheumatoiden Arthritis. Dennoch suchen Betroffene und Behandelnde regelmäßig nach nicht-medikamentösen Möglichkeiten, um Beschwerden zu lindern und die Beweglichkeit im Alltag zu sichern.
Eine wissenschaftliche Arbeitsgruppe um Dr. Dana Taizhanova von der Karaganda Medical University in Kasachstan hat die Datenlage zu physikalischen Verfahren für den Zeitraum von 2019 bis 2026 in einer systematischen Übersichtsarbeit zusammengefasst und bewertet.
Ultraschall und Stoßwellen zeigen Potenzial
In ihre Analyse bezogen die Forschenden insgesamt zwölf Arbeiten ein. Der Datensatz umfasst acht randomisierte kontrollierte Studien, drei klinische Studien sowie eine Querschnittsstudie. Die Teilnehmerzahlen der einzelnen Untersuchungen lagen zwischen 30 und 242 Personen.
Das Spektrum der überprüften Verfahren reichte von Magnet-, Laser-, Kryo- und Thermotherapie über Psammotherapie (Sandbäder) und Elektrotherapie bis hin zu Ultraschall und Stoßwellenanwendungen, die teilweise in Kombination mit Kinesiotherapie durchgeführt wurden.
Den Ergebnissen der Übersichtsarbeit zufolge könnten insbesondere Ultraschall- oder Stoßwellentherapien mit einer Verringerung von Schmerzen und Morgensteifigkeit einhergehen. Darüber hinaus deuteten die Daten auf Verbesserungen bei der Gelenkfunktion und der allgemeinen Lebensqualität hin.
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Die Arbeitsgruppe unterstrich zugleich, dass physikalische Interventionen als unterstützende Maßnahmen zu verstehen sind und die medikamentöse Basistherapie der rheumatoiden Arthritis nicht ersetzen können.
Bedeutung gezielter Bewegung und phasenangepasster Therapie
Die Relevanz funktioneller Therapien betonte auch Doç. Dr. Sevim Öksüz von der Fakultät für Gesundheitswissenschaften im Fachbereich Physiotherapie und Rehabilitation an der DAÜ.
Anlässlich der Arthritis-Aufklärungswoche erläuterte sie, dass unter dem Begriff Arthritis vielfältige Erkrankungen mit chronischen Gelenkschmerzen, Schwellungen und Funktionseinschränkungen zusammengefasst werden. Neben der rheumatoiden Arthritis zählen hierzu unter anderem Osteoarthritis, Psoriasis-Arthritis, Gicht sowie Spondylitis ankylosans.
Wenn Betroffene aus Angst vor Schmerzen körperliche Aktivität vermeiden, setze rasch eine Abwärtsspirale ein: Es drohten der Verlust von Muskelkraft und Ausdauer sowie eine zunehmende Versteifung der Gelenke.
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Eine frühzeitige Diagnose in Kombination mit einer abgestimmten medikamentösen Versorgung und individueller Physiotherapie könne dem entgegenwirken. Ein zielgerichtetes physiotherapeutisches Programm umfasse Kräftigung, Beweglichkeitsschulung, Gleichgewichtsübungen, Koordination und Haltungstraining.
Aktivitäten wie Gehen, Schwimmen, Übungen im Wasser oder ein dosiertes Krafttraining kämen infrage, müssten in ihrer Intensität jedoch stets auf den Erkrankungstyp, bestehende Gelenkschäden und die individuelle Belastbarkeit abgestimmt werden. Bei akuten Schüben sei das Programm entsprechend neu anzupassen.
Differenziertes Vorgehen je nach Entzündungsstadium
Für die therapeutische Praxis erfordert die physikalische Rehabilitation zudem eine strikte Unterscheidung der Krankheitsphasen. In stabilen Phasen einer rheumatoiden Arthritis können beispielsweise tägliche Wärmemaßnahmen, etwa ein zwanzigminütiges Hand- oder Fußbad in Verbindung mit Infrarot, die Beschwerden lindern.
In akuten Entzündungsepisoden hingegen sind Wärmeanwendungen sowie starke mechanische Belastungen kontraindiziert. Ziel physikalischer Therapiemaßnahmen bleibt der Erhalt von Beweglichkeit und Muskelkraft, wobei ergänzende Interventionen stets mit der ärztlichen Behandlungsstrategie abgestimmt werden müssen.
